20.8.26

Schwimmliebe

Petrichor, der Duft von Regen auf dem trockenen Boden - unbeschreiblich. Wenn es diesen Sommer regnet, stehe ich im Badeanzug auf dem Balkon - mittendrin. Regen ist nicht gleich Regen. Mal ist er warm und weich, meistens aber kalt und mehr als erfrischend.
Mein Sternzeichen ist Fische, schon deshalb könnte es sein, dass ich Wasser liebe.
 Wasser ist einfach mein Element!  
Während mein Umfeld Cola trinkt oder diese ganzen komischen Sirupsorten konsumiert, weil Wasser angeblich nicht schmeckt, brauche ich ständig Wasser, dabei ist es mir gleich, ob aus dem Wasserhahn oder mit Kohlensäure aus der Flasche. Jede meiner Zellen sehnt sich nach Wasser. Gerade in diesem Sommer, der uns alles abverlangt, gehe ich nicht ohne Wasserflasche aus dem Haus. 
Und dann ist da meine große Leidenschaft: Das Schwimmen.
Vor zwei Jahren erschien Meike Werkmeisters "Am Himmel funkelt ein neuer Tag". In diesem Buch schwimmen Frauen in englischen Ponds und ich konnte mir kaum etwas Schöneres vorstellen. Leider habe ich es seither nicht nach London geschafft. Aber die Sehnsucht rief, ich schwamm im Bodensee, der ist nur leider nicht direkt vor der Tür.
Im Winter 2025 habe ich die Autorin Libby Page entdeckt und dann alle ihre Bücher gebraucht gekauft und gelesen. Mit dabei: "Im Freibad", das auch unter dem Titel "Schwimmen mit Rosemary" erschienen ist. Ich hatte es ganz kurz Anfang Dezember hier im Blog als Buchtipp.
In dieser Geschichte wird versucht, ein Freibad zu retten. Auch unser Freibad sollte vor über 20 Jahren geschlossen werden, eine Bürgerinitiative (auch mit meiner Unterstützung) rettete es. Unser "neues" Bertholdbad ist inzwischen schon 56 Jahre alt, aber genau diese Retro-Atmosphäre mag ich daran. In Libby Pages Buch wird von Kate erzählt, die über Rosemary und die anderen Schwimmenden in der Zeitung schreiben soll. Die ganze Zeit hatte ich unser Bertholdbad vor Augen und war da noch gar nicht sicher, ob ich wieder wie früher dort schwimmen gehen soll.
Mich zieht es eigentlich ganzjährig ans Meer, leider wäre mir eine so weite Reise gerade zu anstrengend. An den Bodensee als Ersatz? Normalerweise immer, aber in diesem Sommer hat es nicht geklappt. Als ich im Januar auf dem zugefrorenen Bodenseeufer stand, war ich mir sicher, auch in diesem Jahr zum Schwimmen zurückzukehren, aber bei dem Niedrigwasser verzichte ich - und die Reise ist, obwohl der Zug durchfährt, zumindest zurück anstrengend, da weiß man am Wochenende nicht, ob man in Baden-Baden raus kommt oder ob man bis Karlsruhe mitfahren muss. Nächstes Jahr fahre ich dann wieder unter der Woche, da muss es einfach klappen! 
Das Schwimmen oder Nichtschwimmen ziept aber immer sehnsuchtsvoll in meinem Herzen und diesen Sommer besonders und so konnte ich mir kein größeres Geschenk machen, als eine 12er-Karte unseres Schwimmbades zu kaufen. Ich hatte zuvor wochenlang überlegt, wie ich an einen See kommen kann, musste dann aber aufgrund der Hitze kapitulieren - ich kann keine 40 min hinradeln, schwimmen und dann nochmal 40min zurück. Da müsste ich schon morgens um 6 Uhr schwimmen können, aber die Badestellen öffnen erst um 8 Uhr oder später. Auch die anderen Freibäder sind entweder unerreichbar oder zu spät geöffnet. Ich habe mir gedacht, wenn ich die 12er-Karte nicht schaffe, dann gehe ich ab Herbst ins Hallenbad, das ist direkt neben dem Freibad. Auch da kann man frühmorgens ab 7:30 Uhr schwimmen, danach kommen die Schulen und es ist erst am Nachmittag wieder geöffnet, aber am Wochenende kann man auch früh hingehen. Ich mag nicht später, weil dann zu viele Menschen da sind. Jetzt am Morgen ist es wie früher und ich frage mich, während ich bald eine zweite 12er-Karte kaufen muss, warum ich das Ziepen die ganze Zeit überhört und weggeschoben habe. Natürlich war da früher dieser Job, wer 14 Std arbeitet, schläft nur und schwimmt nicht. Dann war ich nach Corona nochmal tagsüber da, da standen sie alle im Becken, war so gar nichts für mich. Und 5,50 Euro Eintritt ist nun auch nicht gerade geschenkt, ich würde mir eigentlich so eine Happy Hour am frühen Morgen wünschen, halbe Stunde schwimmen, 2,50 Euro. Aber okay, jetzt denke ich, mit der 12er- Karte ist es günstiger und ich unterstütze das Bad ja auch damit. Habe kürzlich gelesen, dass die Freibäder diesen Sommer überrannt wurden. Ob dies hilft, die Finanzlöcher zu stopfen, weiß man leider erst am Ende der Saison. Vielleicht bedeutet also das Ende der Freibadsaison für mich in diesem Jahr nicht das Ende der Schwimmsaison. Ich bin nicht nur sehnsüchtig, ich bin süchtig danach,  ich liebs einfach, der erste Moment im Wasser, dann ziehe ich meine Bahnen,  bis ich nichts mehr denke - es ist einfach wunderbar. Auch wenn mir im Winter das Aufstehen im Dunkeln sicher schwerer fallen wird. Wir werden sehen. Aktuell ist das wiederentdeckte Schwimmbadschwimmen auf meinem Arbeitsweg das Herrlichste, was mich überaus glücklich macht!






19.8.26

Was Nettes sagen

Ich weiß, man sagt "nett ist die kleine Schwester von scheiße" aber wie kommt man darauf? 
Ja, Sprache ist dynamisch und ich benutze heute auch genderneutrale Begriffe oder  "Innen", wenn es mir gerade passt,  aber es gibt so viele alte Worte, deren Bedeutung heute vergessen ist.  Wenn ich etwas Nettes sage, bereite ich jemandem doch damit eine Freude. Und einen famosen Tag möchten wird doch alle haben🤭
Mumpitz, denkst Du vielleicht, was ich da schreibe, sind doch Kinkerlitzchen.
Vielleicht.
Aber wenn ich der Kollegin sage,  dass mir ihre Arbeit gut gefällt oder der Frau auf der Straße, deren Sonnenblumenkleid mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte, dass sie ein schönes Kleid trägt, dann breche ich mir keinen Zacken aus der Krone.
Das Bild ist KI-generiert,
aber die Frau mit einem Sonnenblumenkleid gab es letzte Woche wirklich 


18.8.26

Neues aus der NachbARSCHaft

Wann ist das passiert, dass Menschen sich so benehmen dürfen und wir die Freaks sind? Bin ich jetzt alt und die nachfolgenden Generationen unerzogen oder was?
Dass Leute dumm in der Bustür stehen - geschenkt. Die dürfen nämlich immer mit mir aussteigen, breit genug bin ich, die nehme ich einfach mit raus und erkläre es ihnen auch. Aber was tut man gegen laute und rücksichtslose Nachbarn? Reden hilft nicht, Mails, Briefe und Gesetzestexte helfen nicht, Polizei hilft nicht - und das Schlimme: sie erziehen (oder vielmehr erziehen nicht) Kinder. Was bewegt Menschen dazu, ihre persönlichsten Telefonate auf dem Balkon zu führen? Ich war vorgestern versucht, den NachbARSCH während seines Gesprächs über seine Großmutter zu bitten, ob er sie fragen kann, ob er nochmal bei ihr übernachten könnte. Fände ich persönlich SEHR nett.
Der NachbARSCH auf der anderen Seite raucht übrigens immer dann,  wenn der Telefonierer gerade seine Kippe fertiggeraucht hat. In einer 40 Grad Dachwohnung zieht das alles schön rein. Auch der Rauch, den der laut Folklore-Musik hörende NachbARSCH aus dem Nebenhaus verursacht, weil er sein klatschnasses Grillgut auf den verschmutzten Rost auflegt. Ein Wunder, dass die alle noch draußen rumlaufen können, anstatt mit Magenbeschwerden drin zu bleiben. Dessen Kinder sind echt süß, weshalb zumindest die Mutter neben dem verlottert aussehenden Vater (er vergisst auch mal eine Bierflasche im Vorgarten, aber das ist bestimmt nur wegen der Schnecken) einen guten Job macht. Der muntere kleine Sohn erzählt den ganzen Tag und Abend, wenn mal keine Musik läuft - und das bis nach Mitternacht, übermüdetes sirenenartiges Geheule inklusive. Auf der Straße. 
Wenn Musik läuft, reden die Erwachsenen darüber hinweg. An normalen Abenden. Am Sonntag haben sie so laut gebrüllt und sich gegenseitig noch aufgestachelt, dass sie die Rufe einer Nachbarin nicht gehört haben. Als ich dann rüberbrüllte, ich bin näher dran, wurden sie erstmal leiser. Da war ich schon etwas stolz auf meinen Mut. Denn alle anderen hörten mich ja auch😅 Leider haben sie danach drinnen weiter gekreischt - über die Musik hinweg, aber dann haben andere sich auch beschwert, zumal die Männer sich draußen laut unterhalten haben.
Übertönt werden wir alle aber ganztägig von Menschen ganz unten in unserem Haus, deren ca. neunjähriger Sohn wahlweise in der Wohnung Roller fährt oder für einen Marathon trainiert (vielleicht stampft er auch nur so auf, um Osteoporose vorzubeugen), sie selbst haben jede Nacht Gäste, die ab 22 Uhr bekocht werden und zwischendurch ihr Geschrei vor der Wohnung anstatt darin fortführen. Sind auch Menschen mit sonnigem Gemüt, sie kichern in den höchsten Tönen.
In der Papiertonne liegen dann Küchenrolle und Feuchttücher, manchmal aber auch der komplette Küchenmüll, obwohl ihnen erklärt wurde, dass die Tonnen wie im Nachbarhaus in einem solchen Fall nicht geleert werden.
Das räumen wir (es gibt auch gute NachbarInnen) dann immer in die Restmülltonne, damit der RenovierungsnachbARSCH sie nicht wieder versteckt, weil er meint, dass wir dann keine Müllgebühren zahlen müssen. 
Es gibt NachbarInnen, denen ich ihren Urlaub gönne, und es gibt NachbARSCHs, da gönne ich uns ihren Urlaub.
Wenn sie dann endlich losfahren, nachdem das Auto eine Viertelstunde mit laufendem Motor und diesen mit entsprechend lauten, ihn übertönenden Gesprächen und mehrfach zuknallenden Türen einfach nur stand. Geht auch so vor und nach dem Einkaufen. Hauptsache, der Motor läuft und man kann sich und die Straße unterhalten.
Kann sein, dass ich wegen meines Tinnitus empfindlich bin. 
Aber ich weiß, dass es anderswo oft genauso ist. 
Dass Menschen um Ruhe kämpfen müssen, um ihren eigenen Safe Space.
Nicht die, die die Polizei rufen, weil es nachts laut ist oder die tagsüber um Rücksichtnahme bitten, sind falsch.  
Lärm macht krank, die lauten Egomanen sind hier das Problem. Uns sagt die Polizei immer wieder,  dass wir sie rufen dürfen und sollen, wir schämen uns, dass wir sie rufen müssen, es gibt doch bestimmt richtige Verbrechen zu bekämpfen. Und wer tagein, tagaus so tut, als lebe er allein auf der Welt, der (selten die) ändert leider auch nichts, leider sind die auch gegen die Besuche unserer Polizei immun. 
Wenn die Polizei wegen mir käme,  würde ich mich in Grund und Boden schämen - und mich bei den NachbarInnen entschuldigen.
Keiner dieser Leute hat sich je entschuldigt, nein, man wird noch angebrüllt, als habe man selbst etwas falsch gemacht.
Wir haben es hier ansonsten echt schön. Am Morgen um 6 Uhr zum Beispiel. Da schlafen fast alle.  
Nur ich nicht,  ich stehe mal auf und gehe arbeiten, wie noch ein paar Menschen hier. 
Ich überlege dann immer, ob man zu alt sein kann für Klingelmäuschen.🐭
Hab einen schönen Tag 💛
Das Bild ist KI-generiert 
ist aber nicht übertrieben, es könnte ein Foto sein


17.8.26

(Schascha und) Der Buchspazierer

Was hab ich dieses Buch geliebt! Als mir Carsten Henns Buchspazierer in die Hände fiel, habe ich ihn nicht mehr weggelegt und die Geschichte hallt bis heute nach.
Klar, dass das dann auch einer von zwei Kinobesuchen in den letzten sieben Jahren geworden ist. Im Seniorenkino am Nachmittag, weil ich große Veranstaltungen meide und ungern auf Abendtermine warten möchte. 
Was für ein Film! Oft enttäuschen Buchverfilmungen, weil die eigene Vorstellung selten abgebildet werden kann. Doch der Film,  den Du heute im Ersten oder seit ein paar Tagen schon (noch bis Oktober) in der ARD Mediathek sehen kannst, der ist so besonders wie das Buch. Er geht ins Herz und ist so weise.
Und er wurde zum Teil im Rosa Haus in Solingen gedreht. Im richtigen Leben gibt's bei @cutecottageoverload Backkurse, Tea Parties und mehr. 
Und nun gibt es die Buchversion für Kinder ab neun Jahren. Die Geschichte aus der Sicht von Schascha. I love it!!
Was für eine tolle süße Idee😍😍😍😍
Danke, Oetinger!
// unbezahlte Werbung, das Buch wurde für meine kleine fast zehnjährige Freundin in der unabhängigen Buchhandlung Eulennest gekauft



16.8.26

Regenbogenfarben im Alltag und drumherum

Heute gibt's eine neue Collage, diesmal mit drei alten Fotos (rot, blau, lila) und drei aus diesem Jahr. 
Auf dem ersten roten Bild wollten die beiden Kitten mit bereits großen Persönlichkeiten (Kleinerhong und Shirin) nicht ins Bett,  sondern einfach noch draußen sitzen bleiben.
Orange&Grün
Niemals hätte ich gedacht, dass ich mich mal mit Kühlgeräten und Ventilatoren auskennen muss. Solarventilatoren, unsere Rettung diesen Sommer. 
Gelb - Pommes sind frittierte Sonnenstrahlen hab ich mal gelesen und so sind auch die Sticker von @kindasfckcreations - SONNE für mich.
Blau - das war vor vielen Jahren mal ein Shooting in der Oker in Braunschweig mit Anna Waffel Art - som ein schöner Tag 🩵💙 
Lila - das hab ich vor noch mehr Jahren mal gemalt

Mein Leben ist bunt wie ein Regenbogen und in dieser Rubrik zeige ich, wie schön Regenbogenfarben sind 💕 

// unbezahlte Werbung 


15.8.26

15. August

Wieder frage ich: wo ist das Jahr geblieben?
Ich habe zwar viel erlebt, oft war ich aber zu platt für Ausflüge oder es war zu viel auf der Arbeit los,  sodass ich meine FreundInnen seltener gesehen habe.  Jetzt ist in vier Monaten schon Adventszeit und ich weiß,  dass diese vier Monate nochmal voll werden. Aber die Tage rennten immer schneller und die Zeit rinnt durch meine Finger wie Sand.
Archivbild von Shirin ❤️‍🩹


14.8.26

Spruchliebe trifft Kaffeeliebe

Dieses Archivbild stammt aus einer ganz anderen Zeit. Ich hatte so eine Phase,  ich glaube,  da habe ich die meisten meiner FreundInnen ganz verrückt gemacht, weil ich zu jeder Lebenslage ein berühmtes Zitat zum Besten geben konnte😅 Die, die es nicht nervte, waren überrascht, wie viele Aphorismen ich in meinem Kopf hatte. Daraus entstanden dann die ersten E-Mail-Adventskalender, jeden Tag ein Bild im Anhang an Bekannte, KollegInnen und FreundInnen. Inzwischen habe ich dafür keine Zeit mehr und die Sache mit den Sprüchen und Zitaten hat sich verwachsen.
Manchmal.