15.9.26

Reisen

Früher ging ich zum Bahnhof,  kaufte mein Ticket, setzte mich in den Zug und kam an. 
Ende der Geschichte.
Heute, nach nunmehr 33 Jahren BahnerFAHRung kann ich sagen, ich bin genug gereist. Inzwischen traue ich mich schon gar nicht mehr an längere Strecken, weil ich mir die drei Tage Erholung danach gar nicht leisten kann. Ich bin früher mit der Bahn nach Dresden, Hamburg, Berlin und Amsterdam gereist, alles kein Problem. Heutzutage ist es schon Glück,  wenn Frankfurt- Baden-Baden halbwegs klappt. 
Allerdings muss ich sagen,  dass der Nahverkehr meistens super ist. Ich bin damit schon mehrfach schneller wieder zuhause gewesen als mit dem geplanten ICE.
Und deshalb bin ich auch weiterhin für ein erschwingliches Deutschlandticket für alle. Es ist einfach großartig, mit meinem Baden-Badener Ticket zu Omi mit dem Bus im Westerwald fahren zu können. Aber auch die Regionalbahnen zwischen Koblenz, Mainz und dem Bodensee liebe ich.  
Ich bin schneller in der Pfalz als mit dem ICE, seit ich das verstanden habe, bin ich die Strecke nie wieder mit dem ICE gefahren, zu oft kamen Störungen dazwischen und ich musste ausweichen- warum dann nicht gleich ohne zu buchen Deutschlandticket fahren?
Das alles lernt frau aber halt nur beim Unterwegssein. Was ich, wenn das Ticket noch teurer wird, nutzen sollte. Aber ich bin müde. 




14.9.26

Buchtipp: Schwestern der Versöhnung

Wie viel Größe und Respekt gehört dazu, die Mutter des Attentäters anzurufen, der Rosalines Bruder, einen Priester, getötet hat? Und wie viel Mut und Wertschätzung gehört dazu, dass Nassera der Kontaktaufnahme zustimmt und auch den Wunsch teilt,  weiter in Kontakt zu bleiben?
Über dieses große Unglück, das über beide Familien hereingebrochen ist,  wächst das Wunder der Freundinnenschaft.
Das Buch von Samuel Lieven berichtet von der ersten Begegnung, von beiden Familien und gemeinsamen Besuchen an den Gräbern, vor allem aber sind die aufgenommenen Gespräche heilsam und weise. Die beiden Frauen geben einander eine Chance und so entsteht etwas Besonderes.
 Leider gibt es einige Tippfehler, aber alles in allem ist das ein gutes Buch. 
Weil die Botschaften darin wertvoll sind. 
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13.9.26

katismerch auf Instagram

Ich habe Dir schon von katismerch erzählt, sie hatte eine zauberhafte Karte für meine Freundin im Shop und bietet alle paar Monate auch SnailMails an. 
Ich mag die in diesem Jahr plötzlich auf Threads und Instagram aufgetauchten SnailMails und kleinen Shops von Künstlerinnen sehr und katismerch ist eine davon. 
Zuerst habe ich besagte Karte bestellt, dann ist Zilo zu mir geflattert und ich kann die Oktoberpost schon kaum erwarten. Bei katismerch gibt es keine monatliche Post und ein Abo muss ich auch nicht abschließen, Du kannst aber Post für alle Jahreszeiten bekommen - und in ihrem Shop finden sich immer wieder schöne andere Dinge. 
Daher zeige ich Dir heute mal die Post von Zilo aus dem Sommer - und schau doch mal bei katismerch vorbei.
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Post von Zilo


12.9.26

Eine einfache Büroklammer

1940 befestigten Menschen in Norwegen Büroklammern sichtbar an ihrer Kleidung. Dies sollte Zusammenhalt bedeuten - gegen Nazis. 
Auch jetzt gibt es diese Botschaft quer durch Social Media - und ich erzähle Dir davon, weil ich eine blaue Büroklammer gefunden habe. Ausgerechnet eine blaue! Ich sage ja immer "holen wir uns unser Blau zurück" und sinnbildlich steht nun diese meine kleine Büroklammer doppelt für "Ich habe kein Verständnis für Nazis".
Lass uns laut und sichtbar bleiben - für die Menschen, die wir lieben!




11.9.26

Erinnerungen an 9/11

Es ist nun 25 Jahre her und ein Freund hat recht behalten: Als er mir in unserer Teeküche im Büro sagte: "Hast du mitbekommen, was in den USA passiert ist?" und ich den Kopf schüttelte, erzählte er mir von den Terroranschlägen und fügte hinzu: "Du wirst nie vergessen, wer es dir erzählt hat und wo du an diesem Tag gewesen bist." Und genau so ist es gekommen.
Ich hatte an diesem Tag Frühschicht und geplant, mit Stefs Hund danach einen schönen langen Spaziergang durch den Wald nach Hause zu machen. Am Abend wollten wir zusammen kochen, das taten wir oft. 
Wenn das Leben dazwischen kommt, ändern sich Pläne. 
Stef musste länger arbeiten und wollte das auch, sie hatte zur Zeit der Anschläge gerade ihre Radiosendung und entschied mit den Verantwortlichen, in eine Informationssendung umzuswitchen und so lange dazubleiben wie es eben nötig war. 
Ich konnte es kaum erwarten, neue Informationen zu bekommen und eilte mit dem Hund nach Hause, hörte dort Stefs Radiosendung und sah parallel - weil ich ihn so mag - Peter Klöppel in einer RTL-Sondersendung im Fernsehen. Immer, wenn bei Stef Musik lief, schaltete ich den Ton im TV ein, wenn sie sprach, wieder aus und hörte ihr zu. Begreifen konnte ich das, was ich sah und hörte, kaum.
Mir wurde eiskalt. Diese Kälte verschwand über Tage nicht aus mir. Ich hatte bisher geahnt, dass es das Böse gibt, gewusst, dass es Ungerechtigkeiten gibt und Kriege, das aber war jenseits meiner Vorstellungskraft.
Zehn Tage später war das SWR3 New Pop Festival geplant und erstmals hätten nur Bands aus den USA kommen sollen - es wurde abgesagt. Aus dieser Zeit stammt "Camera One" der Josh Joplin Group, das Stef und ich im Auto in den Monaten zuvor rauf und runter gegrölt hatten. Statt des Festivals bei uns gab es in den USA das "A Tribute to Heroes" Konzert, bei dem u.a. Alicia Keys auftrat. Doch auch bei diesen Bildern konnten wir nicht fassen, was geschehen war. 
"Only Time" von Enya wurde zur Hymne, bis heute ist es für mich ein Lied, das tröstet. 
Zeit, die alles weiß, Zeit, die alles kennt. 
Und wir, wir wissen gar nichts.
Wenn jetzt wieder Dokumentationen kommen, auch neue, mit Zeitzeugen, die glücklicherweise noch leben, dann bleibt es auch nach 25 Jahren
unfassbar.


Anmerkung, unbezahlte Werbung: SEPTEMBER ist eine sehr gute Dokumentation aktuell in der ARD Mediathek 

10.9.26

Ravioliliebe

Im Sommer 1995 wollte ich unbedingt hier in Baden-Baden einen Ferienjob beim Radio machen. Als Azubi in Bonn hatte ich nur ein  begrenztes Budget und lebte für knapp sechs Wochen in der Jugendherberge. 
Also rechnete ich mir aus, dass ich mit dem morgendlichen Jugendherbergsfrühstück und einer Dose Ravioli pro Tag auskommen musste. Die teilte ich auf zwei Mahlzeiten auf und aß sie kalt aus der Dose.
Danach verzichtete ich längere Zeit auf Ravioli, irgendwann jedoch musste immer eine Dose als Vorrat vorhanden sein. In diesem Sommer 2026 habe ich aufgrund der Hitze kaum gekocht und ab und zu, nicht so häufig wie im Sommer 1995, aber doch regelmäßig, gab es wieder kalte Ravioli aus der Dose. Gestern habe ich die letzte von verschiedenen Marken verbraucht und ich muss sagen, die vielen Sorten,  die es inzwischen gibt, macht es abwechslungsreicher 😅 Dadurch kann ich auch nicht wirklich sagen, welche ich am schmackhaftesten finde,  die von Netto vielleicht einen Tick mehr als die anderen. Aber sie sind alle toll auf ihre Art. 
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Das Bild ist KI-generiert 



9.9.26

Glück gekauft

Ich habe es getan!
Ich bin seit dieser Woche im Besitz einer Jahreskarte fürs Schwimmbad. Call me crazy, aber ich habe noch nie so weit im Voraus geplant, Geld ausgegeben oder in etwas Ungewisses investiert.
Das waren meine Gedanken:
Was, wenn ich es nicht schaffe, weil ich zu erschöpft bin?
Was, wenn ich krank werde?
Was, wenn sie das Bad sanieren?
Was, wenn ich komische Arbeitszeiten bekomme?
Was, wenn es einfach zu viel Geld kostet?
Und so weiter. 
Dann habe ich es umgedreht:
Sport ist gut.
Schwimmen macht glücklich.
Ich gehe eh nur morgens eine halbe Stunde direkt nach dem Aufstehen, das ist die fitteste Stunde meines Tages.
Und da die PS-Lose der Sparkasse diesen Monat ausbezahlt wurden,  hier spart man immer ein Jahr lang, fehlt mir das Geld auch nicht. 
Manchmal fügt sich alles. Und der Moment,  in dem ich ins Wasser abtauche oder auch dann,  wenn ich ohne Pause dreißig Minuten geschwommen bin: unbeschreiblich.

Das Bild ist KI-generiert