20.11.16

JASMIN TABATABAI & DAVID KLEIN QUARTETT

"Die Menschen sind als Publikum famos" - doch "was sagt man zu den Menschen, wenn man traurig ist?" Ganz klar: "Geht zu einem Konzert von Jasmin Tabatabai mit dem David Klein Quartett." Denn trotz teilweise sehnsuchtsvoller Liedtexte und Songs, die uns schon ein Leben lang begleiten, hat man hier keine Zeit, unglücklich zu sein.



Jasmin Tabatabai und David Klein kokettieren, erzählen, lächeln - und schenken uns ein Konzert, das wir so schnell nicht wieder vergessen werden.

Klein ist Schweizer, hat nicht nur Landesmutter Helvetia sondern auch eine lustige leibliche Mutter, die Jazzsängerin war, und "stalkte" Tabatabai vor Jahren ein wenig - wofür sie heute dankbar ist, denn er brachte sie so zum Jazz. Sie spricht über ihre Filme, ist aber keinesfalls eine singende Schauspielerin sondern wundervolle Künstlerin durch und durch.



Ob "after you killed me" oder "another sad song" - sie spielen all ihre Lieder als jazzige Arrangements, die als so neue und doch zeitlose Versionen gar nichts vermissen lassen. Mit Seele, genussvolle extended Versions, und dennoch hofft man, er möge nie zuende sein, dieser Abend.

Natürlich Freude im Publikum, als sie von "Bandits" spricht, dem Film, der - auch ich war einige Zeit vorher erstaunt als ich die CD wieder heraussuchte - schon vor zwanzig Jahren mehr als ein Hit war. Sie spielt und singt "catch me" und ich sehe sie wieder auf dem Dach, mit Katja Riemann und all den anderen. Und davon erzählt sie dann auch. Auch vom Alltag mit drei Kindern, den auch Reinhard Mey kannte. Neben ihm sind u.a. auch Georg Kreisler und die Puhdys in Gedanken mit dabei, denn sie macht sich deren Songs zueigen, es sind keine bloßen Coverversionen - man erinnert sich und fühlt.




Michel Sardou´s "Je vole", das erst vor zwei Monaten Louane Emera ebenfalls hier im Kurhaus Baden-Baden sang und das letztes Jahr durch den Film "Verstehen Sie die Beliers?" wieder bekannt wurde, überrascht durch eine piaf-ähnliche Version und zeigt, Jasmin Tabatabai kann alles singen. Auch ein Lied in Farsi, aus dem Land, in dem ihre Wurzeln liegen, und in dem, wie sie sagt, ihr Vater wie alle Männer dort draußen sitzt, traurige Lieder hört, raucht und weint. Man hat sofort ein Bild im Kopf, ist in Persien - deutsche Männer weinen nur beim Fußball, meint sie dann mit einem Augenzwinkern und es geht weiter im umfangreichen Programm.



Die Band, das David Kreisler Quartett, ist erstklassig, mehr als das. "Zankapfel" David Klein, am Saxophon, Tambourine und ebenjener Schweizer, am Flügel Olaf Polziehn, der solche Goldhände hat, dass er keine Haare braucht (und das Publikum pflichtet bei), Peter Gall am Schlagzeug und am Bass Davide Petrocca, über den sie sagt, jede Band brauche einen Italiener. Soundmixer Ingo Schmidt im Hintergrund nicht zu vergessen - und als dann David Klein sich diesmal das Mikrofon nicht aus der Hand nehmen lässt, um sie nochmals vorzustellen, jubeln wir alle.

Weshalb ein verwunschener Frosch und Schloß Gripsholm wunderbar zusammen passen, solltet ihr Euch bei einem Konzert von Jasmin Tabatabai selbst anhören.

Und eine Frau bleibt eine Frau bleibt eine Frau.



CD-Tipps:

"Was sagt man zu den Menschen wenn man traurig ist"
2016 Jadavi Records

only love aus 2002

Soundtrack Bandits
1997 Universal Music
Termine
7.1.17 Bielefeld
19.5.17 Lörrach

15.11.16

Buchtipp: WIE AUS DEM NICHTS von Sabine Kornbichler

Bereits mit dem ersten Satz in einer ganz alltäglichen Szene gefangengenommen zu werden, das kenne ich von den Sabine-Kornbichler-Büchern. Dass ich besser zwei Tage freinehme, weil ich das Buch nicht weglegen mag, auch. Auch, dass ein Buch besser als das andere ist, finde ich jedes Mal. Doch WIE AUS DEM NICHTS ist bei all dem Vertrauten doch wieder so ganz anders:

Dana ist bei ihrem Freund Alex, als es an der Türe klingelt und er sie bittet, sich zu verstecken. Sie vermuten dort beide seine Noch-Freundin Biggi, von der er sich trennen möchte. Das nächste, was Dana aus ihrem Versteck sehen kann, ist ein ein maskierter Mann mit Fuchsmaske. Dieser Mann hat Alex erschossen.

Neben dem Schock, mit dieser Tat fertig zu werden und mit anzusehen, dass die Polizei zunächst im Dunkeln tappt, kämpft Dana auch noch mit ihrer Vergangenheit und einer Dame, die mit Danas Alibi-Agentur nicht zureht kommt. An ihrer Seite Kumpelfreund Henry, eine Seele von Mensch, bei der mir ganz warm ums Herz wird. Und ihre Kollegen Niki und Zeno sowie ihr Onkel und dessen Frau- wie immer hat Sabine Kornbichler ganz besondere Persönlichkeiten kreiert, die nicht nur Dana begleiten, sondern einmal zum Leben erweckt, auch in meiner Phantasie weiterleben.
Ein Buch, das ein paar Tage, ein paar Wochen vor und nach einem Mord so lebendig beschreibt, kann ja gar nicht dick genug sein.

Dieser Kriminalroman beschert uns damit mehr als nur komfortable Lesezeit. Wir fühlen mit, wir fiebern mit und wir lernen.
Unterhaltungen wie "Ich weiß nicht, was das alles mit mir macht"... "Es wird Sie verändern. Ich glaube, man kann so etwas nicht durchleben, ohne dass das geschieht. Aber Veränderungen an sich sind ja nichts Schlimmes" und unglaublich gut eingeflochtene recherchierte Psychologie macht diese Geschichte so wertvoll.
Dana findet auf eigene Faust heraus, was Alex, der für sie so besonders war, darüberhinaus für ein Mensch gewesen ist. Sie trifft seinen Vater, seinen Freund und seine Exgeliebte und verfolgt seine Familiengeschichte weiter.

Autorin Sabine Kornbichler schafft es, Danas Loslassen darzustellen aber gleichzeitig auch die Verbissenheit und Kraft, die sie durch Trauer und Wut führt, fast so zu erzählen, als erlebe man es selbst.

Wieder einmal ein Buch, das ins heimische Regal gehört um wieder und wieder gelesen zu werden.

Sabine Kornbichler: WIE AUS DEM NICHTS
PIPER VERLAG ISBN 9 783492 308731


Auch die Katz´ weiß, was gut ist :D



26.9.16

Mousse oder Eis? Auf jeden Fall unnötig

In einer Brandnoozbox war Diamant Mousse Pulver für Milch drin. Da ich Mousse au chocolat liebe, habe ich es mal ausprobiert. Die Empfehlung, es mindestens zwei Stunden im Kühlschrank fest werden zu lassen aber dennoch frisch zu essen ist nicht so hilfreich, aber es ist alles schnell ineinander gekippt: Milch, Moussepulver und Schokoladenstückchen, ein wenig Kakao. Sieht gut aus, ist schnell komplett verrührt. Schmeckt aber auch nach zwei Stunden eher grenzwertig bis scheußlich. Der letzte Versuch: Eine Stunde ins Gefrierfach, ab und zu rühren und siehe da: Eine Art Schokosorbet mit ganz anderem Geschmack ist entstanden. Ganz lecker. Kaufen würde ich es jedoch nicht.


21.9.16

BUCHTIPP: Meine kleine Kräuterwelt von Britta Kretzschmar

Dieses Buch ist nicht nur für Garten- und Balkonbesitzer ein Träumchen.
Es gibt ja allerhand Kräuter saisonunabhängig auch so im Topf zu kaufen, aber schöner ist es natürlich, wenn man übers Jahr einfach mal das Wachstum im und ums Heim herum zusammen mit diesem Buch betrachtet.
Man kann es zwar in einem Rutsch durchlesen, immer wieder darin blättern und nachschauen ist aber viel besser, finde ich.
Neben den schönen Abbildungen und großartigen Texten ist dieses liebevoll gestaltete Kräuterbuch auch absolutes Muss für die Allgemeinbildung, wenn man gerne kocht oder in der Küche herumwerkelt. Auch wenn man nach Heilpflanzen sucht, wird man hier nicht enttäuscht.
Es ist so umfangreich, dass es mich nun mein restliches Leben begleiten wird, denn ich möchte darauf nicht mehr verzichten. Auch wenn man denkt dass man schon viel weiß und sich ganz gut auskennt gibt es doch immer noch Punkte, an die Autorin Britta Kretzschmar gedacht hat und einem selbst nicht gleich in den Sinn kamen.
Der Verlag selbst gibt den Hinweis, dass es die überarbeitete Neuauflage ihres Kräuterhexenbuches ist und zur selbigen wird man auch beim Gärtnern und Ausprobieren.
Es ist aber auf jeden Fall nicht nur ein "Frauenbuch" sondern eher ein gutes Geschenk für den Naturfreund oder Menschen, der auch alternative Heilmethoden schätzt bzw offen ist für Neues.
Steffen Verlag
14,95 Euro


3.9.16

Unterwegs mit Jacqueline (La Vache) - KINOTIPP

Zu Fuß unterwegs von Algerien nach Frankreich mit einer Kuh. Das ist noch nicht so ungewöhnlich, denn die Fähre nach Marseille passiert Bauer Fatah ganz problemlos. Von dort aber nach Paris weiterzulaufen und auf dem Weg allerhand Dinge zu erleben und Menschen zu treffen, das ist ein "Roadmovie" der besonderen Art :D

Fatah ist eher ein Eigenbrötler, er liebt seine Frau und seine beiden Töchter zwar, aber zunächst scheint es, als liebe er seine Kuh Jacqueline viel mehr. Dadurch wird er in seinem Dorf nicht ganz ernstgenommen, doch als er nach vielen Jahren erfolgloser Bewerbung endlich zur Landwirtschaftsausstellung nach Paris eingeladen wird, sprechen alle über ihn.
Sogar im Französischunterricht lehrt die Lehrerin die Kinder gleichzeitig Geographie, weil sie Fatahs Weg auf einer Karte nachzeichnet.

Spätestens nach dem Karaokeabend lieben wir Zuschauer den kleinen Algerier. Allerdings möchte er aus religiösen Gründen auf Alkohol verzichten und man jubelt ihm mit "Das ist doch nur Willi" einige Gläser unter. Fatah wird von einer Dame geküsst und fotografiert und im Dorf, wo man die Fotos nun zu sehen bekommt, ist die Freude über einen der ihren, der auszog, mit seiner Kuh Paris zu erobern, dann nicht mehr ganz so groß.

Aber es wäre nicht mein Filmtipp, wenn Regisseur Mohamed Hamidi in seinem Film nicht noch mehr Menschen Fatahs Weg kreuzen ließe. Ganz wunderbar übrigens Schauspielerin Julia Piaton, die wir noch aus "Monsieur Claude und seine Töchter" kennen - hier als Reporterin, die sehr wohlmeinend über ihn berichtet und so sein Heimatdorf wieder mit Stolz erfüllt.

90 min Glücklichmacherfilm mit einer der Weisheiten "Schuld war nur der Willi" kann ich nur empfehlen :)



Buchtipp: Das Sonnenblumenhaus von Nancy Salchow

Im Sonnenblumenhaus leben Oskar und Alexa, Fiona und Yannik. Oskar ist Noras Vater, dem sie nie verzeihen konnte, dass er sie und die Mutter fünfzehn Jahre zuvor verlassen hat. Auf Drängen ihrer Mutter Miriam besucht Nora ihren Vater und lernt, dass die Dinge manchmal auch ganz anders sind als sie zunächst scheinen.

Autorin Nancy Salchow hat mit dem Sonnenblumenhaus und seinen Bewohnern einen Ort geschaffen, an dem man selbst gerne Urlaub machen würde. Nora soll einmal ausspannen, um ihre Schreibblockade zu lösen und sich darüber klar zu werden, wie es mit ihr und ihrem Freund weitergehen soll. Sie ist - wie Nancy Salchow - Buchautorin und vielleicht ist es darum so einfach, sie sich vorzustellen.
Doch nicht nur sie ist wunderbar beschrieben. Auch alle anderen schließt man auf die ein oder andere Art in sein Herz oder schüttelt den Kopf über sie.
Nicht zuletzt die Hunde runden das Zuhause auf dem Land ab. Besonders schön: Auch Nancy hat Hunde, die Mary & Max heißen. So bleiben sie auf ewig am Leben, das ist einfach toll!

Am sympathischsten ist mir Fiona. Sie hat alle Bücher von Nora gelesen und ist nicht nur ein Fan sondern entwickelt sich trotz ihres jungen Alters zu einer treuen Freundin. Überhaupt sind es Seelen von Menschen, die im Tier-Hotel Sonnenblumenhaus leben und arbeiten. Alexa und Oskar haben nämlich ihren Traum von einem Therapiezentrum erfüllt und teilen ihr Glück und ihre Liebe nur zu gern mit anderen Menschen.

Dass Nora zwischen den Buchdeckeln auf gut 300 Seiten eine extreme Entwicklung durchläuft gefällt mir am besten. So muss ein Buch sein.

eBook und Taschenbuch je 9.99 €

Sogar der Kater möchte dieses Buch haben



23.8.16

KINOTIPPS: FRÜHSTÜCK BEI MONSIEUR HENRI und KILL BILLY

Ich fange mit dem Film an, der mir besser gefallen hat: FRÜHSTÜCK BEI MONSIEUR HENRI
- Die junge Constance findet das einzige bezahlbare Zimmer in Paris bei Henri, dessen Sohn die Wohnungsanzeige aufgegeben hat. Gegen seinen Willen lässt der brummige alte Herr sie bei sich einziehen - mit einigen Auflagen, u.a. das Klavier nicht zu berühren. Und natürlich kommt es wie es kommen muss - sie berührt das Klavier nicht nur sondern spielt einfach göttlich darauf. In der Rolle der Constance brilliert Noemi Schmidt. Sie ist nicht nur wunderschön sondern spielt die junge Frau auch einfach fabelhaft. Es gibt eine Szene, in der ihr die Tränen kommen, daran wirkt alles einfach nur echt. Oder zu Anfang, als Constance ihren Eltern auf dem Markt hilft und vollkommen verpeilt ist - ich nehme ihr alles total ab.
Constance soll Henri dabei helfen, die verhasste Schwiegertochter loszuwerden. Dabei hat sie genügend eigene Probleme - Prüfungsangst, einen unmöglichen Vater, eine unglückliche Verliebtheit. Dass sie dennoch ihren Weg geht - und Henri, dessen Sohn und die Schwiegertochter ebenfalls - zeigt, dass das Schicksal doch nicht "ein Haufen Scheiße" ist, wie Henri zu sagen pflegt sondern dass eine ausgesuchte Familie manchmal doch die bessere ist als die aus der man kommt. Die "Nebenfiguren" sind auch super besetzt - der junge Kollege, dessen Traum eine Weltreise ist genau so wie die Studenten der Hochschule und die Schwester der Schwiegertochter. Perfekt wird der Film durch die großartige Musik. Dann und wann erinnert sie zwar an "Amelie" oder "Zusammen ist man weniger allein" aber ein französischer Film muss so sein und Laurent Aknin hat hier einen Soundtrack geschaffen, der Yann Tiersens Kunst in nichts nachsteht.


KILL BILLY
Norweger Harold lebt seit 40 Jahren mit seiner inzwischen dementen Ehefrau Marny über dem gemeinsamen Möbelgeschäft als nebenan ein IKEA eröffnet und binnen eines halben Jahres niemand mehr seine Qualität kauft. Alle kaufen "Schrott", wie er es nennt, bei IKEA. Und er will sich umbringen. Blöd nur, dass die Sprinkleranlage ihren Dienst tut. Also beschließt Harold, nach Schweden zu fahren und Ingvar Kamprad - IKEA-Gründer und seine Wurzel allen Übels - zu kidnappen. Dabei begegnet ihm nicht nur sein Sohn sondern auch ein junges Mädchen, das ziemlich mit ihrer Mutter und deren verpassten Träumen zu kämpfen hat. Ich sage es selten, aber diesem Film hätte eine halbe Stunde länger gutgetan. Für meine Begriffe endet er ziemlich mittendrin, auch wenn mit Blicken und Gesten alles gesagt zu sein scheint. Letztendlich ist jeder ja selbst für sein Glück verantwortlich und sollte vor seiner Türe kehren. Dennoch hätte mir ein "richtiges Ende" gut gefallen. Besonders toll: Björn Granath in der Rolle des Kamprad - er sieht ihm so dermaßen ähnlich! Der Film hat viel Wortwitz aber auch Traurigkeit und die Sehnsucht nach Leben.


18.8.16

LEA

Vor nicht allzu langer Zeit wurde ich von der LEA-Redaktion angesprochen, ob ich hier nicht mitmachen möchte - und ich wollte :D Mittwoch frisch erschienen und mit mir erzählen noch zwei weitere Jessicas von ihrer Krebsgeschichte - Ihr wisst ja, mehr über Krebs und das Leben danach erfahrt Ihr hier


11.8.16

REGIOGUTSCHEINE

Also eigentlich wollte ich Euch damit auf eine Blogtour nehmen, aber ich komme einfach nicht dazu :) Darum nur mal dann und wann einen "Lagebericht":
Wir bekommen von unserem Chef monatlich Gutscheine als Bonus. Inzwischen konnte ich sie bereits an einigen Lokalitäten ausprobieren und muss sagen: sie machen glücklich!
Zunächst einmal: Es gibt zu diesen Gutscheinen etliche Seiten und dieser Artikel verweist auf den Baden-Badener Geschenkgutschein, der aber auch darüberhinaus gilt. Man bekommt ein kleines Heftchen dazu, hier steht genau drin, wo man sie einlösen kann.
Ich habe bereits bei C&A, Thalia und Musikhaus Schlaile in Karlsruhe, im Leo´s Baden-Baden und in einigen anderen Restaurants in Karlsruhe damit bezahlt. Und jedesmal sind die Mitarbeiter ganz großartig - obwohl daraufsteht, dass es kein ausbezahltes Restgeld gibt und wir deshalb die Gutscheine gestückelt in 10er und 20er erhalten, wollte man mir meistens Rückgeld geben. Und wie sie sich freuen, wenn man dann mal auf einen Euro verzichtet!
Kaufen können Eure Chefs die Scheinchen übrigens im Internet
Ich kann also jedem Arbeitgeber - und Arbeitnehmer - die Regiogutscheine nur empfehlen :D :D Und hoffe, dass ich sie noch lange bekommen werde.




8.8.16

Buchtipp zum WELTKATZENTAG: Lass die Katze aus dem Sack

Dieses kleine Büchlein hat es in sich: Geschichten und Redewendungen sowie Sprichwörter, Neues und Altes - gesammelt in einem Band mit süßesten Illustrationen. Annette Beer und Claas Janssen haben hier mehr als nur ein Geschenkbuch erschaffen. Das im Steffen Verlag erschienene Goldstück beinhaltet Wissenswertes und Besonderes rund um unser liebstes Familienmitglied, die Katze. Das kann man sich auch sehr gut selbst schenken. Es eignet sich als Klobuch, mitreisendes Taschenbuch, neben dem Bett - wann immer man hineinblättert wird man glücklich :D Ich mag am liebsten das Kapitel "Katzenmusik". Sogar ganz hinten auf der Seite, die einfach nur ISBN, Erscheinungsdatum und solche Dinge aufzeigt, liegt ein kleines schlafendes Kätzchen - es ist ein zuckersüßes, lustiges und erstaunliches Buch!

Ich habe es gedreht, damit Ihr Euch die Katze anguckt :D

4.8.16

neu: NIVEA haarmilch Spülung

Wow Leute! So was Tolles. Habe im DM alverde Magazin von dem neuen Nivea-Shampoo und der Spülung gelesen und mir dann gleich die Spülung gekauft. Ich verzichte erstmal auf das Shampoo, da nur meine Spitzen trocken sind und beim letzten Produkttest von Nivea hatte ich ja das Problem, dass das Haar recht schnell fettete. Das habe ich inzwischen hinbekommen, nur die Spitzen mögen den Sommer nicht so gerne.
Heute früh dann: Ein Gefühl wie Butter! So eine wahnsinnig angenehme Konsistenz und mein Haar hat die Spülung gleich super angenommen, es fühlt sich an wie nach einer Kur, toll kämmbar aber nicht zu fluffig. Also gerade für längeres, feines Haar kann ich dieses Produkt nur empfehlen :D


5.5.16

phenomenelle-Rezension: Mildred Scheel - Erinnerungen an meine Mutter von Cornelia Scheel

Der prägendste Mensch für Tochter Cornelia

Ein Buch über den prägendsten Menschen im Leben zu schreiben ist schon für sich eine große Sache. Die eigene Kindheit nochmal zu durchleben würde mir persönlich schon genügen.
Dass Cornelia Scheel – heute im selben Alter wie ihre Mutter als diese viel zu früh verstarb – eben jene wichtige Zeit im Detail beschreibt, muss schmerzend und heilsam gleichermaßen gewesen sein.
Scheel spricht mit Freunden und Angehörigen, um die eigenen Erinnerungen zu vervollständigen und das macht das Buch zu einer Sammlung von Ansichten und Anekdoten über einen Menschen, der zum einen liebevolle Mutter, zum anderen Politikergattin und Ärztin gewesen ist. Nicht nur das: Mildred Scheel gründet 1974 die Deutsche Krebshilfe und legt damit den Grundstein für Aufklärung, Forschung und Begleitung und hält lange Zeit sogar ihre eigene Erkrankung geheim, um anderen Erkrankten und der Gesellschaft nicht den Glauben an eine Heilung zu nehmen (“Ich darf nicht sterben….denn sonst wirft das die Arbeit der Krebshilfe um Jahre zurück”).
Mich berührt das Geschriebene vielleicht besonders, weil ich auch schon Krebs-Hilfe bekommen habe.

Mildred Scheel war mir immer “irgendwie bekannt”

Mildred Scheel war lange vor meiner eigenen Bonner Zeit in der Stadt wohnhaft. In der alten Bonner Bundesrepublik war die Villa Hammerschmidt der Wohnsitz des Bundespräsidenten. Dennoch war sie mir schon immer “irgendwie bekannt”. Als ich dann selbst an Krebs erkrankte und nur noch Hartz IV bekam, half mir die Krebshilfe mit einer Einmalzahlung aus – die Klinik hatte mich dabei unterstützt.
Als ich wieder gesund war, konnte ich mit dem Erlös aus meinen Buchlesungen das Geld doppelt zurückgeben.
Dass die Krebshilfe, Mildred Scheels “viertes Kind” aber tatsächlich ausschließlich von Spenden am Leben erhalten wird, habe ich nicht gewusst. Darum finde ich es doppelt schön, dass am Ende des Buches der Krebshilfe-Vorsitzende Gerd Nettekoven zu Wort kommt. Krebshilfe-Präsident Fritz Pleitgen wird weiter vorne zitiert:
Die Deutsche Krebshilfe ist eine Jahrhundert-Organisation, gegründet von einer Jahrhundert-Frau.
Und dieser Satz beschreibt sie mit wenigen Worten ganz wunderbar. Sind doch die “Blauen Ratgeber” der deutschen Krebshilfe die erste Hilfe, auf die Erkrankte und Angehörige im Internet oder in den Warteräumen der Onkologie stoßen. Meiner Meinung nach übrigens auch das Einzige, was man lesen sollte wenn man die Diagnose Krebs bekommt – alles andere macht einen nur verrückt.

Kinder wichtiger als Besprechungen

Cornelia Scheel berichtet sehr offen von der Nähe zur Mutter, aber auch von Auseinandersetzungen oder dem Leben mit ihr ganz allgemein. Eine Mutter zum Spaß haben, aber auch mit einer gewissen Strenge, die immer für die Kinder da. Und die nach Dienstschluss die Telefonate der Krebshilfe zu sich nach Hause umleiten lässt, damit Hilfesuchende ihre Hilfe bekommen.
Eine Frau, die die Kleidung trägt, die sie mag – egal ob die einzelnen Teile zusammenpassen oder nicht. Während wichtigen Besprechungen nimmt Mildred Scheel die noch wichtigeren Anrufe ihrer Kinder entgegen. Sie reagiert “spontan und ungefiltert nach ihrem Bauchgefühl” und adoptiert nach zwei eigenen Töchtern noch einen kleinen Jungen. Über den Bruder schreibt Cornelia Scheel:
Ich bin jeden Tag dankbar und glücklich, dass dieser wundervolle Mensch Teil meines Lebens ist.
So kommt auch das Gefühl zwischen den Zeilen immer wieder an: Dieses Buch steckt voller Wertschätzung und Liebe.
Ich glaube, dass auch deshalb diese besondere Lebensgeschichte etwas mit einem macht. Eigentlich sind es ja zwei Lebensgeschichten, auch die der Cornelia Scheel, die so eng mit der Mutter verbunden ist und sie so sehr spürt, dass sich dieses Gefühl auf mich als Leserin überträgt.

Mildred Scheel war eine Menschenliebhaberin

Die Hochachtung und der Respekt für all die Unwägbarkeiten des Lebens, denen Mildred Scheel nicht ausgewichen ist, schwingen im ganzen Buch mit. Auch die große Liebe zu Walter Scheel und den Menschen ganz allgemein, fasst die Tochter in Worte. Aber auch das Knallhartsein der Mutter, wenn etwas in ihren Augen nicht korrekt lief. Man möchte diese Frau gekannt haben und ihr Lebenswerk unterstützen, aber auch Cornelia Scheel sagen:
Danke, dass nicht nur Andy Warhol ein buntes Portrait gezeichnet hat, sondern auch Sie!
Und zwar mit Buchstaben auf Papier, in einem gebundenen Buch, mit einer Mischung aus Privatfotos und aus der Presse bekannten Bildern.
Der Humor des Buches lässt mich manches Mal mehr als schmunzelnd zurück. Abergläubisch war die Ärztin Mildred Scheel. Weshalb sie morgens nicht mit dem linken Fuß aufstehen wollte und darum “kurz vor einer Hüftdysplasie” stand. Sie hatte Glücksbringer, die zum Beispiel wie eine alte Kartoffel aussehen. All jene Beschreibungen holen Mildred Scheel zurück in die Gegenwart. Ein Buch gegen das Vergessen? Nein, eine solche Frau kann man nicht vergessen, sie darf nicht vergessen werden. Aber auch Cornelia Scheel nicht, die so wunderbar diese alten Zeiten reflektiert, ihre eigene Person in den Hintergrund rückt und doch präsent ist, weil sie uns das alles erzählt, das Erlebte und das Nichterlebte, die Erinnerungen so vieler Menschen an ihre Mutter Dr. Mildred Scheel.
Danke, an beide Frau Scheels!
Gemeinsam mit Hella von Sinnen veranstaltet Cornelia Scheel Lesungen des Buches. Hella liest und Cornelia beantwortet Fragen. Lesungstermine findet ihr hier: Facebook Cornelia Scheel
Mildred Scheel: Erinnerungen an meine Mutter
Cornelia Scheel (mit Regina Carstensen)
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Rowohlt; Auflage: 3 (29. Oktober 2015)
ISBN-13: 978-3498060879
rowohlt.de/hardcover/cornelia-scheel-mildred-scheel
Wer mehr über Mildred Scheel wissen will, findet auf den Seiten der Deutschen Krebshilfe ein Kurz-Biographie: krebshilfe.de/deutsche-krebshilfe/dr-mildred-scheel-biografie. Meilensteine der Organisation sind hier aufgeführt: krebshilfe.de//40-jahre-deutsche-krebshilfe/meilensteine. Der Mildred-Scheel-Kreis, Förderverein der Deutschen Krebshilfe, braucht nach wie vor Spender_innen: krebshilfe.de/spenden/spenden-mildred-scheel-kreis.

8.4.16

Produkttipp: Treaclemoon

Nun habe ich mittlerweile alle Produkte vom ersten Monat an gekauft und endlich fertig durchgetestet :) Mit der Freude und Neugier natürlich, dass sie immer wieder neue Düfte produzieren, denn Einige gibt es ja nicht mehr oder manchmal wieder für begrenzte Zeit, darum lohnt es sich schon, einen Vorrat anzulegen. Allerdings hat man manchmal am Fuße einer großen Flasche den Duft schon ein bisschen über, ging mir jedenfalls öfter so - ganz gleich ob Lotion oder Duschgel.
Die Peelings braucht man ja schneller auf. Einen Vorteil gibt es neben des Verzichts auf Tierversuche hier auch noch: Kein Mikroplastik sondern Jojobawachs peelt hier unsere Haut.

Am liebsten mag ich "that vanilla moment" - hier kann ich nicht einmal sagen welches Produkt ich am tollsten finde. Körperspray, Duschgel und Bodylotion sind wunderbar!

Dann hat mir lange "my coconut island" sehr gefallen. Leider gibts das gerade nicht und mein Vorrat ist aufgebraucht.

Ebenso "sweet applepie hugs", das passt so wunderbar zu Regentagen und Teekannes Caramel Applepie Tee :D aber ist gerade leider auch aus.

Im Sommer liebe ich alle anderen Duschgels und Körpersprays und eher keine Lotionen. Und an Wintertagen "warm cinnamon nights".

Ganz großartig gepflegt wird die Facebookseite von treaclemoon. Hier gibt es auch nie eine Verspätung bei den Verkaufsstartinfos oder bei Antworten auf Fragen. Für mich ist es eine der besten Seiten und ich habe wirklich viele geliked :)
Schnuppert mal rein!




3.4.16

Pantene Schaum statt Spülung

Heute mal wieder ein Produkttest für Euch: Schaum als Spülung -  klingt gut, soll nicht beschweren und doch Volumen machen - wäre ja das erste Mal dass das klappt, dachte ich mir.
Dennoch, probieren kann ich es ja mal :) Also: Kämmbares Haar - super. Glanz - top! Aber von Volumen keine Spur. Außerdem ist es ein bisschen merkwürdig die Konsistenz von Schaumfestiger unter der Dusche anzuwenden. Ich bin also nicht ganz überzeugt, es jeden Tag zu benutzen, aber für so ab und zu und mal zwischendurch mag ich die neue Pflegespülung :)


22.3.16

HELLA VON SINNEN




Eine Frau, über die jeder eine Meinung hat - Sie wird gemocht, sie wird nicht gemocht - wie sie selbst in ihrem Bühnenprogramm Ich kann auch ANDERSen erzählt, bekommt sie sogar schlechte Kritiken wenn sie nur im Publikum sitzt.
Sie unterhält uns seit mehreren Jahrzehnten auf ihre ganz eigene Art, liest Micky Maus, liebt Disney im allgemeinen und erzählt uns heute Andersen-Märchen. Ich treffe Hella von Sinnen nach ihrem Auftritt in Baden-Baden.

Als Teenager habe ich vor 25 Jahren ihr Buch ICH BIN´S - VON SINNEN gelesen und dachte: "hurra, ich bin normal". In Zeiten ohne Internet und mit meist nur drei bis vier Fernsehprogrammen (RTLplus bloß mit Rauschen und Schnee, nicht weit vom Testbild entfernt, immer wieder an der kleinen Antenne gedreht, damit das Bild ein wenig besser würde), hatten wir nicht die Möglichkeiten wie heute.
Lesbisch - das war fremd, das war allenfalls mal ein Artikelchen in einer Jugendzeitschrift wert. Aber Vorbilder, Persönlichkeiten? Für Tennis interessierte ich mich nicht und Martina Navratilova wirkte so alt auf mich. Das hatte nichts mit meinen Gefühlen zu tun. Mit jemand darüber sprechen? Auf keinen Fall!
Man hat ja so viel um die Ohren in der Pubertät.
Doch dann, DAS Buch. Es klang darin alles so einfach. Es wurde schlüssig für mich, was ich selbst schon lange fühlte. Mittlerweile ist es abgegriffen und leicht vergilbt. Ich habe über die Jahre immer mehr darin angestrichen. Immer in Blau, passend zum Cover. In den Zeilen dieser bunten Frau aus dem Fernsehen, die so viel wusste, fand ich mich wieder - ich war erleichtert, "richtig" zu sein. Noch heute ist dieses Buch für mich eines der wichtigsten überhaupt.

Ihr Coming Out, erzählt sie mir heute, war mehr der Mut von Cornelia Scheel damals als ihrer. Bis jetzt - vor allem nachdem diese 2015 das Buch "Mildred Scheel - Erinnerungen an meine Mutter" veröffentlichte - erzählen ihr Frauen, wie wichtig es für sie war. Eine ging zum Beispiel zu ihren Eltern und sagte "So. Ich bin genau so wie die Tochter unseres ehemaligen Bundespräsidenten".
Akzeptanz und Geliebtwerden, das wollen wir doch alle. Und lieben. Doch wenn man nicht weiß, was man "darf" - darum war Hellas Buch so wichtig für mich. Außerdem ist es heute durchaus auch wieder nützlich, denn ich könnte ihre Antworten auf Journalistenfragen, die sie freundlicherweise im hinteren Teil des Buches eingefügt hat, einfach abschreiben.

Doch ich möchte mehr wissen. Sie sagt, "ich bin auch respektiert und akzeptiert in der Branche und das tut gut". Dass Cornelia damals sogar ihren Job verlor, ist in der heutigen Zeit fast unvorstellbar. Aus Hellas Wunsch im Buch, dass in zehn Jahren das Spießrutenlaufen Vergangenheit sein möge, ist nach fünfundzwanzig Jahren tatsächlich Wirklichkeit geworden. Anne Will, Miriam Meckel, Guido Westerwelle, der am Tag zuvor verstarb und an dessen Ehemann Michael Mronz wir alle denken - in unserer Gesellschaft dürfen wir SEIN. Und das nicht zuletzt, weil Hella damals gesagt hat "ich bin´s". Das bereicherte uns alle.

Wir sprechen auch über Verlust. Damals im Buch blickte sie auf ihre ersten 30 Lebensjahre zurück und stellte fest, dass "Schlappen, Misserfolge" durchaus im Nachhinein auch etwas Positives hatten. Wie es heute ist, möchte ich wissen, nicht unbedingt beruflich, sondern so als Mensch. Sie wirkt nachdenklich:
"Was uns nicht umhaut macht uns stärker. Es gehört einfach zum Leben dazu. Aber zum Beispiel mit Abschieden, Verlust umzugehen, das ist nun nicht meine Kernkomeptenz. Aber es wird besser."
Über Dirk Bach erzählt sie, der viel zu früh gehen musste und der ihr sowohl beruflich als auch privat fehlt, der aber bei jeder Entscheidung, bei jedem Schmerz und jeden Tag bei ihr ist:
"Sehen Sie, es ist nicht nur die Liebe, das Herz, der Kopf, die Erinnerung - er ist einfach bei mir."
Wir sprechen über Wiedergeburt, weil sie es auch im Buch erwähnt und auch weil ich mir vorstelle, dass die Verbindung zu Andersen vielleicht daher kommen kann. In Bezug auf Dirk Bach führt sie fort: "Die Liebe, die Energie, die stirbt nicht, Die ist bei mir und umhüllt mich".

Ob sie Andersen in einem anderen Leben gekannt habe, darüber hat sie noch nicht nachgedacht. Oder ob sie vielleicht Andersen war? "Ich fühle mich wohl in seinen Wörtern", erklärt sie, "und von dieser ganz starken gefühlsmäßigen Verbundenheit bin ich immer aufs Neue geflasht."
Sie beide verbindet sonst eigentlich recht wenig. Er ist gerne gereist, sie inzwischen lieber zuhause: "Ich komme nach Thailand, Sibirien - wenn ich im Bett fernsehe".
In ihrem Bühnenprogramm folgt darauf dann gleich ein Anekdötchen mit ihr und Cornelia in Dresden. Wir lachen Tränen. Dort war sie 3-4x, Andersen über 40x. Während er eine gute Mischung aus Naivität und Selbstvertrauen besaß, nennt sie sich "Das Etepeteteste, was ich kenne" - weil man hier im Badischen das Wort "fimschig" nicht kennt :)
Die Prinzessin auf der Erbse - in Bezug auf Mohnbrötchenkrümel im Bett erspüren sei sie ja dann Königin. Das Publikum brüllt vor Lachen.
Es sind die kleinen Dinge, die sie die Märchen und das Leben miteinander verbinden lässt. Ihr Leben. Auch auf der Bühne spürt man ihren Respekt vor den Menschen.
Harry Rowohlt wird genannt, Dank dem sie Winnie Pooh gelesen hat.

In unserem Gespräch erzählt sie, wie privilegiert sie sich fühlt: Sie spricht mit Respekt von Disney-Zeichner Don Rosa, mit dem sie 2014 bei der Buchmesse an einem Tisch saß, Nachfolger von DEM Disney-Zeichner überhaupt, Carl Barks, aus dessen Gesamtwerk sie ihre Lieblingscomics veröffentlichen durfte.
Seit sie 2008 zum ersten Mal den Erlanger Max und Moritz Preis co-moderiert hat, interessiert sie sich auch für Graphic Novels. Und dann natürlich für Andersen, dessen Werken wir lauschen und aus dessen Tagebüchern sie uns ebenfalls vorliest.  Sie gibt im bunten Märchen-Overall "die Stopfnadel" oder "die Teekanne" und man nimmt es ihr einfach ab. Sie IST in diesem Moment der Flachs, der Schneckenvater, all jene Figuren, die Andersen zu Papier gebracht hat.
"Ja, ich bin ein seltsames Wesen" ist der Titel der Andersen-Tagebücher. Hella von Sinnen weiß dieses Wesen einen Abend lang zum Leben zu erwecken und seine Märchenfiguren gleich mit. Man bekommt Lust darauf, weiterzulesen, zuhause dann, wenn der Abend nachklingt.
Ihre Stimme vielseitig beim Vorlesen, dann wieder "et Helli" wenn sie erzählt. Ich vergesse so manches Mal alles um mich herum und sehe die Bilder vor mir, die sie beschreibt.

"Sie könnte auch das Telefonbuch vorlesen", sagt eine Dame neben mir fröhlich und alle um uns nicken lächelnd.
Denn von den Wechseljahren das badische "Hormonpflaschter" mit dem speziellen Singsang sofort zu übernehmen und von der Bühne runter mit dem Publikum zu kommunizieren, kann auch nicht jede. Dann wieder den Bogen gespannt zu kriegen zu "Gülle, Parmesan und Tod", Geschenken von der Tante und Wassermelonen, das ist dann nur noch hohe Kunst.

Das Bühnenprogramm heißt "Ich kann auch ANDERSen". Ja. Ganz anders(en): Heute habe ich Hella von Sinnen als eine Frau erlebt, die zugleich Schauspielerin, Erzählerin und einfach ganz sie selbst ist. Mit wichtigen Freundschaften, mit Lebensbegleitern und dem Humor, der sich Ampelmännchen in Overalls in Gummersbach vorstellen kann - Andersenmännchen in seinem Geburtsort Odense sind schließlich längst vorhanden. Mit einem Augenzwinkern erzählt sie uns zum Teil dramatische Märchen, aber auch ihren Alltag, wenn ein LKW nur rückwärts fährt.

Im Buch finde ich den Satz angestrichen: "Die meisten haben Respekt vor dem aufrichtigen Gefühl".
Das umschreibt für mich die ganze Person und diesen wunderbaren Abend.
Dankeschön :)



Bücher:
Ich bin´s - von Sinnen
nur noch über Antiquariat
ISBN-13: 978-3442305766
Goldmann Verlag

Des Wahnsinns fette Beute
Macken und Marotten auf der Spur
ISBN-13: 978-3499627637
Rowohlt

Mildred Scheel - Erinnerungen an meine Mutter
Cornelia Scheel, Rowohlt Verlag
ISBN-13: 978-3498060879

Andersen: Ja, ich bin ein seltsames Wesen
Wallstein Verlag
ISBN-13: 978-3892444015

Liebe, Lust und Leidenschaft
Die Ducks von Sinnen
ISBN-13: 978-3770433100
Ehapa Verlag


16.3.16

moviac - Das Kino im Kaiserhof Baden-Baden

Wer sein Wohnzimmer liebt und sich Filmhandlungen meist sowieso nicht länger als drei Tage merken kann, muss nicht mehr ins Kino gehen. Dachte ich. Dann eröffneten Zwei dieses kleine kuschlige wunderbare hübsche besondere Kino mit den besonderen tollen großartigsten Filmen (die ich mir merken kann) und als es endlich mal mit meinen Abenddiensten passte, ging ich hin. Ich war sofort begeistert von der Atmosphäre und der Warmherzigkeit, mit der man hier begrüßt wird.
Seitdem gehe ich vorzugsweise ab April bis September, denn von Oktober bis März habe ich selbst so wahnsinnig viel zu tun, dass ich weder abends Zeit habe, einen Film anzusehen noch die Konzentration dafür.
Aber nun habe ich im Urlaub einfach mal zugeschlagen und so, wie sonst Menschen bei mir als Tickettante eine Handvoll Theaterkarten buchen, habe ich mich beim Moviac und den beiden lieben Menschen eingemietet :)
Sogar nach Monaten wissen sie dort noch, wo ich gerne sitze!
Dort gibt es neben den großartigsten Filmen übrigens auch Ben &Jerrys Eis und Snacks und fritz kola und einen Automaten, der für 50 Cent einen Spruch, etwas Schönes und etwas Süßes ausspuckt.
Was will man mehr? Nix :))
Moviac
Sophienstraße 22
76530 Baden-Baden