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21.2.26

Buchtipp: Ein Nest voller Träume

Wow. Einfach wow. Dieses Buch lag in einer anderen Stadt vor einem Buchladen bei den Remittenden und zog mich magisch an. Da ich aber Bücher für gewöhnlich nur in meiner unabhängigen Buchhandlung zuhause kaufe, legte ich es zurück. Als ich wieder dort vorbeikam, lag es noch immer da. Und es war Monatsende und es kostete nur 5 Euro und Bücher müssen schießlich gerettet werden - also kaufte ich es doch. 
Dann wanderte es einige Monate, fast ein Jahr, auf meinen SUB (Stapel Ungelesener Bücher) und jetzt, nachdem ich ein Jugendbuch und ein ähnliches anderes gelesen hatte, wollte ich einfach nochmal so ein ähnlich rätselhaftes lesen - und griff zu. Von der ersten Seite an habe ich es nicht bereut. 
Glendy Vanderah schreibt hier über drei Menschen, die unterschiedlicher und doch gleicher nicht sein können und bis zuletzt bleibt es spannend, überraschend und immer voller Liebe. 
Jo ist Ornithologin und schreibt an ihrer Doktorarbeit. Dafür zieht sie über den Sommer für ihre Feldforschung in ein Haus am Waldrand. Schnell lernt sie den zurückgezogen lebenden Nachbarn Gabe kennen und plötzlich steht auch noch ein kleines kluges Mädchen im Schlafanzug vor ihr. Es ist lange nicht klar, ob es weggelaufen ist oder das Buch doch etwas Fantasy beinhaltet und die Kleine aus einer anderen Galaxie, die wie ein Nest aussieht, stammt. 
Jos beste Freundin Tabby ist so zauberhaft wie auch die Beschreibungen, wie sich die verschiedenen Leben immer mehr miteinander verknüpfen.
Alle Personen machen einen Wandel durch, der auf Vertrauen basiert und Offenheit. 
Das Buch ist einfach wundervoll geschrieben, spannend wie ein Film, empathisch und nah - man fühlt einfach alles mit. Ich habe es sehr geliebt und wirklich mitgezittert und wäre wieder einmal sehr gerne in diese Geschichte gekrochen.

Glendy Vanderah
Ein Nest voller Träume
Fischer Verlage 16 EUR 
// unbezahlte Werbung




9.8.22

Ein Buch für meine Seele

Michael Bordt SJ

Die Kunst, die Eltern zu enttäuschen
Vom Mut zum selbstbestimmten Leben
Elisabeth Sandmann Verlag
ISBN 9783945543399
11 EUR

Dieses Büchlein hat es in sich: Auf 94 Seiten dürfen wir lernen, wie okay es sein kann, andere Menschen zu enttäuschen. Und wie wir selbst mit eigenen Enttäuschungen umgehen können.
Michael Boldt ist Jesuit und Philosoph und nimmt uns in diesem leicht in der Tasche mitzunehmenden Buch an die Hand. Ich war versucht, es in einem Rutsch durchzulesen - blätterte dann aber zurück und ließ es mich eine Zeitlang begleiten und Seite für Seite auf mich wirken.

"Enttäuschungen sagen etwas über unsere Erwartungen und Hoffnungen, sie sagen etwas darüber aus, wie wir gerne leben würden. Sie zeigen uns, was uns eigentlich am Herzen liegt und wer wir wirklich sind"

Zusammenfassungen wie diese finden wir vor jedem Kapitel. Der Text ist schlüssig - in jeder Zeile. Normalerweise unterstreiche ich gerne Stellen, die mir wichtig erscheinen - hier ist das gesamte Buch wichtig. Es geht nicht nur um Eltern oder negative Gefühle - es geht um alles, was uns mit anderen Menschen verbindet und die Gedanken, die wir uns um sie machen. Um die innere Haltung und um Grenzen. Aber auch um Freiheit. Michael Bordt beschreibt, was wir kennen - und gibt Tipps. Vieles konnte ich "abnicken" und feststellen, dass ich inzwischen schon ganz "richtig" handle. Aber ein Falsch gibt es ja auch eigentlich nicht, wenn man sich und andere reflektiert und sich bewusst macht, was alles im Leben zusammenspielt, damit wir es "klar" erleben. Wer sich mit sich und anderen aussöhnt, ist auch für andere die angenehmere Person. Wer sich reflektiert und Handlungen anderer zu verstehen beginnt, hebt Irrtümer auf.
Eigene Erwartungen und Erwartungen anderer sind maßgeblich beteiligt, wenn es um Enttäuschungen geht - machen wir uns bewusst, was unsere Erwartungen sind, werden wir mitunter weniger enttäuscht. Wobei enttäuscht werden letztendlich auch zum Heilungsprozess gehören kann.

Es ist kein "Arbeitsbuch", das hätte mich auch abgeschreckt. Auch würde ich es nicht als Sachbuch beschreiben.
Es ist ein Buch, das mir in meiner Sammlung gefehlt hat. Eines dieser Lebensbücher, die ich gerne immer wieder zur Hand nehme und auch bestimmt weiterhin brauchen werde. Und empfehlen, empfehlen werde ich es oft!


 

30.5.22

BUCHTIPP: Julia Holbe Boy meets Girl

Ich liebte schon das erste Buch von Julia Holbe (Unsere glücklichen Tage), aber bei "Boy meets Girl" bin ich unsagbar froh,  dass ich nicht aufs Taschenbuch gewartet habe. Manche Bücher muss man gleich haben. Diese ganze Geschichte wirkt so leicht und gleichzeitig schwer,  aber die Schwere wird durch Gedanken ganz leicht  beschrieben und immer wieder dachte ich, wie mag es wohl im Original Französisch klingen - bis mir gleich wieder einfiel,  das deutsche Buch ist das Original 😅 
Ich liebe Hugo und Rene, ich mag auch Nora's Eltern auf eine gewisse Weise,  aber ganz toll gefällt mir Yann, um den es geht. Ich mag die Bilder in meinem Kopf, wenn es mit Nora und Yann auf den Markt geht oder an Eisenbahnschienen und in Züge oder Autos,  über Brücken und ans Meer und ich mag diese ganze tolle Geschichte! 

25.1.22

Buchtipp: RÜCKBLENDE von Catherine Hall

Zwei Leben, zwei verschiedene Zeiten: Catherine Hall schreibt in ihrem Buch RÜCKBLENDE einerseits Eilzabeths Tagebuch aus 1914/15 und andererseits Jo´s Brief an Suze. 

Die Wechsel sind spannend und ließen mich immer weiterlesen, weil ich sonst hätte vorblättern wollen, um den jeweiligen Teil weiterzulesen. Allerdings hätte mir ja dann wieder die andere Zeit gefehlt, darum habe ich dieses Buch binnen weniger Tage verschlungen.

Elizabeth arbeitet im Brightoner Royal Pavilion, zu dieser Zeit Lazarett für indische Soldaten. Sie ist mit Robert verlobt und muss immer wieder Grenzen erleben, da bestimmte Dinge einfach nicht „schicklich“ sind. 

Jo kehrt aus Afghanistan nach Brighton zurück und erzählt in ihren Briefen an Suze, wie sie das Leben als Kriegsfotografin dort empfunden hat. Parallelen zu Elizabeth und gleichzeitig ab und an das Gefühl, die Menschheit sei „weiter“ – und dann doch wieder Einschränkungen, die einem die Gesellschaft auferlegt.

Es ist ein Buch mit vielen Geschichten, Lebensgeschichten, und die Menschen sind so wundervoll beschrieben, dass man sie meist ins Herz schließt. Ich musste weinen, an zwei Stellen, und berührend ist auch, wie Jo versucht, sich wiederzufinden, nachdem sie Schlimmes in Afghanistan erlebt hat. Dass Elizabeth auf etwas verzichtet und hoffentlich doch glücklich wird, ist auch eine Sache, über die ich lange nachdenken musste. Doch es ist keinesfalls ein bedrückendes Buch. 

Auch habe ich viele Orte in Brighton und Hove wiedererkannt. 

Wie man noch dazu das Leben in Afghanistan so anschaulich erzählen kann und die Fotos der Kriegsfotografin beschreibt, macht das ganze Werk zu einer Collage, einem Bild mit vielen Bildern darin.

Es ist ein Buch, das ich unbedingt in gebundener Form haben wollte. Ein Lebensbuch, eines, in das man immer wieder schauen mag. Du bekommst es aber auch als eBook beim Verlag Krug und Schadenberg und anderen Onlineportalen. 



30.12.21

Buchtipps: Die Lockdown-WG und Weihnachten in der Lockdown-WG von Mimi J Poppersen

Ich bin wie Ihr wisst ein Instagram-Opfer. Was ich da an Werbung sehe muss ich oftmals haben, wenn ich nicht schnell genug die Augen schließe 😂Normalerweise kaufe ich im lokalen Buchhandel in meinem Lieblingsbuchladen, aber diese beiden Bücher gibt es nur bei Amazon. Also: Ausnahme!

Die Geschichte ist so wundervoll erzählt und die Personen so facettenreich - ich habe das erste Buch von der ersten Seite, ach was, Zeile, an geliebt! Wer schrullig ist, wird Menschenfreund, wer schüchtern ist, taut auf - diese Gemeinschaft in diesem Haus wünscht man sich für sein eigenes (in dem leider zuviele Freaks und Egomanen wohnen, hier kann man leider so gar nicht ansetzen). 

Zum Glück gibt es noch einen zweiten Teil in den man abtauchen kann. Weihnachten in der Lockdown-WG erzählt vom  Eingeschneitsein, von der Liebe, von Freundschaften und es ist eben die Fortsetzung eines ersten geliebten Bandes. Es sind in beiden nur wenige Tippfehler drin, was mich sonst immer immens stört, aber für Selfpublishing ist dieses Werk samt wunderschönem Cover ein perfektes! Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen und überlege immer noch, wie es den Leuten darin wohl gehen mag. Ich hoffe auf einen dritten Teil :) Die Katzen haben natürlich mitgelesen, sie mochten es auch.

 





 

22.12.21

BUCHTIPP: Nina Bach - Stadt Land Herz

Ich liebe Romane, in denen ich nicht groß denken muss. So Fantasykram mit etlichen Figuren hab ich früher mal gelesen, auch dicke Wälzer, aber inzwischen brauche ich in meinem bewegten Leben Feelgood-Bücher und Gutes aus dem richtigen Leben. Nichts anderes ist der zweite Teil von Nina Bach, bekannt als Kristina Hortenbach-Promireporterin.

Der zweite Teil ist noch besser als der erste:

Als ich den ersten Teil las, wünschte ich mir so so sehr einen zweiten und dass dieser jetzt schon erschienen ist, war für mich pures Glück. Denn diese Geschichte macht glücklich. Es ist so ein Buch, bei dem man schnell weiterlesen möchte um die ganze spannend-lustige Geschichte rasch zu erfahren, man aber auch gleichzeitig langsamer lesen will, um möglichst lange etwas von dem Buch zu haben. Nathalie und Ina zeigen, wie wichtig Freundinnen sind. Wie schön es ist, sich alles erzählen zu können. Die anderen Personen sind so wundervoll beschrieben, dass man selbst gerne Teil dieser Menschen wäre. Der skurrile Chef, der attraktive Nick, die Dialekt sprechenden Eltern und Zitate von der Oma - kurz gesagt es ist ein perfektes Buch für mich. Ein Glücklichmacher. 

Der Spagat zwischen Schwarzwald und Berlin, Job und Familie, Überraschungen und Wendungen glückt sehr. Ich kann beide Bücher als Geschenk im Doppelpack sehr empfehlen!

 


 

2.7.21

Buchtipps: Das Cafe der Weisen Katzen und Der schönste Grund Briefe zu schreiben

Ich bin ja so ein Instagram - und Facebookwerbungopfer :D Als ich Anna Solyom´s Cafe der Weisen Katzen sah, wusste ich sofort, dass ich es lesen muss. Ich habe zwar einen unglaublich hohen SUB (=Stapel Ungelesener Bücher), da ich in den Jahren vor Corona zu nichts kam, aber man muss ja auch nicht auf die neuen tollen Bücher verzichten. Zumal ich in unserem kleinen Buchladen persönlich bekannt bin und man mir auch immer weiterhilft, wenn ich ein ähnliches Buch wie xy suche oder ein Geschenk oder oder oder.
Dann las ich das Cafe der Weisen Katzen und war nur begeistert. So ein schönes Buch über das Leben und wie es sich unverhofft ändert (und das muss nicht immer schlecht sein). Und darin schreibt Anna Solyom auch von Angeles Donate´s "Der schönste Grund Briefe zu schreiben". Kurz in die Suchmaschine eingegeben war mir klar, auch das werde ich lesen. Im kleinen Buchladen sagte man mir, dass es sich wirklich lohne und auch wenn ich erst die Hälfte durch habe, muss ich sagen, es stimmt. Ein Buch über eine Dorfgemeinschaft, über Menschen, die beginnen, Briefe zu schreiben und Geschichten, die eben das Leben schrieb. Wundervoll!




22.5.21

Buchtipp: Nina Bach - Stadt, Land, Mann

 1. Lesen Sie dieses Buch!

2. Warum meine Rezension eine Liste ist? Lesen Sie dieses Buch!

3. "Schöner Tag" ist ein tagtäglicher Begriff, mir aber nach 25 Jahren immer noch fremd. Sie können in diesem Buch aber auch noch wichtige Worte wie "Lumbeseggel" erlernen. Lesen Sie dieses Buch!

4. Frisuren wie Wollknäuel sieht man in Baden-Baden erstaunlich häufig, vermutlich ungewollt. Was das bedeutet? Lesen Sie dieses Buch!

5. Sie sollten beim Lesen dieses Buches Maultaschen im Haus haben. 

6. Brauchen Sie Drama, Liebe, Freundschaft und müssen Sie mal wieder schallend lachen? Lesen Sie dieses Buch!

7. Möchten Sie Ina und die anderen vermissen, wenn das Buch zuende ist? Dann lesen Sie es!

8. Schenken Sie dieses Buch Ihren Freundinnen. 

9. Die Autorin sollte eine Fortsetzung schreiben.

10. Es sollte jemand dieses Buch verfilmen. 

Ich liebe es!

 


 

10.4.20

Buchtipp: Christian Simon - Paul McCartney hautnah

Ich halte dieses Buch in Händen und weiß schon nach der ersten Seite, dass dies etwas ganz Besonderes ist. Christian Simon nimmt uns mit in diese Zeit der Freundschaft mit Paul McCartney und auf Reisen in die Vergangenheit - bis heute. Jedoch ist es mehr als ein Zeitzeugendokument oder eine Biografie oder die Geschichte zweier Männer und deren Frauen. Es ist ein wertvoller Einblick in zwischenmenschliche Musikgeschichte.

Wir dürfen dabei sein, wie er zum Journalisten wird - höchstpersönlich unter die Fittiche genommen von Frank Elstner. Wir begleiten Christian Simon zum ersten Treffen mit Paul McCartney, sind Zeugen, wie seine Frau Moni wundervollste Fotografien macht und lauschen den Worten Pauls und Lindas - und Geoff und all den anderen, die Christian Simon hier zitiert.

Die Einstellung zum Leben, zur Welt, Umweltschutz, Tierschutz, die das Ehepaar McCartney teilen und die heute populärer kaum sein könnte, aber auch die Beschreibung eines ganz normalen besonderen Menschen, dessen Musik uns alle ein Leben lang begleitet, ist berührend und einfach NAH. Wenn Linda über Fotografie spricht, wird sich Moni sicher auch wiedergefunden haben, denn ihre Bilder sind einfach großartig und jeder, der ebenfalls gern fotografiert, erkennt sich wieder - beispielsweise sagt Linda, sie weiß schon wie ein Foto wird, das geht mir ganz genauso - ich sehe quasi durch Rechtecke, das sage ich schon lange.


Auch beeindruckend ist, wie respektvoll Paul ist, aber auch Geoff und Christian Simons Umschreiben aller Begegnungen. Von Beginn an bin ich in diesen wahren Lebensgeschichten gefangen, reise mit zu Konzerten und Interviews und zur Eröffnung der LIPA - mehr als einer Schule in Liverpool, für die sich Paul und Christian gleichermaßen einsetzen.

Paul erzählt Christian sehr offen von seiner Zeit mit John und den anderen, von seinen Ansichten, teilt Emotionen und Überlegungen zu seiner Kunst - seiner Musik und Malerei, aber auch zu Lindas Koch- und Fotografie-Künsten. Wenn es etwas Spannendes in Pauls Leben gibt, wird Christian Simon geholt und hört zu. Stellt die richtigen Fragen. Ist aber eben auch manchmal ohne Diktiergerät, nicht als Journalist, sondern als Privatmensch, bei Paul McCartney zu Gast.




Ihr wisst, gebundene Bücher kauf ich selten - ich lese dafür zu gern und 2 Taschenbücher zum Preis eines gebundenen Buches ist immer eine Überlegung. Dieses Buch wollte ich aber unbedingt jetzt haben, jetzt lesen und meine lokale Buchhandlung unterstützen. Ich bin sehr glücklich darüber, es gekauft zu haben. Es beinhaltet neben all diesen Lebensweisheiten, der großen Dankbarkeit des Christian Simon, die man aus jeder Zeile herausliest, auch Gedanken zu Pauls Songs und eine CD bzw einen Downloadlink. Es ist ein gutes Buch! Ich hätte weiter lauschen bzw lesen können :)

Link zum Verlag: Paul McCartney hautnah von Christian Simon

30.11.19

Buchtipp: Nicole Lindner - Feinfühligkeit trifft auf Berufsleben

Ich kenne Viele, die darüber lachen würde, wüssten sie, ich habe dieses Buch gelesen. "Feinfühlig! Die?? Niemals!" und ich könnte auch behaupten, es sei nur ein Rezensionsexemplar, aber ich rezensiere generell nur, was mich wirklich interessiert, eben weil ich wegen meines Berufslebens zu nichts komme und mich das oftmals sehr ärgert. Denn nur leben um zu arbeiten will ja niemand.

Es ist ein Arbeitsbuch, würde ich sagen. Wer einen Ratgeber liest, möchte in der Regel auch an sich arbeiten. Darum kann man es pauschal mal so behaupten. Doch neben Fallbeispielen, Zitaten und reflektierenden "Spiegel" sowie die zusammenfassende "Sonnenblume" nimmt einen dieses Buch in den Arm, man fühlt sich angesprochen und wahrgenommen.

Wir lernen, wie Abgrenzung funktioniert und ggf Jobwechsel, aber auch, dass wir mit unseren Empfindungen nicht alleine sind. Okay, jeder hat einen Kollegen, der nervt, aber dieses Buch geht eben über das hinaus.

Viel habe ich angestrichen, aber auch rauskopiert, und natürlich auch einen Test online kostenlos gemacht, der hier beschrieben wurde und ich bin einfach begeistert-es ist ein Buch zum Immermalwiederlesen und sich erinnern, dass man gut ist wie man ist, dass aber Veränderungen nicht schlecht sind und man auch die Wertigkeit von Produkten/Leben/Lebenssituationen wiedererkennt.

Autorin Nicole Lindner zitiert aus Texten so passend, dass es eine Freude ist, zu lesen.

Ich habe selten einen spannenderen und verständnisvolleren Ratgeber gelesen.
Dankeschön.

dielus edition
ISBN 978-3-9820125-5-1
19.99 EUR


5.4.19

Buchtipp: Ilka Bessin: Abgeschminkt - Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede

Ich lese zurzeit wirklich wieder viel. Aber dieses Buch hat mich besonders nachhaltig berührt und beschäftigt. Vielleicht, weil ich viele Parallelen gefunden habe. Andererseits war das klar - ich bekam 2007 selbst Hartz IV und musste über ihre Sprüche Tränen lachen, obwohl Comedy sonst nicht so mein Ding ist - und ich bin schon fast immer dick. Aber es gibt noch mehr Punkte, bei denen ich bejahend nickte oder laut lachte.

Ilka Bessins Art zu schreiben wirkt so nah, so, als ob eine Freundin mir etwas erzählt. Sie scheint nichts auszulassen und ist zudem wahnsinnig selbtskritisch.
Sie berichtet von Höhenflügen und Abstürzen, von Freundschaften, die zerbrechen oder bleiben und von Familie. Von zuwenig und dann zuviel Arbeit, von ihrem ganzen Leben eben.

Einer meiner Lieblingssätze: "Ganz sicher dachten einige: Was ist denn das für ein Scheiß, da steht der dicke Obelix in einem pinkfarbenen Jogginganzug auf der Bühne und kriegt auch noch sechsmal den Deutschen Comedypreis" - ich würde ihn ihr noch hundertmal gönnen, aber umso toller, dass sie sich nach Cindy neuen Aufgaben widmet. Dass sie ihre Stimme gegen Ungerechtigkeiten erhebt und einfach "da" ist anstatt erstmal zehn Jahre Urlaub zu machen. Ihre Kleidung finde ich wunderschön aber sie ist mir (trotz inzwischen Job) zu teuer, aber das macht nichts. ich freue mich jedesmal wenn ich sie in einer Sendung sehe und sie ihre Vielseitigkeit beweist. Wobei sie nichts beweisen muss, sie ist eine Persönlichkeit.

Klar wird sie nicht jeder mögen und manche sich fragen warum sie jetzt auch noch unbedingt ein Buch schreiben musste, aber ich kann Euch sagen, es ist es wert ist, gelesen zu werden. Es macht nachdenklich, es ist humorvoll, es geht ums Leben und das ist es was ich mag.
Ich könnte mir vorstellen, dass Leute, die eher skeptisch auf die pinke Frau reagierten, die abgeschminkte echte Ilka zu schätzen wissen.
Gut finde ich auch, dass sie generell kein Blatt vor den Mund nimmt. Der/die ein oder andere findet sich in ihren Zeilen sicher nicht voller Frohsinn wieder, aber warum  etwas weglassen, das andere (oder hoffentlich sie selbst) vielleicht zum Nachdenken bringt?

So traurig, dass Ilka Bessins Abgeschminkt-Tour nicht in meine Nähe kommt, aber ich lese dann halt immer mal wieder in ihrem Buch!



27.3.19

Buchtipp: Britta Sabbag - BLACKWOOD

Oh Blackwood! "Wie wunderschön ist dieses Buch", dachte ich, als ich es zum ersten Mal in Händen hielt - und da hatte ich noch nicht einmal einen Blick reingeworfen. Für mich zählen generell eigentlich die inneren Werte und ich merkte schnell: Blackwood ist innen und außen schön.
Der Buchumschlag ist fühlbar erhaben und auf den inneren Seiten ist Blackwood, der Ort, gezeichnet - zuerst als Zeichnung und dann mit Worten.

Autorin Britta Sabbag ist vielseitig - sie schreibt für die ganz Kleinen von Waschbären und Hummeln und für die etwas Größeren über Fritzi Klitschmüller. Die ganz Großen lesen über Pinguinwetter und Pandablues, aber auch Stolperherz für Jugendliche gefiel mir gut.

Zum Verschenken in allen Altersgruppen eignen sich also ihre Bücher mega. Zum Selberlesen auch.

Nun also Blackwood. Natürlich war ich gespannt.
Der Untertitel "Briefe an mich" und die Idee, Briefe von meinem zukünftigen Ich zu bekommen, mochte ich. Ich habe mit 16 einen Brief an mein erwachsenes Ich geschrieben. Warum also nicht umgekehrt?

"Lasst eure Träume der Kompass eures Lebens sein", begrüßt mich Britta Sabbag schon auf den ersten Seiten. Und hält mich fest, denn die Figuren, die sie zeichnet, sind jede für sich ein kleines oder auch größeres Wunder: Ge, Gesine, die in Blackwood nach dem Tod ihrer Mutter bei der Tante leben soll, Arian, der mit einem Chauffeur durch die Gegend fährt, die warmherzige Mimi, die so gut backen kann, dass einem beim Lesen das Wasser im Munde zusammenläuft und all die anderen, sie sind einfach GUT.
Es gibt auch Schattenseiten und Ge lebt sich zunächst nicht wirklich ein. Aber auch die Personen, die ihr das Leben schwermachen oder wenig darüber nachdenken, was sie bei anderen anrichten können, sind so gut beschrieben und zu Leben erweckt, dass man das Buch eigentlich nicht mehr weglegen möchte.

Schöne weise Stellen wie "Niemand weiß, wo eine Geschichte beginnt oder wo sie aufhört. Vielleicht gibt es auch nie ein Ende, und wir schreiben sie jeden Tag neu.." oder "Manchmal muss ein altes Gefühl verschwinden, damit ein neues seinen Platz findet, weißt du" lassen mich zustimmend nicken und lächeln. Auch die Briefe der großen Ge an die kleine Ge sind voll von solchen wärmenden Gedanken. Dass Ge auf ihren Bauch hören soll und erfährt: "ein Ort wird ein Zuhause, wenn man seinen eigenen Weg geht", können gleichzeitig Ratschläge auch für die jungen Leser sein.

Gegen Ende muss Ge überlegen, ob es ein Schicksal gibt oder ob sie es selbst in die Hand nehmen kann. Sie lernt sich zu behaupten und an sich zu glauben. Es ist kein leichter Weg, den Britta Sabbag ihrer Ge aufbürdet, aber eine solche besondere Geschichte aufzuschreiben ist reine Kunst.
Dieses Buch ist absolut empfehlenswert, auch für Erwachsene.






17.3.19

Buchtipp: Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstandes

Die blanvalet-Newsletter machen mich irgendwann einmal arm. Denn sehr häufig ist ein Buch dabei, das ich unbedingt lesen MUSS. Inzwischen habe ich mir angewöhnt, die Leseproben auf der Seite zu nutzen. Bei Salvatore Basile´s DIE WUNDERSAME REISE EINES VERLORENEN GEGENSTANDES war das nicht so schlau. Denn bis meine kleine Lieblingsbuchhandlung das Buch am nächsten Tag dann hatte, dachte ich die ganze Zeit über diese ersten besonderen Seiten nach und konnte es kaum erwarten endlich weiterlesen zu können.

Michele wird als Kind von seiner Mutter verlassen. Sein Vater vermittelt ihm von nun an, dass er niemandem vertrauen darf. Michele wächst heran und übernimmt den Job des Vaters im italienischen Bahnhof, in dem sie abgeschottet leben. 
Auch als der Vater stirbt, ändert Michele nichts an seinen Gewohnheiten. Er räumt allabendlich den letzten Zug auf, putzt ihn und sammelt die vergessenen Gegenstände darin auf - und behält sie.

Eines Tages platzt Elena in sein Leben. Sie stellt alles infrage was er bislang gelebt und nicht erlebt hat und bringt ihn dazu, seinen Alltag zu durchbrechen, endlich einmal Urlaub zu nehmen und seine Mutter zu suchen. Er begibt sich auf die Reise und lernt Menschen kennen und begreift Dinge wie "Lachen ist nicht gleichbedeutend mit Glücklichsein" oder dass man sich tot fühlen kann aber immer noch am Leben ist.

Wie im Klappentext steht "Nur wer sich verliert. kann sich auch finden" geht Micheles Reise mit einem dieser verlorenen Gegenstände buchstäblich bergauf und bergab - und am Ende seiner Fahrt muss er sich die Frage stellen ob er sein bisheriges Leben hinter sich lässt und ganz neu anfängt.

Es ist ein anrührendes Buch. So feinfühlig und wunderschön geschrieben, mit einem so mutigen und gleichzeitig naiven jungen Mann, der einfach nur auf der Suche nach seinem Glück ist.

ISBN 978-3-7341-0413-8
9.99 EURO
Blanvalet Verlag


20.1.19

Buchtipp: Debbie Johnson

Der deutsche Titel SCHLITTSCHUHGLÜCK UND MANDELDUFT ist dermaßen blöd, dass ich lieber nur auf Autorin Debbie Johnson hinweisen möchte. Der Originaltitel "Coming Home to the Comfort Food Cafe" trifft es viel genauer. Ich muss da eine ganze Menge überlesen haben, aber ich habe keine Schlittschuhe gefunden. Mandelduft lass ich noch durchgehen wegen des tollen Cafes.

Jetzt aber zu den Fakten: Ich habe lange nicht mehr ein so besonderes Buch gelesen. Und ich freue mich total, dass es Teil einer ganzen Reihe ist. Erschienen im Heyne-Verlag.

Kate und Zoe kennen sich seit der Schulzeit. Sie sind Freundinnen, Nachbarinnen und Familie - Zoe kümmert sich mit um Kates Tochter Martha, die durch einen One Night Stand entsteht.
Kate stirbt an Krebs, was zunächst ja nicht gerade mein Lieblingsthema ist. Aber der Umgang mit dem Sterben und die Beschreibung der Hinterbliebenen Zoe und Martha und all die anderen Personen, das ist schon was ganz ins Herz Gehendes. Diese Geschichte ist eine Umarmung für Menschen, die gerade jemand verloren haben. Aber auch durch diesen ganz besonderen Humor von Zoe, die Pubertät von Martha zu beschreiben oder auch die Menschen, die sie begleiten, wird es eine locker fluffige Geschichte mit Tiefgang. Wie ein Cupcake mit Füllung. Wie ein Tag am Meer. Wie - einfach lesen müssen.

Zoes Phase der Trauer, immer wieder nach hinten geschoben durch Marthas Trauer und Rebellion, wird so gut beschrieben, die Leute, denen sie in Budbury begegnen, möchte man selbst gern als Freunde haben und die bunte Wohnung gleich mit besitzen. Häuser, die besondere Namen tragen und Menschen mit ihren ganz eigenen Päckchen, die trifft man hier in diesem Buch.

Ich liebe es!


21.6.18

Buchtipp: Julie Peters - Mein wunderbarer Buchladen am Inselweg

Der Titel ist nicht Programm :D Denn dann wäre die Geschichte ja schnell erzählt. Es ist so schade, denn das Buch ist mehr als nur eine leichte Urlaubslektüre:
Frieke ist Journalistin und soll einen Ornithologen auf Spiekeroog interviewen, ihr letzter Auftrag, bevor sie mit ihrem Freund in die USA auswandert. Da es keine Zufälle gibt, lebt dort derzeit ihr kranker Vater, zu dem sie 30 Jahre keinen Kontakt hatte.
Ihre Unterkunft für diese Zeit befindet sich über einem kleinen Buchladen, der von einem Ehepaar - Ebba und Willem - geführt wird. Die Beiden möchten aber ihre baldige Rente genießen und denken, dass Frieke genau die Richtige für ihren Laden ist. Und der Ornithologe ist ein gutaussehender Mann. Genügend Gründe eigentlich, nicht in die USA zu gehen. Doch nachdem Frieke den Mann interviewt und fotografiert hat (hier finde ich besonders schön, wie übers Fotografieren gesprochen wird und Frieke Willems analoge Kamera benutzen darf, mehr kann ich aber nicht verraten :) nur soviel: Ich habe wieder richtig Lust bekommen meine digitale Canon Eos mal beiseite zu legen und die alte Canon Spiegelreflex zu benutzen - oder ein noch älteres Modell) folgt sie ihrem vorausgereisten Freund nach Amerika. Sie bauen dort eine Agentur auf und könnten happy sein - Kinder bekommen und bis an ihr Lebensende glücklich sein. Doch es ist ja kein Märchen, das uns Julie Peters hier auftischt sondern eine handfeste Familiengeschichte und es sind noch viele Dinge zu klären.
Frieke reist zusammen mit ihrem Freund noch einmal zurück nach Spiekeroog und trifft die neugewonnenen Freunde wieder. Ob es dann wirklich ihr wunderbarer Buchladen wird und wie die Insel auf sie wirkt, solltet Ihr unbedingt selber lesen, es ist Seite für Seite so ein wahnsinnig schönes Buch! Liebevoll zeichnet Autorin Julie Peters ihre Charaktere und Bilder vom Meer und der Insel, dass man sofort in Urlaub fahren möchte - oder alte Bilder von der Nordsee vor Augen hat.
W U N D E R V O L L!


27.5.18

Buchtipp: Meine wundervolle Buchhandlung von Petra Hartlieb

Hartliebs hatte ich nicht gleich lieb - zunächst dachte ich spießigerweise "wie kann man nur?!" - Zwei sichere Jobs in Hamburg aufgeben, weil man via Ebay eine alte Buchhandlung in Wien gekauft hat - das ist einfach verrückt. Dann aber: Hochachtung vor ihrem Mut. Nachdenken über das eigene Leben: Würde ich mich das trauen? Will ich das, was ich gerade tue, bis zur Rente tun?

Es ist nicht nur Buchliebe, was das Ehepaar Hartlieb samt Tochter nach Wien in einen alten Buchladen verschlägt. Es muss auch sehr viel Offenheit und Liebe zu Menschen sein - und eine Prise Verrücktheit. Sie haben zwar Kontakte zu Verlagen und Bücherfreunden, aber es braucht auch Glück: Kunden und Freunde erinnern sie im schlimmsten Trubel an das Leben, die einen lassen sie bei sich wohnen, die nächsten laden sie zum Essen ein, als sie es wegen der vielen Arbeit vergessen, oder sie helfen selbst im Laden mit - auch heute noch, wie man kürzlich wieder auf ihrer Facebookseite lesen konnte, wegen einer nachmittäglichen Personalversammlung halfen eben in dieser Zeit Kunden aus.

Wir Leser dürfen in Petra Hartliebs Zeilen alles miterleben - von der Idee zum Umzug, wie Geschäft und Wohnung renoviert werden, wie der Sohn in Hamburg bleiben möchte, wie wertvoll nicht nur dadurch Familienzeit wird und wie sich der Laden zu einem großen Kunden-Freunde-Treff entwickelt.
Wer im Einzelhandel arbeitet, kennt auch die Ausführungen zu Spezialkunden - ob man nun während der Arbeitszeit besucht wird oder nach dem einen roten Buch gesucht werden muss - die Autorin und Buchladenbesitzerin zeichnet ein Lebens-Bild, das humorvoller und näher kaum sein kann.
Auch über prominente Buchliebhaber wird erzählt, als plaudere sie mit uns und ihnen am selben Tisch. Dass es ein harter Beruf und gleichzeitig Berufung ist merkt man auf jeder Seite.
Sie stellt Mitarbeiter ein, die anderswo kaum eine Chance hätten und hat ein Händchen dafür, dass das einfach richtig ist. Sie dürfen ausbilden und behalten ihre Lehrlinge einfach.

Sicherlich ist "Hartliebs Bücher" in Wien für Bücherfreunde und Touristen ein Ziel, wer dieses Buch gelesen hat, möchte dort unbedingt einmal im Leben hin.

Dass sie einen zweiten Laden übernehmen, Bücher auch online verkaufen, bloggen und eine Bücherzeitung selbst herausgeben und Petra Hartlieb glücklicherweise noch mehr Bücher geschrieben hat, macht ziemlich atemlos ob der normalen Tagesstunden von 24, aber sie schaffen es, die Hartliebs & Co.

Ganz toller Lesestoff und Lebens-Inhalt!!




10.8.17

Buchtipp: DER BRIEF von CAROLIN HAGEBÖLLING

Ohne zuviel vorweg nehmen zu wollen: Das Ende ist anders als ich dachte. Und ich weiß auch noch nicht, ob ich das gut finde. Zumal ich mich von Büchern immer so schlecht trennen kann. Die Geschichten, die mich zwei bis drei Tage begleiten sind oftmal so intensiv, dass ein 220seitiges Buch in drei Teilen nicht wirklich dick genug ist.

Carolin Hagebölling beschreibt Maries, Christines, Johannas und Victors Geschichte sehr nah und emotional. Und sie sagt im Klappentext u.a. "Ich wollte einen Roman schreiben, der....auch existenzielle Fragen aufwirft: Sind die Dinge so, wie sie scheinen? Wo stellen wir die entscheidenden Weichen im Leben?"

Es ist ein besonderes Buch. Fesselnd von der ersten Seite an, unerträglich, wenn man es weglegen muss weil man ja vielleicht noch ein bisschen Alltag hat. Ich hätte mich lieber einen ganzen Tag von der Außenwelt abgeschottet, um es weiterzulesen.
Marie bekommt Briefe von Christine, die wiederum Briefe von Marie erhält. Doch keine der beiden will diese Briefe geschrieben haben. Plötzlich haben beide eine Idee von jeweils anderen aber eigenen Leben. Sie müssen sich fragen: Ist es das Leben, das ich leben will oder passt mir ein anderes besser? Gleichzeitig kommen Anrufe ins Spiel. Marie begibt sich auf die Suche, doch die mysteriösen Begebenheiten hören nicht auf. Und was hat ein Aneurysma mit alldem zu tun?

"Ich habe das Gefühl, dass das eine untrennbar mit dem anderen zusammenhängt. Wenn ich das eine verstanden habe, wird es auch für das andere eine Lösung geben"
Derart weise, hoffnungsvolle Sätze findet Carolin Hagebölling auf dennoch leichte Art und Weise. - "Das ist alles sehr sonderbar, geradezu unerklärlich. Aber wenn es nur eine Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder dazu malen. Das hat Picasso gesagt. Wie uninspirierend wäre das Leben, hätte es keine Geheimnisse mehr." Das hatte Laurent gesagt. -

Was ist die Wahrheit? Und hat nicht sowieso jeder seine eigene? So wie hier mit Subjektivuität gespielt wird, so regt diese Geschichte zum Denken an - möchte ich mein Leben so leben? Wäre ich in einem anderen Leben nicht ebenso vertraut mit der Person, die ich bin?

Also: Riesentipp: Lest dieses Buch!

Carolin Hagebölling hat auch eine inspirierende Website - ja, Schokolade schmeckt besser als Vanille. Und ich bin froh, dass sie dieses Leben als Autorin gewählt hat. https://www.carolinhageboelling.de/

14,90 EUR
ISBN 978-3-423-26146-3

3.9.16

Buchtipp: Das Sonnenblumenhaus von Nancy Salchow

Im Sonnenblumenhaus leben Oskar und Alexa, Fiona und Yannik. Oskar ist Noras Vater, dem sie nie verzeihen konnte, dass er sie und die Mutter fünfzehn Jahre zuvor verlassen hat. Auf Drängen ihrer Mutter Miriam besucht Nora ihren Vater und lernt, dass die Dinge manchmal auch ganz anders sind als sie zunächst scheinen.

Autorin Nancy Salchow hat mit dem Sonnenblumenhaus und seinen Bewohnern einen Ort geschaffen, an dem man selbst gerne Urlaub machen würde. Nora soll einmal ausspannen, um ihre Schreibblockade zu lösen und sich darüber klar zu werden, wie es mit ihr und ihrem Freund weitergehen soll. Sie ist - wie Nancy Salchow - Buchautorin und vielleicht ist es darum so einfach, sie sich vorzustellen.
Doch nicht nur sie ist wunderbar beschrieben. Auch alle anderen schließt man auf die ein oder andere Art in sein Herz oder schüttelt den Kopf über sie.
Nicht zuletzt die Hunde runden das Zuhause auf dem Land ab. Besonders schön: Auch Nancy hat Hunde, die Mary & Max heißen. So bleiben sie auf ewig am Leben, das ist einfach toll!

Am sympathischsten ist mir Fiona. Sie hat alle Bücher von Nora gelesen und ist nicht nur ein Fan sondern entwickelt sich trotz ihres jungen Alters zu einer treuen Freundin. Überhaupt sind es Seelen von Menschen, die im Tier-Hotel Sonnenblumenhaus leben und arbeiten. Alexa und Oskar haben nämlich ihren Traum von einem Therapiezentrum erfüllt und teilen ihr Glück und ihre Liebe nur zu gern mit anderen Menschen.

Dass Nora zwischen den Buchdeckeln auf gut 300 Seiten eine extreme Entwicklung durchläuft gefällt mir am besten. So muss ein Buch sein.

eBook und Taschenbuch je 9.99 €

Sogar der Kater möchte dieses Buch haben



22.11.15

Buchtipp: Sabine Kornbichler - Das böse Kind

Wenn ich ein Buch von Sabine Kornbichler aufschlage, erwarten mich viele viele Seiten Spannung, Psychologie, alte Bekannte und neue, verwobene, ausgeklügelte Fälle. Die wichtigste alte Bekannte sollte eigentlich Kristina Mahlo sein, Nachlassverwalterin mit dem besten Zuhause, das man sich nur denken kann. Aber meine Lieblingsfigur ist ihre Mitarbeiterin Funda, nicht nur wegen Baklava und einem großen Herz.
Im dritten Band der Mahlo-Reihe bekommen wir wieder eine Ahnung davon, was Eltern falsch machen können. Aber auch, wie wenig manche Kinder sich beim Erwachsenwerden aus ihrer Geschichte mit eigener Kraft herauswinden und zu guten normalen Mitbürgern werden. Oder eben doch.
Sabine Kornbichler erzählt wie gewohnt spannend und bildhaft, sodass nicht nur die Figuren sofort präsent sind, sondern auch die Umgebung wird derart plastisch porträtiert, dass man sich am Ende so fühlt, als sei man selbst dort gewesen.
Jedes der drei Mahlo-Bücher ist für sich eine abgeschlossene Geschichte und nach einem Jahr habe ich Dies und Das vergessen, aber auch hier wird der Erinnerung auf die Sprünge geholfen ohne, dass es langweilt - aber vermutlich doch gründlich genug, dass ein neuer Leser alles versteht.
Wer letztendlich DAS BÖSE KIND ist und weshalb Kristina Mahlo mit ihrem turbulenten Privatleben und schlaflosen Kakao-Morgen dennoch mehr arbeitet als andere, die mit Herzblut ihrem Beruf nachgehen, verrate ich Euch nicht :D Frankreich und ein neuer Mann spielen ebenso eine Rolle wie ihre herzerwärmenden Eltern.
Als Nachlassverwalterin soll sie diesmal ein WG-Zimmer auflösen und einen entfernten Verwandten finden und gerät mehr und mehr in einen schon Jahre zurückliegenden anderen Fall, den sie abgeschlossen glaubte. Nur ihrer Aufmerksamkeit ist es zu verdanken, dass hier überhaupt eine Verbindung hergestellt werden kann. Dass sie dadurch jedoch wieder ins Fadenkreuz eines Täters gerät und sich erneut in Gefahr begibt, ist nur ein Teil der Geschichte, die zu lesen sich sehr lohnt.
"Kriminialroman" sollte Euch nicht abschrecken, im Gegenteil :) Hier noch ein Bildchen für Euch, ich konnte nicht anders, das Playmobilteufelchen benutze ich so selten auf Fotos :)