2.3.26

Das beste Frühstück

Seit fast 23 Jahren komme ich ins Café Cappuccino Gengenbach. 
Zunächst während einer Reha, um dort Kuchen zu essen und Kaffee zu trinken, danach immer, wenn ich mal durchatmen muss und deshalb nach Gengenbach fahre - und das möglichst samstags, denn dann gibt's dort Frühstück. Aber auch sonst sieht die Karte sehr gut aus, jetzt gibt's neu sogar Pinsa, und man kann dort in der Nähe auch übernachten. 
Es gibt immer wieder mal Livemusik und besondere Abende, für mich sind aber diese Samstage in der Früh toll, wenn es noch ruhig ist. Ich mag das, wenn sich wenig verändert und das immer freundliche Team ist noch fast wie früher, die Gemütlichkeit und besondere saisonale Deko sind einladend und auch draußen kann man schön sitzen. Das Frühstück Toskana ist fast immer meine Wahl, in all den Jahren haben sie es lediglich um fünf Euro angepasst und gleichzeitig auch verbessert, denn seitdem sind Gemüsesticks dabei und Hummus oder Ajvar, das Croissant ist toll und das Ei hat ein aufgemaltes lachendes Gesicht. 
Es gibt zwei Heißgetränke und Sekt oder Orangensaft - kurz gesagt, es ist ein unschlagbares Angebot. Aber auch andere Geschmäcker finden hier, was sie mögen.


Café Cappuccino Feuergasse 6, Gengenbach, Frühstück nur samstags // unbezahlte Werbung 

1.3.26

Buchtipp: das Weinhaus in Ligurien

Wer Kerstin Garde kauft, bekommt auch Kerstin Garde, so einfach ist das. Jede ihrer Reihen ist anders und doch gleichermaßen besonders und jede ihrer Reihen liebe ich genau deshalb.
Auf dieses dritte Buch der "Italienische Sommerträume"-Reihe habe ich wirklich hingefiebert, wir waren schon auf Capri und Sizilien und da hallt der Ausflug auf den Ätna noch total nach. Trotzdem halte ich "Das Weinhaus in Ligurien" für das bislang stärkste Buch der Reihe und es kommt ja noch eines, schon im Juni geht die Reise nach Rom🤩
Du kannst jedes für sich unabhängig von den anderen lesen, jedes ist in sich abgeschlossen. Aber Du wirst auch die anderen lesen wollen, wenn Du erstmal eines kennen gelernt hast. Ich mag das jedenfalls, wenn man die unterschiedlichen Freundinnen aus verschiedenen Büchern wiedertrifft und jede ihre eigene schöne Geschichte hat. 
Es ist auch ein bisschen wie ein eigener Urlaub, ich verreise ja nicht gerne und weiß auch nicht, ob ich diese Orte jemals sehen werde (wobei mich der Ätna inzwischen sehr anzieht), durch Kerstin Gardes Beschreibungen hat man sogar den Geschmack des Essens auf der Zunge. Wie gut, dass hinten im Buch auch ein Rezept wartet..
In dieser Geschichte geht es um Minna, die als Autorin ihren ersten Bestseller veröffentlicht, nun aber eine Schreibblockade hat. Sie reist in einen Ort ihrer Kindheit ins Haus ihrer Tante  nach Italien und trifft dort auf alte Bekannte und einen Unbekannten - Alessandro. Außerdem findet sie ein altes Tagebuch. Und genau das gefällt mir - die Vergangenheit und die Verbindung zweier Familien, Minnas Recherchen und was die junge Frau heute ausmacht, das alles in einer Story - einfach toll. Leider gibt's dann und wann ein paar Tippfehler und auch inhaltliche Dinge, über die sehe ich aber hinweg, denn ich liebe das Buch!



// unbezahlte Werbung 

28.2.26

Buchtipp: Die Reise der verlorenen Worte

Ach, was soll ich sagen. Dieses Buch ist so wundervoll, dass ich es viel zu schnell durchgelesen habe und jetzt vermisse ich es.
Eigentlich war es mein dieswöchiges Busbuch, aber ich musste es zuhause weiterlesen, weil es so so toll ist, und dann war es schon vorbei. Janne arbeitet bei der Post und recherchiert die Adressen von nicht zustellbaren Briefen. Dafür dürfen sie und ihre KollegInnen das Briefgeheimnis brechen und die Briefe lesen. Gleichzeitig erzählt das Buch in Rückblenden die Geschichte von Janne und ihrem Großvater. Eines Tages bekommt sie einen Brief auf den Schreibtisch, der sie an ihre Geschichte erinnert. Und als ihr ein zweiter Brief zu-fällt, ist ihr bald klar, dass Zufälle auch Gelegenheiten sind. Die Reise beginnt..
Es gibt nur wenige Tippfehler und die Art, wie das Buch geschrieben ist, ist so warm, also ich kann es absolut empfehlen 🩷
// unbezahlte Werbung 




27.2.26

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Oh Himmel, diese Frage! Ich bin froh, wenn ich weiß, was ich nächste Woche tun werde 🤭
Früher bekam ich die Frage in so gut wie jedem Vorstellungsgespräch gestellt und wahrheitsgemäß wollte ich natürlich endlich unbefristet in eine Anstellung - geklappt hat das nicht immer. Auch die unbefristeten Arbeitsverhältnisse mochte ich manchmal nicht mehr, denn das, was ich täglich tue, sollte ja zu einer passen. Wenn dann der Schuh zu klein oder zu groß geworden ist, muss etwas Neues her.
Ich bin mir sicher, ich hätte in vielen Jobs glücklich werden können, aber es brauchte diesen Weg durch alles andere, um jetzt zu wissen, dass das, was ich tue, genau richtig ist - und es hoffentlich bis zur Rente auch sein wird. 
Ich hatte in meinem Leben großes Glück, mich haben Menschen geprägt, Chefs und Chefinnen haben mir gezeigt, wie ich nicht sein will - oder wie ich tatsächlich bin und sein möchte. Jedes befristete Arbeitsverhältnis, bei dem die Vorgesetzten und KollegInnen bedauerten, dass ich gehen musste, tat zwar weh, machte aber auch dankbar, dass ich beliebt war. Jede eigene Kündigung machte mich stark, weil ich meinen Wert erkannt hatte. Aber ich muss auch zugeben, das hat manchmal länger gedauert als es gesund war. Ich war mal Chefin, möchte das aber nicht mehr sein, es ist nämlich vom Dasein als Erzieherin gar nicht so weit entfernt und das ist anstrengend.
Heute denke ich, ich weiß ja nicht mal, ob ich in 5 Jahren noch lebe! Wie soll ich dann mutmaßen, wo ich in 5 Jahren stehe? Vielleicht hab ich bis dahin im Lotto gewonnen und betreibe eine Katzenpension? Oder ich will von Menschen gar nix hören, also auch nicht von Katzenmenschen, und wohne am Waldrand mit einer haushohen Hecke mit meinen eigenen Katzen? Oder ich wandere an die Nordsee oder den Bodensee aus und gehe jeden Tag schwimmen. Wenn ich aber wählen kann, dann bin ich dankbar, wenn mein Leben einfach nur ohne größere Katastrophen so weiterläuft wie die letzten 5 Jahre: Mit dem Wissen, was ich kann und dass ich eher Ruhe als die große Karriere brauche.
 


                                                                Das Bild ist KI-generiert


26.2.26

Ausschnitt aus meinem Buch Mein Katzenleben

Heute gibt's kostenlos einen Ausschnitt aus meinem zweiten Buch "Mein Katzenleben", in dem es auch um Menschen geht und um den Tod. Denn "Shirley" hätte heute Geburtstag. 

Als ich nach Hause gehen will, lese ich auf einem
fremden Grabstein „Ihr Leben war Liebe, Ihre Liebe unser Glück“. Das beschreibt auch Stef sehr gut.
Dass sie nicht mehr da ist, durchfährt mich auch
heute noch manchmal wie ein Blitz. Er nimmt mir für einen Moment die Luft, dieser Schmerz und dieses Wissen, wir werden nie wieder sprechen, streiten, zusammen lachen.
Ob es das Plötzliche ist? Dass man sich nicht mehr verabschieden konnte?
Oder ob wir einfach diese schöne Welt nicht mehr zusammen erkunden können?
Man lernt so viel voneinander. 
Das ist jetzt vorbei.

Ich hatte zwei ganz besondere Lehrerinnen, von
denen ich als junger Mensch viel fürs Leben lernen durfte.
Die eine hatte Ähnlichkeit mit Meryl Streep, die
andere mit Shirley MacLaine.
„Shirley“ habe ich nach meiner Schulzeit nie
wiedergesehen. Sie hat zwar einen Brief von mir
bekommen, in dem ich ihr nach Jahren schrieb, dass ich ihr sehr dankbar bin und immer sein werde.
Der Brief war als reine Information gedacht, eine Antwort war nicht notwendig. Sie sollte aber wissen, dass sie weit über den Unterricht hinaus Dinge fürs Leben gelehrt hat. Sie starb nach längerer Krankheit.

„Meryl“ kontaktierte ich 15 Jahre nach Ende meiner Schulzeit, weil ich den Titel eines Buches wissen wollte – und ich wollte irgendwie auch wissen, wie es ihr geht. Was für ein Glück, dieses Bestreben!
Denn ich habe sie ab diesem Zeitpunkt regelmäßig besucht.
Sie kochte für uns den besten Couscous mit Datteln, den ich jemals gegessen habe. Ihr Kniff war ein Stückchen Butter. Und Walnüsse.
Und wenn sie sich dann zu einem Mittagsschläfchen hinlegte, las ich, was sie mir zu lesen gab.
Auch lange nach meiner Schulzeit durfte ich in
dieser wertvollen Zeit noch sehr viel von ihr lernen. Ich bin immer ihre Schülerin gewesen, auch noch als Erwachsene. Aber sie fragte mich auch über Dinge aus, mit denen ich mich besser auskenne als sie – und wollte sie erklärt haben.
Selten telefonierten wir, lieber schrieben wir uns
Briefe und Postkarten.
Als sie einmal in den Schulferien nach Rom reiste, brachte sie für den ganzen Lateinkurs Postkarten mit. Weil ich mir ein bestimmtes Motiv gewünscht hatte, das sie als Karte nicht auftreiben konnte, fotografierte sie es für mich. Zu dieser Zeit entwickelte man noch Foto-Filme und sie brachte mir einen 7x10 Abzug mit.
Sie schenkte mir in unserer letzten gemeinsamen Zeit ein Buch über Jin Shin Jyutsu, als sie von meinem stressigen Job hörte, und zeigte mir die wichtigsten Griffe. 
Man kann mit dieser Philosophie
Blockaden in sich lösen und wird dadurch ganz
allgemein viel harmonischer.
Ein Bild, das ich als Schülerin für sie gemalt hatte, hing noch immer in ihrem Arbeitszimmer über dem Schreibtisch.
Unsere Leben waren miteinander verwoben und ihre Einstellung zum Lebensende berührte mich stark.
Unser gemeinsamer Spazierweg führte uns
nachmittags an einem Fluss entlang. Mit der Fähre über den Fluss endete dann immer unser
gemeinsamer Tag.
Sie ging ihres Weges und ich fuhr mit dem Zug
zurück nach Hause.
Beim letzten Mal trafen wir uns dann noch ein
paarmal zufällig in der Stadt, nachdem wir uns längst verabschiedet hatten. Sie hatte ein paar Dinge zu erledigen und ich shoppte ein wenig, bis der Zug kam.
Mit einem Lächeln und Kopfnicken behalte ich sie in Erinnerung, denn das war unser letztes
Aufeinandertreffen, wir wussten das.
Zuvor hatte sie mir geschrieben, dass diesmal ihr Krebs nicht heilbar sei und wenn ich sie nochmal sehen möchte in einem Zustand, in dem sie Besuch empfangen möchte, dann sollte ich bald kommen.
Es solle aber nicht heißen, dass mein Krebs auch
zurückkommen würde. 
Ich solle leben, bat sie mich.

25.2.26

Islamisierung oder einfach Freundschaft?

In letzter Zeit höre ich immer wieder, dass zu viel über den Ramadan gesprochen wird, dass Deutschland sich islamisiere und überhaupt, dass Worte wie "Iftar" und "Ramadan Mubarak" hier nichts verloren hätten. Ich sage: Doch. 
Schon vor 35 Jahren habe ich nicht verstanden, woher dieser Hass kommt. Heute machen die sozialen Medien es nicht besser. Und dieses Jahr fielen der Beginn der christlichen Fastenzeit und des Ramadans auf denselben Tag - was für eine Chance, diese gemeinsame Zeit des Verzichts kann schließlich auch verbinden, meine ich. 
Die Menschen, die hier unser Land unterstützen, die mit uns arbeiten oder einfach Familien, die seit Generationen hier leben, sie haben doch verdient, dass wir einander wertschätzen. Sie wertschätzen auch uns. Geh zweimal zum selben Dönermann, er wird Dich fragen "Wie immer, meine Liebe?" Das bekommst Du auch bei meinem Lieblingsasiaten zu hören, nicht aber in der deutschen gutbürgerlichen Küche, da musst Du echt öfter hin, bis sie Dich kennen. Auch sind  die Großzügigkeit und die Gastfreundschaft unserer islamischen FreundInnen unfassbar groß, zumindest erlebe ich es so. Bist Du Gast, bist Du Freund. Oder Freundin.

Die Großeltern und Eltern meiner FreundInnen haben unser Land wieder ans Laufen gebracht. Sie nehmen uns die Arbeitsplätze weg? Gut, Dude, ich wusste gar nicht, dass Du Müllwerker sein möchtest oder in der Pflege tätig oder in der Drogerie oder einen akademischen Grad hast. Wenn Du einen bestimmten Job willst, qualifiziere Dich, bewirb Dich, arbeite. Kann ich bei vielen deutschen Leuten leider so nicht erkennen.
FreundInnen, die tagsüber beten, sind mir persönlich weniger suspekt als die Menschen, die christliche Werte predigen, diese aber nicht leben und höchstens an Weihnachten in die Kirche gehen. Wenn abends unsere Ramadanlichterkette leuchtet, dann wärmt das mein Herz. Dieses Licht erinnert mich an die, die nun zusammen essen, die Zusammenhalt feiern und auch an all die schönen Rezepte, die ich Dank meiner islamischen FreundInnen kenne. Es erinnert mich aber auch daran, dass wir Christen bald Ostern feiern und dass wir in einer Welt leben, in der alles möglich ist.

Was wäre, wenn wir gerade während der Fastenzeit etwas christlicher denken und feststellen: Sie alle sind Deutschland, wir alle sind Deutschland?!

Dieses Wunschbild ist KI-generiert