Posts mit dem Label Liebe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Liebe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

18.2.26

Das Leben ist bunt

Ich frage mich immer wieder, was Menschen so sehr triggert, wenn andere ein buntes Leben führen und gelernt haben, sie selbst zu sein - oder auf dem Weg dahin sind. Oder wenn Menschen von anderswo hierher kommen und leben, das ist doch spannend und macht weltoffen, ansonsten gäbe es ja auch für die tollen Deutschen keinen Grund Urlaub im Ausland oder Auslandssemester zu machen.

Es tut niemandem weh, wenn Person A Person B liebt und beide dasselbe Geschlecht haben. Es tut aber anderen weh, wenn sie wegen ihrer Homosexualität tätlich angegriffen oder beleidigt werden. 
Es tut niemandem weh, wenn Kinder bei gleichgeschlechtlichen Eltern heranwachsen, meist ist es sogar besser als bei der Herkunftsfamilie oder bei typisch heteronormativ denkenden Paaren. Wichtig ist es, geliebt zu werden. 
Es tut niemandem weh (außer der Person zunächst selbst, der Weg ist schwierig genug), wenn eine Person sich im eigenen Körper nicht wohlfühlt und erkennt, dass er oder sie Mann oder Frau in Frauen- oder Männerkörper ist.
Es tut niemandem weh, wenn eine Muslima sich dazu entscheidet, das Kopftuch zu tragen - Ordensfrauen im Habit werden schließlich auch nicht gemobbt.
Trotzdem scheinen von all diesen Menschen Gefahren auszugehen, zumindest benehmen sich andere Leute so, auch mit c wie christlich im Parteinamen (ich bin der Meinung, Gott hat uns so gewollt, darum hat er uns eben so wie wir sind geschaffen - queer meine ich damit zum Beispiel).
Für mich gab es als Kind nichts Schöneres, als zusammen mit meiner Freundin Türkisch zu kochen und ihr Kopftuch hat mich überhaupt nicht gestört. Nie. Stattdessen fragte mich ein Familienmitglied, ob ich jetzt auch zur Koranschule ginge. Ja, das tat mir weh, aber nur einen Moment lang - denn ich spürte in meiner ersten Sprachlosigkeit, dass er nicht im Recht war, im Gegenteil, er tat mir später leid, weil er niemals wissen würde, wie schön dieses von ihm verachtete "Multikulti" ist. Wie sehr ich von den Geschichten anderer Menschen profitiere, weil sie mein Leben bereichern. Weil sie im Herzen wie ich sind und wir doch unterschiedlicher Herkunft sind und damit viel zu erzählen haben.
Heute weiß ich: niemand ist im Recht, weil er rechts ist.
Es tut niemandem weh, wenn geflüchtete Menschen hier Zuflucht suchen - hier geboren zu sein ist ein Zufall und kein Privileg. 
Wäre meine Omi damals nicht aus Ostpreußen geflüchtet, gäbe es mich nicht. Auch sie wurde beschimpft und als "fremde Polin" bezeichnet, doch sie war stark und erklärte laut, dass sie Deutsche ist - und zum Glück hörten ihr Menschen zu, zum Beispiel mein Opa, der sich später in sie verliebte.
Viele Geflüchtete oder Zugezogene schließen hier ihre Sprachkurse in einem unfassbaren Tempo ab und machen nebenbei noch Ausbildungen und unterstützen so unser System. Denn sie zahlen Steuern, sie arbeiten in der Pflege oder woanders. Den AfD-Wähler, der arbeitslos und eben nicht arbeitssuchend, sondern ein fauler Troll ist, dem diese Menschen angeblich den Job wegnehmen, möchte ich sehen, wenn er dieses Pensum absolvieren müsste. Viele kümmern sich zusätzlich noch um ihre Kinder oder schicken Geld in die Heimat. Immer wieder bewundere ich die Kraft dieser Menschen und gleichzeitig ihre liebe Art, ihr offenes Aufmichzugehen.
Den Einbürgerungstest würde ich persönlich nicht so einfach bestehen und ich kenne so einige Menschen, die das geschafft haben. 
Einzelne bauen Mist - übrigens stieg die Anzahl ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger seit 2005 um über 70%, während die Kriminalitätsrate um 14 % zurückging - das bedeutet natürlich, dass nicht alle Mist bauen. Sonst müsste ich davon ausgehen, dass der ältere weiße Mann, der sich im leeren Bus kurz vor der Bushaltestelle ganz nah hinter mich stellt, kein Einzelfall ist, sondern, dass alle alten weißen Männer geile Arschlöcher sind. Übrigens auch die jungen Männer, die meinen, auf einem freien Gehweg ganz nah hinter mir laufen zu müssen oder in ähnlichen Situationen einfach Frauen zu nah kommen. 
Ich musste mir neulich sagen lassen, dass so Frauen wie wir still sein müssten, wollen wir nicht in einigen Jahren vom Islam in Deutschland unterdrückt werden, nur weil wir dafür sind, die ganzen Syrer rein zu lassen. Das entsetzt mich noch immer. 
Wie viel weniger unterdrückt ist denn dann bitte eine rechte Hausfrau? Sorry, not sorry. 
Es tut keinem weh, demokratisch zu wählen. 
Es tut aber uns allen weh, wenn eine Partei plant, dass Freunde abgeschoben werden oder Familie aus Vater, Mutter, Kind bestehen soll und dass die Erbschaftssteuer für Reiche abgeschafft wird oder dass Bürgergeldempfangende nach einem halben Jahr sanktioniert werden, wenn sie nicht arbeiten. Das würde wohl einige der Wählenden kalt erwischen. (Man sollte nicht den Ast absägen auf dem man sitzt)
Es geht doch wohl eher darum, die Armen nicht noch ärmer und die Reichen nicht noch reicher zu machen und unser schönes Land wieder zu einen und nicht noch mehr zu spalten. Mir ist nicht klar, warum das nicht verstanden wird. Und warum ein Regenbogen nicht gemocht wird. Das Leben ist ganz schön grau ohne Farben. Und wo das endet, hat uns ja schon Michael Endes Momo gelehrt.
Liebe, Verständnis und Weltoffenheit machen uns reich. Nicht rechte wilde Vorstellungen. Vielleicht nutzen wir die heute beginnende Fastenzeit - und übrigens den gleichzeitigen Ramadan - aufeinander zuzugehen und zu erkennen: wir sind alle Menschen. 

(Quelle 1 im Text verlinkt, Quelle 2 Parteiprogramm und Anträge AfD)

Dieses Bild habe ich bei der letzten Wahl schon gepostet, es zeigt eine Aussage, die ich oft hörte und jetzt wieder höre und meine Meinung dazu



22.6.22

Zuhause sein, wo andere Urlaub machen ODER Die Kirche als Kraftort

 Zur Kirche als Institution habe ich wirklich überhaupt kein verhältnis - nicht mal ein gespaltenes.
Für mich gehören Zölibat und Intoleranz abgeschafft und auf jeden Fall sollten auch Frauen ins Priesteramt etc. Aber ich habe auch eine abslute Schwäche für Kraftorte und eben auch Gtteshäuser - ganz gleich für welche Religion. Ich glaube auch, dass das Kerzeanzünden und Wünschen etwas bringen. Und ich liebe Baden-Baden - hier steht dieses Wunder St. Bernhard, in dem ich mir immer vorstelle, ich sei für einen Moment in Rom oder so.








19.6.22

Tagesausflug nach Lugano

Nachdem ich ja den Nahverkehr mit seiner Pünktlichkeit liebgewonnen hatte, wird mir dies nun etwas durch die 9-Euro-Ticket-Leute verleidet. Ich möchte absolut nichts gegen die Idee sagen, uns Pendlern die Jahreskarte zu vergünstigen. Aber Menschen zu erleben, die zum ersten Mal Zug fahren "weil man es ja mitmachen muss, wenn es fast geschenkt ist" und mit großem Gepäck in den schon vollen Zug bollern, um dann maskenfrei zu fragen, wohin dieser Zug eigentlich fährt - nein Danke. Das habe ich einmal mitgemacht und werde dann eben diesen Sommer auf meine üblichen Ziele verzichten. So werde ich wohl auch den Bodensee erst im September sehen. 

Aber schon sehr lange steht Lugano auf meiner Bucket List. So lange, dass ich gar nicht mehr wusste, wie dieses schöne Fleckchen Erde da hingekommen war oder warum ich die Idee dazu hatte. Virtuell war ich aber seit der ersten Idee schon tausende Male hingereist.
Vor einigen Jahren gab es auch noch eine durchgehende Zugverbindung am Morgen. Die ist jetzt mit einem oder mehreren Umstiegen möglich. Nur die Rückfahrt war früher besser. Jetzt hatte ich die ganze Zeit Bedenken, dass ich nicht rechtzeitig zu den hungrigen Katzen und vor allem in mein Bett zurückkomme. Wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich im tiefsten Herzen Nachtmensch und Langschläfer bin, aber durch die Katzen endet die Nacht vor allem im Sommer morgens um halb 5. Sobald das Vogelgezwitscher draußen losgeht, beschließen auch sie: Der Tag beginnt JETZT! Deshalb gehen wir auch gern früh schlafen und erst, weil eine Freundin meinte, sie nehmen mich mit zurück, dann wäre das Ganze doch kein Problem, rückte mein Tagesausflug-Wunsch in greifbare Nähe.
So fuhr ich gestern also mit dem Zug um 7:17h los, versorgte vorher nach meinen auch noch die Katzen von Freunden und stieg in Zürich mit einer halben Stunde Aufenthalt in den EC nach Lugano.
EC bedeutet in der Schweiz ungefähr Nahverkehrsregionalexpress hier. Ein offener Regionalzug, der nicht an jeder Milchkanne hält, aber fast. Dadurch sieht man aber auch diese atemberaubende Landschaft und hat das Gefühl, schon ab Zürich am Zürichsee vorbei in einer Märchenlandschaft zu sein.

Ich hatte jedenfalls nicht gewusst, wie wunderschön die Schweiz ist, kannte ich bislang doch nur Basel und Schaffhausen und fand es da auch ganz ok, aber nicht so atemberaubend.
Um 12.30, ganz pünktlich, hielt der Zug dann in Lugano. Es war vom ersten Moment an Liebe. Ich hasse Hitze, aber in Lugano fühlt sie sich leicht an. Es geht ein Wind, aber man fühlt sich gewärmt und umarmt. Die Menschen scheinen freundlich und die Gassen irgendwie vertraut. Es gibt eine Zahnradbahn, die ich wohl nächstes Mal benutzen werde. Diesmal führte mich der Weg durch die Stadt und Kirchen an Brunnen zum kleinen Park am Seeufer vorbei und später nach Gandria zum Essen, was ich Euch im nächsten Beitrag vorstelle.

Hier die besten Fotos:
















20.1.19

Buchtipp: Debbie Johnson

Der deutsche Titel SCHLITTSCHUHGLÜCK UND MANDELDUFT ist dermaßen blöd, dass ich lieber nur auf Autorin Debbie Johnson hinweisen möchte. Der Originaltitel "Coming Home to the Comfort Food Cafe" trifft es viel genauer. Ich muss da eine ganze Menge überlesen haben, aber ich habe keine Schlittschuhe gefunden. Mandelduft lass ich noch durchgehen wegen des tollen Cafes.

Jetzt aber zu den Fakten: Ich habe lange nicht mehr ein so besonderes Buch gelesen. Und ich freue mich total, dass es Teil einer ganzen Reihe ist. Erschienen im Heyne-Verlag.

Kate und Zoe kennen sich seit der Schulzeit. Sie sind Freundinnen, Nachbarinnen und Familie - Zoe kümmert sich mit um Kates Tochter Martha, die durch einen One Night Stand entsteht.
Kate stirbt an Krebs, was zunächst ja nicht gerade mein Lieblingsthema ist. Aber der Umgang mit dem Sterben und die Beschreibung der Hinterbliebenen Zoe und Martha und all die anderen Personen, das ist schon was ganz ins Herz Gehendes. Diese Geschichte ist eine Umarmung für Menschen, die gerade jemand verloren haben. Aber auch durch diesen ganz besonderen Humor von Zoe, die Pubertät von Martha zu beschreiben oder auch die Menschen, die sie begleiten, wird es eine locker fluffige Geschichte mit Tiefgang. Wie ein Cupcake mit Füllung. Wie ein Tag am Meer. Wie - einfach lesen müssen.

Zoes Phase der Trauer, immer wieder nach hinten geschoben durch Marthas Trauer und Rebellion, wird so gut beschrieben, die Leute, denen sie in Budbury begegnen, möchte man selbst gern als Freunde haben und die bunte Wohnung gleich mit besitzen. Häuser, die besondere Namen tragen und Menschen mit ihren ganz eigenen Päckchen, die trifft man hier in diesem Buch.

Ich liebe es!


18.11.13

Mit den Liebeskümmerern nicht mehr liebesbekümmert sein

Anstatt der Person, die sich nach Jahren quasi über Nacht gegen einen entscheidet, gehörig in den Allerwertesten zu treten und sie ziehen zu lassen, weil man ahnt, irgendwann kommt jemand, der meinen Wert zu schätzen weiß und mich nicht mehr loslässt, ist man nach einer Trennung einerseits völlig geplättet und fängt andererseits an zu kämpfen.
Es bringt aber meistens nichts.
Erst in dem Moment, in dem ich losgelassen habe und nach vorne blickte, begann mein Leben neu. Aber vorher saß ich vor einem Scherbenhaufen und wusste nicht wohin vor Schmerz. Meine Zukunft schien zerstört. Die vergangenen Jahre verloren oder eine Lüge?
Darüber berichtet Elena-Katharina Sohn in ihrem Buch "Schluss mit Kummer, Liebes" - meine ist eine von 21 Geschichten. Dass Liebeskummer vergeht, mag man nicht glauben und dass sich erwachsene Menschen hängen lassen und trauern, nur weil jemand geht, das ist oft ein Tabu. Man bekommt gesagt "Das wird schon wieder" oder "Reiß dich zusammen", manche Freunde halten das Gejammer nicht aus, man geht sich selbst auf den Geist und glaubt an gar nichts mehr. Mich hat das alles sehr zu mir gebracht. Der Krebs, den ich überlebt hatte, war nicht halb so schlimm wie dieser Herzschmerz. Dennoch bin ich heute glücklicher als früher, vielleicht sogar mehr als je zuvor in meinem Leben.
Ich habe ZUM GLÜCK Elena und ihre Agentur "Die Liebeskümmerer" kennen gelernt und bekam Impulse und Antworten auf Fragen wie "Wird man je wieder glücklich" oder "wieso ist sie gegangen?".
Natürlich halfen auch meine Ärztin und einige Freunde sehr. Auch mein Job, meine Buchveröffentlichung (Mein Krebs heißt Leben) und eine neue Liebe trugen irgendwie zur "Heilung" bei. Ich bin nicht der Meinung, dass Zeit alle Wunden heilt, denn manche Songs kann ich noch immer nicht hören und ich meide bestimmte Städte, aber heute kann ich dankbar für die vergangene schöne gemeinsame Zeit sein und bin mir auch immer bewusst, dass das Zusammensein mit Herzensmenschen  begrenzt ist und man besser das Jetzt genießt und eine Zukunft nicht unbedingt planen muss um sie zu leben.
Wer bleiben möchte, bleibt und wer gehen will, kann gehen - und ich lebe.

Hoodie gibts hier: http://die-liebeskuemmerer.spreadshirt.de/hoodie-kuschelklamotte-A25821348

  

8.9.13

10 Dinge, die ich diesen Sommer getan habe - 10: Frühstück

Man mag denken, frühstücken ist doch nichts besonderes. Man frühstückt täglich. Es ist "nur Essen". Ich habe jedoch selten so viel Zeit, dabei lange zu lesen oder einfach den kleinen Spatzen zuzuschauen, die die Brotkrumen aufpicken oder Herzensmenschen zu treffen, zu sprechen - und das habe ich letzte Woche luxuriös zweimal getan.
Das ist für mich zB Glück: etwas früher als verabredet im Cafe sein (sich überhaupt vor der Arbeit einen Cafebesuch gönnen)und Ichzeit haben oder mittels Gutschein ein Riesenfrühstück wählen - es sind die Momente, die im Leben zählen, die füllen es erst :D


2.3.13

Elke Heidenreich, Die Liebe, Alte Liebe und Verbotene Liebe

Ich hatte neulich das Glück, Elke Heidenreich zu treffen - dass ich das Theaterstück zu ihrem Buch Alte Liebe seit April 2011 13x ohne mich zu langweilen bei uns im Theater gesehen habe, wissen viele von Euch. Und dass ich "Verbotene Liebe" mag, auch. Jetzt werde ich am 18. März umso lieber einschalten weil sie wieder dort mitspielt und ich sie so lieb und freundlich fand, dass mir immer noch ganz warm ums Herz wird. Ihre Bücher zu lesen lohnt sich - es ist immer ein wenig lustig, ein wenig Weltschmerz, viel Leben(serfahrung), Wissen und Humor drin. Mein Lieblingssatz aus dem obigen "Die Liebe"-Buch ist übrigens: "Wir konnten über alles miteinander reden, über das Leben und die Liebe, über Gedichte und Katzen,..."
Dabei fällt mir ein, dass ich Euch noch gar nicht die Bilder aus Alte Liebe gezeigt habe (hier ist mein Lieblingssatz eigentlich kein Satz - "mein Rotkehlchen", was "Harry" Berth Wesselmann mit so wunderbarer Betonung sprach, aber auch Lore, die von Harry erzählt - "ach da kommt ja meine Loooore!"), das sind Lore und Harry und mehr gibt es auf meiner FB-Seite "thisisjessphotography"


14.11.11

Aufmerksamkeit


Dieses Bild hat heute jemand auf Facebook geteilt und ich finde es äußerst interessant. Wenn man nämlich den Gedanken weiterspinnt, können uns doch auch nur die verletzen, die wir lieben - die anderen sind uns egal. Und wenn wir die verletzen, die uns lieben, geschieht das nicht mit Absicht - sondern vielleicht sogar aus der Ignoranz heraus, dem Selbstschutz - dem Sichnichtöffnenkönnen oder -wollen. Wenn man mal ein bisschen aufmerksam durch die Welt geht, finden wir tagtäglich solche Situationen - das Paar, bei dem der eine den anderen (der dann schweigt) anmeckert, weil er die falsche Sorte Wurst in den Einkaufswagen gelegt hat. Der ungeduldige Kollege, die gestresste Verkäuferin. Mit einem lieben Wort kann man so viel heilen - und mit einer bösen Miene so viel zerstören. Es gibt Menschen, die machen uns zu Freunden - oder wir sie - im besten Falle beruht es auf Gegenseitigkeit, ein Gleichgewicht, eine Freundschaft oder Partnerschaft, die wächst und gedeiht, man freut sich, sich zu sehen, zu hören, zu lesen, weiß aber auch, wenn der Alltag mal wieder vorbeirast, man verliert sich dennoch nicht. Im blödesten Fall schauen wir nicht nach rechts und links, Missverständnisse bauen sich auf, es gibt Streit oder Tränen oder beides. Gingen jedoch alle ein bisschen aufmerksamer durchs Leben und redeten miteinander, so würde es Gedanken wie diesen Facebookzettel nicht geben - wir würden die finden, die zu uns passen und die loslassen, die uns eine zeitlang auf unserem Weg begleitet haben - in Liebe, in Dankbarkeit, dass man diese gemeinsame Zeit haben durfte. Für mich ist dieses Foto Anlass, mich daran zu erinnern, wie man noch aufmerksamer sein kann. Für seine Lieben, aber auch für sich. Und: Vor allem für sich selbst. Denn ignorieren wir uns nicht, können wir auch unsere Lieben nicht ignorieren. Weil wir sie brauchen wie die Luft zum Atmen.
Eine gute Woche für Euch von Frau Schess

13.8.11

Erich Fried

Das habe ich heute auf Facebook gelesen und finde es einfach WUNDERSCHÖN:
Aber

Zuerst habe ich mich verliebt
in den Glanz deiner Augen
in dein Lachen
in deine Lebensfreude

Jetzt liebe ich auch dein Weinen
und deine Lebensangst
und die Hilflosigkeit
in deinen Augen

Aber gegen die Angst
will ich dir helfen
denn meine Lebensfreude
ist noch immer der Glanz deiner Augen

Erich Fried

16.6.11

Oups.com

Jeden morgen macht mir die Seite Oups.com auf Facebook sehr viel Freude. Sprüche wie der nachfolgende, dazu Bilder von Oups - jeder Tag beginnt so einfach schöner:
Der Verstand urTEILT. Die Liebe verBINDET.
Leider lässt der Verstand der bedingungslosen Liebe oft keinen Raum.
Lasst uns mit dem Herzen ”DENKEN”.
Alles Liebe Oups

http://www.oups.com

7.6.11

wie wunderbar!

Heute gelesen und mehr habe ich dazu nicht zu sagen
Liebe ist der Wunsch, etwas zu geben, nicht zu erhalten.
(Bertolt Brecht)

1.11.10

Wunder

Gestern war wieder so ein besonderer Tag für mich. Ich habe beruflich viel mit Menschen zu tun und oft kommen Paare zu mir, um Tickets zu kaufen. Manche plaudern aus dem Nähkästchen und bei anderen kann man zwischen den Zeilen gut beobachten.

Gestern war da dieses Paar, weit über 80 Jahre alt, das sich die ganze Zeit an den Händen hielt und nur kurz beim Kartenkauf losließ. Dann drehten sie sich um, nahmen einander bei der Hand und gingen langsam weg, er, der Größere, die eine Schulter leicht nach unten gebeugt und sie, die Kleinere, die Schulter leicht nach oben – man konnte sehen, dass sie immer so gehen, er rechts, sie links und Hand in Hand. Durchs Leben. Schön war das. Dann der Kontrast: Ein Paar, bei dem eindeutig sie die Schlappen anhat – macht ihn nieder, kein Platz ist ihr genehm, bezahlen darf er aber – und er ist die ganze Zeit total nett und freundlich und scheint das Gift an sich abprallen zu lassen. Oder das Paar, bei dem beide lächeln und er ihr zuliebe in ein Ballett geht, obwohl er keine große Lust dazu hat, die dann aber nochmal zurückkommen, um zusätzlich eine Veranstaltung zu buchen, die beiden gefällt und die er sogar ausdrücklich bezahlt und ihren Geldschein an sie zurückgibt, weil er ihr damit eine Freude machen will. Schön sind auch die Begegnungen mit den Menschen, die darum bitten, zum 60. Hochzeitstag die Karten an der Abendkasse abholen zu dürfen, weil der Partner überrascht werden und erst erfahren soll, was sie unternehmen, wenn er vorm Saal steht – in dem man sich kennen gelernt hat und die dann strahlend vor einem stehen und diese Geschichte mit mir teilen. Traurig die Frau, die erzählt, wie ihr Mann kürzlich verstorben ist und sie nun das erste Mal wieder das Theater besuchen – es ver-suchen möchte. Die danach wiederkommt und sagt, sie habe endlich wieder gelacht. Weil sie sich an die schönen Dinge erinnert hat. Und gleich weitere Vorstellungen bucht. Oder die Mutter, die für ihr Kind Tickets für eine Kindervorstellung kauft und sich dabei total freut, dass sie auch mal wieder „Kind sein darf“. Und das Kind strahlt sie an, nach oben, und sie schaut hinunter in die Augen ihres Kindes und die Liebe spiegelt sich in ihnen.

Die Liebe ist ein Wunder. Jeden Tag.

18.10.10

Drei Säulen: Glaube, Liebe, Hoffnung

Glaube
„Der Glaube versetzt Berge“, „ich glaube nicht an Gott“, „Ich glaube an eine Höhere Macht“, „Ich gehe so oft es geht in die Kirche“, „Ich möchte nach Mekka“ - derlei Aussagen gibt es viele, aber was ist Glaube eigentlich? Das an sich selbst Glauben, das im Vordergrund stehen sollte, damit man ALLES schaffen kann, ebenso wie die Zugehörigkeit zu einer Religion. Es gibt Sekten und Gruppierungen, Kirchen und Glaubensrichtungen, so dass für jeden etwas dabei sein sollte. Meist muss man sich für eine Richtung entscheiden, nur im Buddhismus ist erstmal jede Religion willkommen. Doch was ist für den Einzelnen das Richtige? Herausfinden, was einem wichtig ist, SEINEN Weg gehen und sich nicht allzu früh entscheiden zu müssen – das wäre optimal. Ich habe so viele Dinge gelesen, mich hat einfach schon früh alles interessiert, Ideologien der Gurus, die Lehren der Naturvölker, die Weltreligionen, ja, auch der Islam, der immer noch so verurteilt wird, weil sich nicht viele Menschen die Mühe machen, mal dahinter zu schauen. Glauben und glauben lassen, das wünsche ich mir. Ja, Kriege werden und wurden im Namen Gottes geführt, Extreme sind nie gut, aber über allem steht doch nur eines, wenn man sich überlegt, dass Religion nicht gleich Radikalität oder Fanatismus bedeutet: Die Liebe.

Liebe
Wenn man sich mit Menschen über die Liebe unterhält, so bekommt man eine Vielzahl unterschiedlicher Meinungen. Ich weiss nicht, ob es überhaupt ein Thema gibt, das so kontrovers diskutiert werden könnte und gleichzeitig so eindeutig ist – denn Lieben und Geliebtwerden, das wollen wir doch alle und mit Liebe durch die Welt zu gehen ist erstrebenswert.
Von „mir tut keiner mehr weh“ über „in Menschen gehen die seltsamsten Dinge vor“ bis hin zu einem strahlenden „wir sind glücklich“ ist alles dabei. In Songs geht es meist um das Geliebt- oder Verlassenwerden. Die Liebe macht Angst, wenn sie nicht glücklich macht. Aber warum eigentlich? Wenn man sein Herz öffnet, kann man verletzt werden. Ja. Aber man bekommt auch so unendlich viel. Ein lieber Blick, ein Lächeln, menschlich sein im Alltag – diese Glücksmomente erlebt man nur, wenn man lieben und geben kann. Zurückgeliebt werden ist schön, aber auch hier gibt es so viele Facetten: Partnerschaft ist Liebe. Freundschaft ist Liebe. Die Liebe zum Beruf ist Berufung. Offenen Auges (und Herzens) durch die Natur zu gehen, Sonne wie Regen oder Nebel zu genießen, lässt einen voller Ehrfurcht staunen – die Jahreszeiten wahrzunehmen und zu sehen, was die Natur Großes vollbringt, wieder und wieder – das ist ein Wunder.
Genuss zu lieben („Ich liebe Sahnetorte!“), Tierliebe oder die Liebe zu Kindern sind wichtige Bestandteile eines glücklichen Lebens. Wenn man total verarscht wird, muss man seinen Fokus irgendwann auf die richten, die die Liebe annehmen können und möchten.
Auch Verzeihen ist Liebe.
Wenn man gleichberechtigt liebt und dies besiegelt, freuen sich andere Menschen mit – wieso sonst wird zum Beispiel gejubelt und gehupt, wenn nach einer Hochzeit ein Autokorso wie nach einem gewonnenen Fussballspiel durch die Strassen rast? By the way – die Liebe zu einer favorisierten Mannschaft oder das Feiern nach einem Wettkampf, einer Preisverleihung – das ist auch Liebe, Liebe zum Leben. Solange es glücklich macht, ist alles Liebe.
Die Liebe endet nie. Sie wird vielleicht kleiner oder von Schatten überdeckt. Doch wer lieben möchte, tut das, ganz von alleine.
Ich halte es mit Christian Morgenstern: „Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet“

Hoffnung
Die Hoffnung nicht aufgeben, auf Geldsegen hoffen oder darauf, dass man wieder laufen lernt oder nach einer Krebsbehandlung in ein paar Monaten vielleicht schon wieder Haare hat – Hoffnung ist nicht nur ein Sehnsuchtsgefühl, Hoffnung ist stark und lässt einen stark werden. Darauf hoffen, dass man bald mal wieder ein Stück Fleisch auf dem Teller hat oder seinem Kind die zu klein gewordenen Schuhe durch neue ersetzen kann, die Hoffnung, dass Hartz IV erhöht wird, die Hoffnung auf ein besseres Leben – solange die Hoffnung besteht, dass sich die Hoffnung erfüllt, ist alles gut.
Schon Immanuel Kant sagte: „Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen“ - und damit umschreibt er das Leben ziemlich gut: Man braucht etwas, auf das man hoffen kann. Wer nicht mehr hofft, stirbt. Und die Hoffnung bekanntlich zuletzt.