Oh Blackwood! "Wie wunderschön ist dieses Buch", dachte ich, als
ich es zum ersten Mal in Händen hielt - und da hatte ich noch nicht
einmal einen Blick reingeworfen. Für mich zählen generell eigentlich die
inneren Werte und ich merkte schnell: Blackwood ist innen und außen
schön.
Der Buchumschlag ist fühlbar erhaben und auf den inneren
Seiten ist Blackwood, der Ort, gezeichnet - zuerst als Zeichnung und
dann mit Worten.
Autorin Britta Sabbag
ist vielseitig - sie schreibt für die ganz Kleinen von Waschbären und
Hummeln und für die etwas Größeren über Fritzi Klitschmüller. Die ganz
Großen lesen über Pinguinwetter und Pandablues, aber auch Stolperherz
für Jugendliche gefiel mir gut.
Zum Verschenken in allen Altersgruppen eignen sich also ihre Bücher mega. Zum Selberlesen auch.
Nun also Blackwood. Natürlich war ich gespannt.
Der
Untertitel "Briefe an mich" und die Idee, Briefe von meinem zukünftigen
Ich zu bekommen, mochte ich. Ich habe mit 16 einen Brief an mein
erwachsenes Ich geschrieben. Warum also nicht umgekehrt?
"Lasst
eure Träume der Kompass eures Lebens sein", begrüßt mich Britta Sabbag
schon auf den ersten Seiten. Und hält mich fest, denn die Figuren, die
sie zeichnet, sind jede für sich ein kleines oder auch größeres Wunder:
Ge, Gesine, die in Blackwood nach dem Tod ihrer Mutter bei der Tante
leben soll, Arian, der mit einem Chauffeur durch die Gegend fährt, die
warmherzige Mimi, die so gut backen kann, dass einem beim Lesen das
Wasser im Munde zusammenläuft und all die anderen, sie sind einfach GUT.
Es gibt auch Schattenseiten und Ge lebt sich zunächst nicht
wirklich ein. Aber auch die Personen, die ihr das Leben schwermachen
oder wenig darüber nachdenken, was sie bei anderen anrichten können,
sind so gut beschrieben und zu Leben erweckt, dass man das Buch
eigentlich nicht mehr weglegen möchte.
Schöne
weise Stellen wie "Niemand weiß, wo eine Geschichte beginnt oder wo sie
aufhört. Vielleicht gibt es auch nie ein Ende, und wir schreiben sie
jeden Tag neu.." oder "Manchmal muss ein altes Gefühl verschwinden,
damit ein neues seinen Platz findet, weißt du" lassen mich zustimmend
nicken und lächeln. Auch die Briefe der großen Ge an die kleine Ge sind
voll von solchen wärmenden Gedanken. Dass Ge auf ihren Bauch hören soll
und erfährt: "ein Ort wird ein Zuhause, wenn man seinen eigenen Weg
geht", können gleichzeitig Ratschläge auch für die jungen Leser sein.
Gegen
Ende muss Ge überlegen, ob es ein Schicksal gibt oder ob sie es selbst
in die Hand nehmen kann. Sie lernt sich zu behaupten und an sich zu
glauben. Es ist kein leichter Weg, den Britta Sabbag ihrer Ge aufbürdet,
aber eine solche besondere Geschichte aufzuschreiben ist reine Kunst.
Dieses Buch ist absolut empfehlenswert, auch für Erwachsene.