Also eines kann ich Dir sagen: Du kannst Dir noch so sehr vornehmen, Dir für dieses Buch Zeit zu lassen und es nur in Häppchen zu lesen - irgendwann kommt der Punkt und Du legst es nicht mehr weg.
Ich danke an dieser Stelle auch meinen lieben Katzen, die mich in der Lesezeit so gar nicht gebraucht und einfach mitgelesen haben 🤭🥰
Christiane Wünsche beschreibt hier einfühlsam und aus verschiedenen Blickwinkeln eine Clique, die zunächst in der Schulzeit miteinander Zeit verbringt und dann durch ein Erlebnis (oder mehrere) untrennbar miteinander verbunden ist. Dies wird durch Rückblenden klar, die ebenfalls toll beschriebene Gegenwart ist die Zeit vor und im Coronajahr. Da sind fast alle noch miteinander bekannt oder befreundet, allerdings kam das Leben dazwischen - oder der Tod.
Schon im vorherigen Buch, das ich von der Autorin gelesen habe, gefiel mir die Art, wie es geschrieben ist und dass keine Tippfehler zu finden waren wie es heutzutage leider oft in Büchern vorkommt.
Hier wird sie im Nachwort deutlich u.a. zum Thema Homophobie: "Glücklicherweise haben sich Gesellschaft und Gesetzgebung inzwischen weiterentwickelt.... mein Roman soll nicht zuletzt dazu anregen, die eigene Haltung zu überdenken. Ich bin sowieso fest davon überzeugt, dass dies ein lebenslanger Prozess ist."
Wie toll ist das bitte? Als queere Person fühle ich mich in den Geschichten von Christiane Wünsche wahrgenommen, auch das ist in den gängigen Romanen nicht immer der Fall. Und hier beschreibt sie zudem sehr nah, wie die Symptome einer Krebsbehandlung sich anfühlen, meine Erinnerung stimmt exakt überein.
Doch all das sind nur Facetten dieser ineinander verwobenen Lebensgeschichten.
Ich mag diese unvorhersehbaren Wendungen und wie sich eine Geschichte von der Gegenwart über Rückblenden und unterschiedliche Perspektiven zusammensetzt. Dieses Buch endet nach 423 Seiten und ich hätte gerne noch weitergelesen.
Die Frauen, die hier die Heldinnen sind, sind Frauen wie Du und ich. Sie sind wenige Jahre älter als ich jetzt und ich kann mir vorstellen, dass diese Geschichte jedes Alter fesselt. Denn es geht um Freundschaften, das Zusammenhalten oder auch neu Miteinanderreden, wenn man sich vielleicht auseinandergelebt hat. Um das Loslassen und Verlieren, um Erinnerungen und Gemeinsamkeiten, aber auch die Unbedarftheit der Jugend. Dass Fehler passieren können. Vor allem aber geht es darum, dass Offenheit Missverständnissen vorbeugt.
Lies dieses Buch!







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