Café Cappuccino Feuergasse 6, Gengenbach, Frühstück nur samstags // unbezahlte Werbung
2.3.26
Das beste Frühstück
1.3.26
Buchtipp: das Weinhaus in Ligurien
28.2.26
Buchtipp: Die Reise der verlorenen Worte
27.2.26
Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Früher bekam ich die Frage in so gut wie jedem Vorstellungsgespräch gestellt und wahrheitsgemäß wollte ich natürlich endlich unbefristet in eine Anstellung - geklappt hat das nicht immer. Auch die unbefristeten Arbeitsverhältnisse mochte ich manchmal nicht mehr, denn das, was ich täglich tue, sollte ja zu einer passen. Wenn dann der Schuh zu klein oder zu groß geworden ist, muss etwas Neues her.
Ich bin mir sicher, ich hätte in vielen Jobs glücklich werden können, aber es brauchte diesen Weg durch alles andere, um jetzt zu wissen, dass das, was ich tue, genau richtig ist - und es hoffentlich bis zur Rente auch sein wird.
Ich hatte in meinem Leben großes Glück, mich haben Menschen geprägt, Chefs und Chefinnen haben mir gezeigt, wie ich nicht sein will - oder wie ich tatsächlich bin und sein möchte. Jedes befristete Arbeitsverhältnis, bei dem die Vorgesetzten und KollegInnen bedauerten, dass ich gehen musste, tat zwar weh, machte aber auch dankbar, dass ich beliebt war. Jede eigene Kündigung machte mich stark, weil ich meinen Wert erkannt hatte. Aber ich muss auch zugeben, das hat manchmal länger gedauert als es gesund war. Ich war mal Chefin, möchte das aber nicht mehr sein, es ist nämlich vom Dasein als Erzieherin gar nicht so weit entfernt und das ist anstrengend.
Heute denke ich, ich weiß ja nicht mal, ob ich in 5 Jahren noch lebe! Wie soll ich dann mutmaßen, wo ich in 5 Jahren stehe? Vielleicht hab ich bis dahin im Lotto gewonnen und betreibe eine Katzenpension? Oder ich will von Menschen gar nix hören, also auch nicht von Katzenmenschen, und wohne am Waldrand mit einer haushohen Hecke mit meinen eigenen Katzen? Oder ich wandere an die Nordsee oder den Bodensee aus und gehe jeden Tag schwimmen. Wenn ich aber wählen kann, dann bin ich dankbar, wenn mein Leben einfach nur ohne größere Katastrophen so weiterläuft wie die letzten 5 Jahre: Mit dem Wissen, was ich kann und dass ich eher Ruhe als die große Karriere brauche.
26.2.26
Ausschnitt aus meinem Buch Mein Katzenleben
fremden Grabstein „Ihr Leben war Liebe, Ihre Liebe unser Glück“. Das beschreibt auch Stef sehr gut.
heute noch manchmal wie ein Blitz. Er nimmt mir für einen Moment die Luft, dieser Schmerz und dieses Wissen, wir werden nie wieder sprechen, streiten, zusammen lachen.
Ob es das Plötzliche ist? Dass man sich nicht mehr verabschieden konnte?
Oder ob wir einfach diese schöne Welt nicht mehr zusammen erkunden können?
Man lernt so viel voneinander.
Ich hatte zwei ganz besondere Lehrerinnen, von
denen ich als junger Mensch viel fürs Leben lernen durfte.
Die eine hatte Ähnlichkeit mit Meryl Streep, die
andere mit Shirley MacLaine.
„Shirley“ habe ich nach meiner Schulzeit nie
wiedergesehen. Sie hat zwar einen Brief von mir
bekommen, in dem ich ihr nach Jahren schrieb, dass ich ihr sehr dankbar bin und immer sein werde.
Der Brief war als reine Information gedacht, eine Antwort war nicht notwendig. Sie sollte aber wissen, dass sie weit über den Unterricht hinaus Dinge fürs Leben gelehrt hat. Sie starb nach längerer Krankheit.
„Meryl“ kontaktierte ich 15 Jahre nach Ende meiner Schulzeit, weil ich den Titel eines Buches wissen wollte – und ich wollte irgendwie auch wissen, wie es ihr geht. Was für ein Glück, dieses Bestreben!
Denn ich habe sie ab diesem Zeitpunkt regelmäßig besucht.
Sie kochte für uns den besten Couscous mit Datteln, den ich jemals gegessen habe. Ihr Kniff war ein Stückchen Butter. Und Walnüsse.
Und wenn sie sich dann zu einem Mittagsschläfchen hinlegte, las ich, was sie mir zu lesen gab.
Auch lange nach meiner Schulzeit durfte ich in
dieser wertvollen Zeit noch sehr viel von ihr lernen. Ich bin immer ihre Schülerin gewesen, auch noch als Erwachsene. Aber sie fragte mich auch über Dinge aus, mit denen ich mich besser auskenne als sie – und wollte sie erklärt haben.
Selten telefonierten wir, lieber schrieben wir uns
Briefe und Postkarten.
Als sie einmal in den Schulferien nach Rom reiste, brachte sie für den ganzen Lateinkurs Postkarten mit. Weil ich mir ein bestimmtes Motiv gewünscht hatte, das sie als Karte nicht auftreiben konnte, fotografierte sie es für mich. Zu dieser Zeit entwickelte man noch Foto-Filme und sie brachte mir einen 7x10 Abzug mit.
Sie schenkte mir in unserer letzten gemeinsamen Zeit ein Buch über Jin Shin Jyutsu, als sie von meinem stressigen Job hörte, und zeigte mir die wichtigsten Griffe.
Blockaden in sich lösen und wird dadurch ganz
allgemein viel harmonischer.
Ein Bild, das ich als Schülerin für sie gemalt hatte, hing noch immer in ihrem Arbeitszimmer über dem Schreibtisch.
Unsere Leben waren miteinander verwoben und ihre Einstellung zum Lebensende berührte mich stark.
Unser gemeinsamer Spazierweg führte uns
nachmittags an einem Fluss entlang. Mit der Fähre über den Fluss endete dann immer unser
gemeinsamer Tag.
Sie ging ihres Weges und ich fuhr mit dem Zug
zurück nach Hause.
Beim letzten Mal trafen wir uns dann noch ein
paarmal zufällig in der Stadt, nachdem wir uns längst verabschiedet hatten. Sie hatte ein paar Dinge zu erledigen und ich shoppte ein wenig, bis der Zug kam.
Mit einem Lächeln und Kopfnicken behalte ich sie in Erinnerung, denn das war unser letztes
Aufeinandertreffen, wir wussten das.
Zuvor hatte sie mir geschrieben, dass diesmal ihr Krebs nicht heilbar sei und wenn ich sie nochmal sehen möchte in einem Zustand, in dem sie Besuch empfangen möchte, dann sollte ich bald kommen.
Es solle aber nicht heißen, dass mein Krebs auch
zurückkommen würde.
25.2.26
Islamisierung oder einfach Freundschaft?
In letzter Zeit höre ich immer wieder, dass zu viel über den Ramadan gesprochen wird, dass Deutschland sich islamisiere und überhaupt, dass Worte wie "Iftar" und "Ramadan Mubarak" hier nichts verloren hätten. Ich sage: Doch.
Schon vor 35 Jahren habe ich nicht verstanden, woher dieser Hass kommt. Heute machen die sozialen Medien es nicht besser. Und dieses Jahr fielen der Beginn der christlichen Fastenzeit und des Ramadans auf denselben Tag - was für eine Chance, diese gemeinsame Zeit des Verzichts kann schließlich auch verbinden, meine ich.
Die Menschen, die hier unser Land unterstützen, die mit uns arbeiten oder einfach Familien, die seit Generationen hier leben, sie haben doch verdient, dass wir einander wertschätzen. Sie wertschätzen auch uns. Geh zweimal zum selben Dönermann, er wird Dich fragen "Wie immer, meine Liebe?" Das bekommst Du auch bei meinem Lieblingsasiaten zu hören, nicht aber in der deutschen gutbürgerlichen Küche, da musst Du echt öfter hin, bis sie Dich kennen. Auch sind die Großzügigkeit und die Gastfreundschaft unserer islamischen FreundInnen unfassbar groß, zumindest erlebe ich es so. Bist Du Gast, bist Du Freund. Oder Freundin.
Was wäre, wenn wir gerade während der Fastenzeit etwas christlicher denken und feststellen: Sie alle sind Deutschland, wir alle sind Deutschland?!









