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1.12.21

Liebe Stef - drei Jahre ohne Dich

Man musste Dich immer an Daten erinnern. An Geburtstage, Termine, sogar Deine Yogastunden. Du hast aber Wert darauf gelegt, anzurufen, zu gratulieren, auch wenn es abends eine Party gab und Du das Geburtstagskind dann sowieso sahst. "Erinnere mich bitte an.." sagtest Du, hast Dich blind darauf verlassen, dass wir Dein Kalender waren. Klar, Du hast Dir Dinge notiert, sie im Handy gespeichert. Aber verlassen hast Du Dich auf uns. VERLASSEN HAST DU UNS. Vor drei Jahren an diesem Tag. Unfassbar, als wäre es gestern gewesen droht diese Zahl - dieser erste Dezembertag - das ganze Jahr über. Denn Du fehlst nicht nur heute. Sondern immer. Du bist zu früh gegangen und ich kann mich noch immer nicht daran gewöhnen. Insgeheim warte ich darauf, dass Du wie üblich plötzlich auftauchst, den Raum einnimmst oder mir im Wald begegnest, mir einen Klaps auf den Rücken verpasst und sagst: "na altes Haus, erzähl mal, wir haben ja ewig nicht geredet". "Erzähl mir was" hast Du oft zu mir gesagt. Ich wünschte, es wäre nochmal so. Und ich glaube,  dann würde ich schweigen. Weil das mit dir auch immer ging. 

 


 

20.6.21

Laab Gai - Kochen bei und mit Freunden

Gestern war ich zum ersten Mal seit sehr langer Zeit bei Freunden eingeladen. Ich erinnere mich nicht einmal, wann ich zuletzt bei Freunden gekocht und gegessen habe. Das liegt nicht nur an Corona, sondern auch daran, dass ich vor Corona viel zuviel gearbeitet habe. Glückliche Umstände haben es mir ermöglicht, dass ich nun in zwei neuen Jobs bin und trotzdem nur die Hälfte der früheren Wochenstunden arbeite. Ich bin immer noch müse von der Zeit davor. 

Als die Einladung kam habe ich erstmals klar gesagt, dass ich gerne abends zuhause bin und deshalb eigentlich nichts unternehme. Wir haben also nachmittags zu kochen begonnen und ich konnte somit nach einem schönen frühen Abend auch wieder früh nach Hause.

Die ersten Schritte in die Thailändische Küche ging Stef mit mir. Zitronengras, der Duft von angeröstetem Knoblauch - Kochen mit ihr war immer ein Erlebnis. Das gestrige Rezept stammt von einer thailändischen Freundin der Familie, bei der ich gestern eingeladen war. Ich werde es - wie die Rezepte von Stef - nie mehr vergessen und immer gerne nachkochen und auf jeden Fall in meinem Herzen tragen.
 

 
Laab Gai
 
Hühnchen ganz klein schneiden und in Fischsauce, Limettensaft und Wasser mit einer Würzmischung "Laab Namtok" aus Chili, geröstetem Klebreis und verschiedenen Gewürzen andünsten bis es gar ist und die Flüssigkeit fast verflogen ist. Koriander nach Belieben und frische Minze hinzugeben. Den Reis im Reiskocher zubereiten und in einer Pfanne Garnelen in Knoblauch anbraten, zum Schluss mit etwas Zucker karamellisieren. Mit Limetten und Frühlingszwiebeln anrichten.