30.12.21

Buchtipps: Die Lockdown-WG und Weihnachten in der Lockdown-WG von Mimi J Poppersen

Ich bin wie Ihr wisst ein Instagram-Opfer. Was ich da an Werbung sehe muss ich oftmals haben, wenn ich nicht schnell genug die Augen schließe 😂Normalerweise kaufe ich im lokalen Buchhandel in meinem Lieblingsbuchladen, aber diese beiden Bücher gibt es nur bei Amazon. Also: Ausnahme!

Die Geschichte ist so wundervoll erzählt und die Personen so facettenreich - ich habe das erste Buch von der ersten Seite, ach was, Zeile, an geliebt! Wer schrullig ist, wird Menschenfreund, wer schüchtern ist, taut auf - diese Gemeinschaft in diesem Haus wünscht man sich für sein eigenes (in dem leider zuviele Freaks und Egomanen wohnen, hier kann man leider so gar nicht ansetzen). 

Zum Glück gibt es noch einen zweiten Teil in den man abtauchen kann. Weihnachten in der Lockdown-WG erzählt vom  Eingeschneitsein, von der Liebe, von Freundschaften und es ist eben die Fortsetzung eines ersten geliebten Bandes. Es sind in beiden nur wenige Tippfehler drin, was mich sonst immer immens stört, aber für Selfpublishing ist dieses Werk samt wunderschönem Cover ein perfektes! Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen und überlege immer noch, wie es den Leuten darin wohl gehen mag. Ich hoffe auf einen dritten Teil :) Die Katzen haben natürlich mitgelesen, sie mochten es auch.

 





 

22.12.21

BUCHTIPP: Nina Bach - Stadt Land Herz

Ich liebe Romane, in denen ich nicht groß denken muss. So Fantasykram mit etlichen Figuren hab ich früher mal gelesen, auch dicke Wälzer, aber inzwischen brauche ich in meinem bewegten Leben Feelgood-Bücher und Gutes aus dem richtigen Leben. Nichts anderes ist der zweite Teil von Nina Bach, bekannt als Kristina Hortenbach-Promireporterin.

Der zweite Teil ist noch besser als der erste:

Als ich den ersten Teil las, wünschte ich mir so so sehr einen zweiten und dass dieser jetzt schon erschienen ist, war für mich pures Glück. Denn diese Geschichte macht glücklich. Es ist so ein Buch, bei dem man schnell weiterlesen möchte um die ganze spannend-lustige Geschichte rasch zu erfahren, man aber auch gleichzeitig langsamer lesen will, um möglichst lange etwas von dem Buch zu haben. Nathalie und Ina zeigen, wie wichtig Freundinnen sind. Wie schön es ist, sich alles erzählen zu können. Die anderen Personen sind so wundervoll beschrieben, dass man selbst gerne Teil dieser Menschen wäre. Der skurrile Chef, der attraktive Nick, die Dialekt sprechenden Eltern und Zitate von der Oma - kurz gesagt es ist ein perfektes Buch für mich. Ein Glücklichmacher. 

Der Spagat zwischen Schwarzwald und Berlin, Job und Familie, Überraschungen und Wendungen glückt sehr. Ich kann beide Bücher als Geschenk im Doppelpack sehr empfehlen!

 


 

1.12.21

Liebe Stef - drei Jahre ohne Dich

Man musste Dich immer an Daten erinnern. An Geburtstage, Termine, sogar Deine Yogastunden. Du hast aber Wert darauf gelegt, anzurufen, zu gratulieren, auch wenn es abends eine Party gab und Du das Geburtstagskind dann sowieso sahst. "Erinnere mich bitte an.." sagtest Du, hast Dich blind darauf verlassen, dass wir Dein Kalender waren. Klar, Du hast Dir Dinge notiert, sie im Handy gespeichert. Aber verlassen hast Du Dich auf uns. VERLASSEN HAST DU UNS. Vor drei Jahren an diesem Tag. Unfassbar, als wäre es gestern gewesen droht diese Zahl - dieser erste Dezembertag - das ganze Jahr über. Denn Du fehlst nicht nur heute. Sondern immer. Du bist zu früh gegangen und ich kann mich noch immer nicht daran gewöhnen. Insgeheim warte ich darauf, dass Du wie üblich plötzlich auftauchst, den Raum einnimmst oder mir im Wald begegnest, mir einen Klaps auf den Rücken verpasst und sagst: "na altes Haus, erzähl mal, wir haben ja ewig nicht geredet". "Erzähl mir was" hast Du oft zu mir gesagt. Ich wünschte, es wäre nochmal so. Und ich glaube,  dann würde ich schweigen. Weil das mit dir auch immer ging. 

 


 

22.11.21

Willkür und Machtmissbrauch im ÖPNV

Ich fahre Bus, schon seit ich denken kann. Letzte Woche war ich wie alle paar Wochen auf dem Land unterwegs und nahm dort einen Bus, der nur alle 2 Stunden fährt. Er kommt normalerweise immer pünktlich am Bahnhof an, sodass ich elf Minuten zum Umsteigen in den Zug habe. Die Fahrer und Fahrerinnen immer mega freundlich und zuvorkommend.

Diesmal jedoch fuhr eine mir unbekannte Person, wild telefonierend auf der kompletten Fahrt und andere Autofahrer anschreiend und anhupend, sehr aggressiv. Als wir am Bahnhof ankamen waren wir eine Minute verspätet, kamen aber wegen Staus vor einer Parkhauszufahrt noch nicht zum Bussteig. Ich ging nach vorne und bat: "Können Sie mich hier bitte rauslassen? Ich habe ein Sparpreisticket mit Zugbindung, zu Fuß schaffe ich den Zug noch".
Schrie die Frau mich an, das ginge aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht. Die Busfahrerin, die zuvor auf dem ganzen Weg privat telefoniert hatte. Versicherung. Kannste Dir nicht ausdenken. Versicherung! Sie schrie mich an ich soll mich setzen, ihr sei es egal, man müsse eben Verspätungen einplanen. Richtig. Mache ich immer. Aber wenn ein Bus nur alle 2 Stunden fährt und es Zeiten wie Zugbindung gibt, dies aber immer schon klappte - egal, Ermessenssache. Ihre Ermessenssache. Weiteres Geschrei, als sie mich dann am ersten Bussteig 16 min verspätet rauslassen wollte und ich sagte, das müsse sie nicht, der Zug sei weg. "Raus jetzt hier" schrie sie in ihrer Ermessenssache. Kostete mich dann ein neues Zugticket und zwei weitere Stunden. Lebenszeit. Und Lesezeit, ich hatte zum Glück ein gutes Buch dabei.

Fazit: Öfter mal daran denken, was Entscheidungen bewirken. Was es bedeutet, wenn man Verantwortung für ein großes Fahrzeug mit Menschen darin übernimmt. Was generell die eigenen Entscheidungen auch für andere Menschen bedeuten. Und ob man einfach weiter als Arschloch durchs Leben gehen will oder versucht gut und freundlich zu sein. Ist Ermessenssache. 😉


13.11.21

Danke für alles

 Bald ist Stef schon 3 Jahre nicht mehr bei uns. Für einen Verein habe ich diesen Text über sie geschrieben, er kann aber nun doch nicht gedruckt werden, also veröffentliche ich ihn hier:

Ich habe keine direkte Angehörige verloren. Kein Kind, keine Schwester, keine Tante. Und doch war dieser Mensch dies alles. Direkte Angehörige im Sinne von enger Freundin, keine Blutsverwandte. Aber wir konnten Quatsch machen wie Geschwister, ernst sein wie Freundinnen, uns gegenseitig Rat geben wie Tochter und Mutter – und Mutter und Tochter.
Über die Arbeit reden wie Kollegen und miteinander schweigen wie ein Ehepaar.
Wir hatten beide all diese Rollen im Leben der anderen. Wir waren fast 25 Jahre befreundet.

Natürlich gab es auch mal Streit oder Zeiten, in denen wir uns wenig zu sagen hatten.
Dennoch haben wir uns immer wieder zusammengerauft.
Es war keine Freundschaft, die man einfach „kündigt“. Wir waren so unterschiedlich und doch gleich. Haben uns gegenseitig Dinge gelehrt:
An mir hat sie irgendwie „bewundert“, dass ich so gut alleine sein kann. Ich mochte an ihr besonders, dass sie auf jeden Menschen mit einem großen Vertrauen zuging. Während ich erst einmal vorsichtig bin, sagte sie immer, dass jemand nicht gut ist, müsse ihr erst einmal bewiesen werden.
Sie fragte mich aber auch gerne nach meiner Einschätzung und zeigte mir dafür, wie man Thailändisch kocht oder Sushi wickelt. Wir konnten miteinander Tränen lachen - und weinen. Sie war „Verbindung“ für viele unterschiedliche Freunde und liebte es, alle an einen Tisch zu bringen. Aber auch stille Abende allein, gemeinsames Lesen und über Geschichten Austauschen gab es. Während sie meine Lieblingsbücher häufig mit einem Augenzwinkern als „Schund“ betitelte, weil darin oft Menschen starben und von Lebensschicksalen erzählt wurde, bevorzugte sie Fantasy und sehr verwobene Geschichten, aber auch Jugendbücher. Sie schenkte mir Harry Potter lange vor dem Hype und erzählte mir begeistert von Wesen aus Geschichten, die ich mir sogleich bildlich vorstellen konnte.
Musik musste laut sein – oder sehr leise. Wir trafen uns da meist in der Mitte, wobei sie sich bei unseren Autofahrten auch sehr auf mich einstellte und wir „unsere Songs“ fanden. Wir spielten Songs an und errieten die Titel. Und wir sangen mit. Laut und falsch ich, laut und schön sie.

Sie fehlt seit fast drei Jahren. Eingeschlafen und nicht mehr erwacht. Ich finde, das ist kein schöner Tod. Was damit zu tun hat, dass ich den Tod nicht schön finden kann. Andere sagen, doch, sie hat nichts bemerkt. Ich möchte Dinge gern zuende bringen, die Kontrolle haben. Außerdem war sie viel zu jung.
Ich hatte mal Krebs. Ich habe überlebt. Ich weiß, ich möchte mich verabschieden können und mich noch lange nicht mit meinem Tod und dem von anderen auseinandersetzen. Und trotzdem begleitet er mich jeden Tag.
Seit sie fort ist, ist der Tod immer präsent für mich.
Seit sie fort ist, ist sie immer bei mir.






9.11.21

wenn der Kater schön guckt

 Wir haben im Bad ein Bänkchen, auf dem Shirin, der rote Kater, immer sitzt und wartet bis die Muddi zuende geduscht hat. Er hat zwar zu diesem Zeitpunkt schon Minimum 2x Frühstück bekommen, aber da er zu dünn ist darf er immer essen wann er möchte. Neulich schien die Sonne so auf ihn drauf, dass wir es in einem Fotostudio nicht besser hätten beleuchten können.





5.11.21

wunderschöner Herbst

 Ich stehe eigentlich nicht gerne früh auf. Wenn ich jedoch mit niemandem reden muss und in die Natur kann, liebe ich das Frühaufstehen. Und oft ist es auch so, dass der Regen dann gerade aufgehört hat oder es noch gar nicht regnet - und ich radle fröhlich vor mich hin. Hier sind einige Bilder für Euch: