7.2.26

Fünfzehn Cent

Heute Morgen bei meinem Lieblingsdrogeriemarkt: Nach mir an der Kasse zwei Kinder, die - offensichtlich Geschwister - auf dem Weg zur Grundschule buntes Haarspray kaufen möchten. Der kleine Junge gibt der Kassiererin eine Handvoll Kleingeld, während ich meine Sachen einpacke. Mein Bauchgefühl sagt mir, ich solle mal abwarten und es hat recht: “Da fehlen fünfzehn Cent!” sagt die Kassiererin.

Den Kindern steht die sofortige Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. “Siehste Vanessaaaaaa”, sagt der kleine Bruder zur großen Schwester, “es ist doch nicht genug!”
Schnell nehme ich fünfzehn Cent aus meinem Portemonnaie und reiche sie der Kassiererin: 
“Hier sind fünfzehn Cent.”

Sie und die Kinder starren mich mit offenem Mund an. Dann legt sie das Geld in die Kasse, lächelt die Kinder an und gibt dem Mädchen die Spraydose.
Ich packe meinen Geldbeutel ein und folge den Kindern, die bereits hinausgehüpft sind, dort aber auf mich warten.
“Sie sind aber nett.”, sagt Vanessa. 
“Naja, wegen fünfzehn Cent müsst ihr ja nicht traurig sein”, antworte ich und mir fällt gleichzeitig ein, dass ich als Kind froh war wenn mir die Oma von gegenüber Zuckerkekse schenkte oder der Nachbar für die Kirmes eine Runde Schmetterlingsbahn spendierte. Außerdem war ich in meiner Hartz IV Zeit manchmal auch um jeden Cent froh, für den ich dann doch noch Kartoffeln oder gar Brot kaufen konnte.

Okay, man mag sagen, hier geht es nicht ums Überleben. Aber man weiß wie garstig Kinder zu anderen Kindern sein können. Und jetzt ist Karnevalszeit - auch in den Schulen. Und richtig: Die große Schwester strahlt mich an: “Ich möchte am Montag als Pippi Langstrumpf in die Schule gehen und da muss ich doch rote Haare haben!” 
Der kleine Bruder nickt und grinst so ein typisches Kleiner-Bruder-will-auch-Grinsen.

“Naja, dann gibst du deinem Bruder ein bisschen was ab für sein schwarzes Haar, oder?”
“Ja”, nickt sie und will dem Bruder hinterher, der plötzlich zu Schulfreunden rennt.
“Viel Spaß, kleine Pippi Langstrumpf, ich muss weiter”, sage ich und sie läuft nach einem “Danke!” fort.

Und ich bin so glücklich! 


 (Dies ist ein Archivartikel aus dem Jahr 2021, damals trug es sich genau so zu)

6.2.26

Frische Wäsche auf dem Katzenhochbett

Gefühlt wird bei uns jeden zweiten Tag irgendetwas frisch bezogen.
Zwar haben die Jungs inzwischen keine Kartoffeldruckkackpopöchen mehr (was das ist, kannst Du in meinem Buch "Mein Katzenleben" nachlesen), aber Kleinerhong übergibt sich gerne in die Badewanne, in der seine Decken liegen, damit er keine Blasenentzündung bekommt (hatten wir alles schon) und auch Opikatze Caramelli ist sehr kreativ mit den Plätzen seiner "Übergabe". Die Zwillinge putzen sich zwar auch viel, müssen aber nicht so häufig spucken. Doch wenn, dann hat zumindest Harry zuvor mindestens zwei Liter Wasser eingeatmet, die zusammen mit aufgeweichtem Trockenfutter wieder rausmüssen. 
Und dann muss die Muddi waschen und die Kinder tun so, als hätten wir monatelang keine frische Bettwäsche und kein frisches Sofa oder Katzenhochbett gehabt. Oder 
Teppiche und Decken. Die Freude ist riesig und auch wenn mal keiner gekübelt hat und wir zum Beispiel das Bett einfach so frisch beziehen, dann ist es ein Event für die ganze Familie. Alle helfen mit und alle liegen überall drauf. Diese Fotos entstanden letztes Wochenende - Kleinerhong auf dem Katzenhochbett. Das ist eigentlich ein Ikea Kura (unbezahlte Werbung), das wir so zusammen gebaut haben, dass auf der langen Seite die kurze Wand angebracht wurde, damit es über einen Kratzbaum einen offenen Zugang gibt und auf der anderen Seite haben wir auf die Wand verzichtet - dadurch haben wir immer Blickkontakt und sie können von dort aufs Palettenbett springen und umgekehrt.
An manchen Stellen haben wir Sisal drumherum gewickelt - als zusätzliche Kratzstämme.







5.2.26

Buchliebe

Mein SUB (Stapel ungelesener Bücher) wird nicht kleiner und das ist auch gut so! 
Diese Woche ist die Buchhandlung wegen der Baustelle immer noch geschlossen und wir können sie unterstützen, indem wir trotzdem Bücher kaufen, indem wir sie dort bestellen. 
Ich habe nun einfach mal die "Irgendwann"-Liste genommen und dort bestellt und das ist dabei rausgekommen. 
Dieses Glücksgefühl, einfach eine Tasche voller Bücher ausgehändigt zu bekommen, das ist höchstens noch durch Pommes zu toppen, aber eigentlich auch nicht, weil es schon das höchste der Gefühle ist. Ich habe dadurch glaube ich mein inneres Kind geheilt, das einmal an Weihnachten kein einziges Buch geschenkt bekam. Und weil ich dachte, es ist ja Weihnachten, war ich damals auch nicht vorher in der Bibliothek. Das heißt, ich hatte einmal über die Feiertage nichts zu lesen und da war ich echt noch klein. Danach waren alle schlauer, ich ging in die Bibliothek und die anderen schenkten Bücher🤭 
Ich denke auch immer, wenn ich mal arm in Rente bin, dann habe ich wenigstens meinen SUB von jetzt. Außer ich lese weiterhin so viel, aber dann wird in der Rente einfach von vorne angefangen. // Unbezahlte Werbung 

4.2.26

Sonne

Wenn der Nachbar schreibt "ich habe dein Paket mit rein genommen" und ich aber nichts Großes bestellt habe, dann ist der Rest des Tages Vorfreude wegen einer Überraschung. 
Zuhause angekommen finde ich Mallorcasonne in Form von Orangen. Eine meiner ältesten Freundinnen hat sie aus dem Urlaub mitgebracht und mir geschickt. Von denen bekomme ich nämlich keine Allergie. 
Glück pur, und die tolle Postkarte! 🍊


3.2.26

Gute Gedanken

Wenn der ÖPNV streikt und ich früh zur Arbeit muss, nur das Fahrrad infrage kommt und es sehr kalt vom Himmel regnet, dann kann ich auch denken "was für ein Glück, dass ich mich bewegen kann und wie dankbar ich für meine gute Arbeit sein kann" - und schon ist die Welt bunt💕

Manchmal müssen wir nur unsere Gedanken umkehren, damit wir uns besser fühlen 💞



2.2.26

Zähne und Politik

Letzte Woche hatten meine Zahnarztpraxis und ich 20jähriges. Wir haben den Tag knapp verpasst, aber mein Zahn hat mich hinterher daran erinnert und so war ich mit einigen Tagen Verspätung dort, um unsere Verbindung mit einer Wurzelbehandlung zu feiern
Ich hatte noch überlegt, ob ich das hier überhaupt zum Thema mache.
Wer weiß schon, wann der erste Tag in einer Praxis war. Ich wusste das Jahr noch, denn zwei Jahre später wurde ich hier während meiner Krebsbehandlung so toll behandelt. Und überhaupt mag ich die Leute dort, die natürlich den genauen Tag nachsehen konnten. Also Grund zur Freude, aber nicht unbedingt Grund zu bloggen.
(Das Bild ist KI-generiert)

Doch gestern kommt eine Meldung, die mich wütend macht. 
Schon jetzt ist die Zahnbehandlung etwas für Gutverdienende. Die Krankenkasse bezahlt drei Sitzungen bei einer Wurzelbehandlung, jede weitere zahlt man selbst. Ich muss zum Glück nicht oft zum Zahnarzt und nage nicht am Hungertuch, aber ich hatte auch schon Zeiten, in denen ich arm war. 
Wenn man nicht wie ich Glück mit der Praxis hat, wo seit Jahren alles versucht wird, dann muss man wohl einen Kredit aufnehmen, denn es gibt hier auch teurere Angebote. Und nun will der CDU-Wirtschaftsrat, dass alles selbst bezahlt werden soll. Man mag denken, dass dann alle nicht mehr zur Zahnarztpraxis gehen und wir stattdessen mit noch mehr schlechten Gerüchen als jetzt schon in Bus und Bahn und sonstwo konfrontiert sind. 
Außerdem ist schon jetzt mit die häufigste Todesursache Blutvergiftung, Sepsis, und die kann durch einen unbehandelten Zahn kommen.
Was aber ist mit den Zahnarztpraxen, wenn keiner mehr hingeht? Sie werden ihre Jobs verlieren. Wie wirtschaftlich ist das denn bitte? Durch die komischen Ideen der Politik haben schon Tierärzte geschlossen, jetzt geht's dann also an die Humanmedizin? Ich kann das echt nicht glauben. Hier wird wieder einmal Politik für Reiche gemacht. Besser kann man uns nicht sagen, wie scheiße Ihr das Volk findet, aber ich denke, das C in CDU fällt eh bald weg, dann heißt diese Partei nur noch DU. 
Traurig. Wie man überhaupt auf solche Ideen kommt. Es ist mir unbegreiflich.
(Das Bild ist KI-generiert)


1.2.26

Mini Booknook: Das magische Haus

Passend zum gestrigen Buch bekam ich ein Mini Booknook. Ich liebäugelte schon lange mit den größeren, aber so eine Fisselsarbeit liegt mir einfach nicht und man muss neben dem Mouse House und dem Playmobil-Hobby ja nicht noch etwas anfangen, was rumsteht. 
Bei der exklusiven Thalia-Miniausgabe handelt es sich um kleine Booknooks mit Magnet. Allerdings glaube ich nicht, dass diese Dinger lange an einer Kühlschranktür halten und besser an der Seite aufgehoben wären. Ich habe meines zu den anderen Häuschen in den Ficus gehängt und auch beleuchtet. 
Der Vorteil ist ganz klar: man benötigt keinen Kleber und kein anderes Zubehör und es sieht süß aus. Der Nachteil: das Herausbrechen der Einzelteile zieht manchmal kleine Farbecken ab, der Druck ist nicht richtig haltbar. Außerdem ist die Anleitung zwar ganz international und einfach, aber die Teile passen nicht so gut ineinander, zu feste drücken darf man aber halt auch nicht. Beim magischen Haus finde ich das gar nicht schlimm, es darf etwas windschief sein. Bei anderen Versionen hätte es mich geärgert, die sollten ja perfekt aussehen. Aber so ist es ganz niedlich und ich mag's. Warum einmal B8 übrig bleibt, bleibt ein magisches Rätsel🤭🧙🏼‍♀️
Thalia Mini Booknook 
Verschiedene Ausführungen 
je 9.99 Euro
// Unbezahlte Werbung