Posts mit dem Label Offenburg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Offenburg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

27.8.10

TIPP: Reisen ohne Ziel - unter 110 Euro schönen Urlaub machen

Wohin man in Urlaub fährt, plant man in der Regel und hat ein Ziel. Dass auch der Weg das Ziel sein kann, habe ich zwar gewusst, aber noch nie ausprobiert. Bis jetzt. Ich habe mit wenig Geld viele Städte und Städtchen bereist und eine Menge Menschen getroffen und Eindrücke gesammelt.
Start war Baden-Baden - hier gab es Dank Sparpreis der Bahn eine schnelle ICE-Verbindung nach Basel. Sie ist irgendwie bunt, diese Stadt (gelbe Zebrastreifen und Graffiti), und die Rheinufer erinnern an Venedig. Ich fand es aber auch unglaublich laut und hektisch. Wie es eben so ist in einer Stadt. Montags sind hier übrigens viele Geschäfte geschlossen. Da ich finde, man erkundet eine Stadt am Besten zu Fuss, habe ich dies auch hier getan. Vom Bahnhof über die Wettsteinbrücke und dann eine Art Rundweg durch die Stadt und über die Mittlere Brücke zurück, an der Helvetia, die nachdenklich dreinschaut, vorbei. Samstags haben sie in Basel fast immer Flohmarkt, also werde ich hier sicher wieder mal hinkommen.


Weiter ging es dann wegen des Wetters gleich nach Bad Säckingen, eigentlich hatte ich vorgehabt, mir das Vitra Museum in Weil am Rhein anzuschauen, Bus 55 geht direkt vom Claraplatz in Basel dorthin. Das hebe ich mir aber für besseres Wetter auf, das Museum soll einfach total irre aussehen und dafür brauche ich blauen Himmel als Kontrast auf meinen Fotos. Eine Verbindung von Basel SBB nach Deutschland, die außerhalb der nächsten paar Orte enden soll, bucht man besser vorher noch in Deutschland oder am Basel Badischer Bahnhof. Der einzige DB-Automat befindet sich in SBB nämlich auf Gleis 2 und man kann nur wenige regionale Verbindungen auswählen. Die Kurzstrecke zwischen SBB und Badischer Bahnhof kostet zum Beispiel 3 Euro. Bucht man eine Strecke zB nach Bad Säckingen am Schalter der Schweizer Bundesbahn, kostet sie exakt das Doppelte von dem, was man in Deutschland für die Strecke zahlt. Und da denkt man immer, die DB sei teuer..
Die Verbindungen sind sehr gut, man sagt auch, an Basel komme man nicht vorbei - ich habe bemerkt, man kommt nicht drumrum, da umzusteigen:o) In Bad Säckingen hatte ich bereits eine Übernachtung vorab gebucht, da man hier wie in vielen anderen Schwarzwaldorten die Konuskarte bekommt. Man zahlt ganz normal seine Kurtaxe und erhält dafür diese Gästekarte, mit der man kostenlos bis zum Abreisetag 0:00h Bus und Bahn benutzen darf.
Da mir jedoch Bad Säckingen gefiel, blieb ich einfach erstmal dort. Ein kleines Städtchen mit einer wahnsinnig schönen Kirche - die Deckenmalerei ist unglaublich - kleinen Läden, netten Leuten, Cafes und einem Supermarkt in einer Passage - alles da, was man braucht.
Übernachtet habe ich direkt bei der Touristinfo im Hallwyler Hof, sehr günstige, sehr tolle Zimmer und direkt an der Holzbrücke, die nach Stein in der Schweiz führt.


Wenn man bedenkt, wieviele Touristen sich tagtäglich hier über die Brücke und am Rhein entlang bewegen - der hier übrigens von oben grünlich aussieht und unten ganz klar ist - ist es unglaublich, wie freundlich ich hier empfangen worden bin und wie viele Fragen locker beantwortet wurden. Das war einfach toll.
W-Lan gibt es nebenan im RHYBRUGG und hier gibt es neben unglaublichen Milchshakes auch tolle Kaffeespezialitäten, zum Beispiel mit Pfefferminze. Was auch toll ist, man darf bei den umliegenden Bars Essen bestellen und sie liefern es an den Tisch im Rhybrugg.
Nachdem ich Trompeter, Schloss, Holzbrücke, Friedhof, Kirche, Türme und Läden mehrfach umkreist, fotografiert und Vieles über die Stadt gelesen hatte, ging es schon früh am nächsten Tag weiter Richtung Waldshut. Mir war noch von den Rheinschwimmbädern erzählt worden und ich war völlig begeistert, als der Zug ganz nah an einem vorbeifuhr. Überhaupt fährt man die ganze Zeit am Wasser entlang. In Waldshut stieg ich spontan aus, einfach, weil ich dachte, hier könnte es schön sein, und ich wurde nicht enttäuscht. Ähnlich wie Gengenbach liegen viele kleine Geschäfte zwischen zwei Toren und es ist wirklich sehr klein und nett, wenn man den Weg vom Bahnhof zur Altstadt gefunden hat. Die dortige Touristinfo war so freundlich, mir beim Grenzgebiet der Konuskarte behilflich zu sein und fragte auch bei Kollegen in einem anderen Ort nach, aber leider ist die Karte mit dem eingezeichneten Bereich nicht besonders deutlich, was die Grenzorte betrifft, so dass mir auch niemand sagen konnte, was für ein Ticket ich bis zum Bodensee und wieder zurück lösen müsste, aber wenn man sich sehr innerhalb des Gebietes bewegt, kann einem nichts passieren. Darum beschloss ich, meine Richtung zu ändern und nur innerhalb des erlaubten Gebietes ohne Grenzgebiet zu nutzen und am nächsten Tag das Baden-Württemberg-Ticket für den Bodensee zu nehmen. Denn mein Ziel war ja der bloße Weg und ich wollte wissen, wo mich das Leben hinbringt. Orte wie Istein und Murg kannte ich nicht, sind aber schön. Die nächste bekanntere Stadt war dann Lörrach und hier gibt es neben dem McDonalds das LUCKY MOON, mein erstes warmes Mittagessen am Buffet für 6,90 - super Essen, super Auswahl, einfach toll. Und sie guckten auch gar nicht komisch wegen meines Wanderrucksacks oder so.
Irgendwann kann Bahnfahren etwas nerven und die Füße wollen trotz Blasenpflaster oder Fusscreme auch nicht mehr. Also ging´s weiter nach Baden-Baden, um hier zu übernachten und die Übernachtungskosten zu sparen. Die Konuskarte gilt nur bis Achern und dann erst im Stadtgebiet Baden-Baden oder Rastatt, also musste ich in Lörrach noch die Zwischenstationen für 3,80 Euro lösen.
Am nächsten Tag, frisch gestärkt und ausgeschlafen, holte ich mir dann das Baden-Württemberg-Ticket Single zu 20 Eu (als Gruppenticket ist es auch sehr günstig) und nahm die Schwarzwaldbahn an den Bodensee. Umstieg in Singen, nach Überlingen ists von da ein Katzensprung. Auch kommt man von hier aus nach Schaffhausen oder andere Orte außerhalb des Konuskartengebiets vom Vortag, die ich beim nächsten Mal erkunden werde - der Rheinfall steht zum Beispiel noch aus. In Überlingen wimmelte es dann leider nur so von Touristen(bussen). Vom Bahnhof aus schob sich eine Karawane am Weltladen vorbei zur Uferpromenade und wenn man vorher nach links abbiegt, kommt man zwar an Ostampelmännchen und wunderschönen Läden vorbei, aber es ist doch unglaublich voll. Am Ufer gibt es zahlreiche vollbesetzte Cafes und ich beschloss, das Schiff nach Konstanz zu nehmen. Stolze 9,30 Euro, weil das BaWüTicket hier nicht gilt, aber man bekommt auch was dafür: Ein niederländischer Kapitän, der "die Blümeninsell Mainau" ansagt, ebenso wie Uhldingen und einige andere Orte. Man sieht die Pfahlholzhäuser, die Wallfahrtskirche des Kloster Birnau, und wenn man Glück hat, überquert ein Zeppelin den blauen Bodensee am blauen Himmel. Es wirkt mehr wie ein Fährschiff als ein Ausflugsdampfer und die 1 1/2 Stunden vergehen wie im Flug. In Konstanz gibt es noch immer den seit Jahren am Ufer stehenden Souvenir- und Esoterikstand und auch alle Cafes sind wie sie immer waren.
Weiter von dort nach Radolfzell mit der Schweizer Regionalbahn an ein weiteres Seeufer, steiniger als die anderen, und dann von dort aus über Donaueschingen, St. Georgen, Triberg und Offenburg wieder nach Hause.
Scheee war´s!!
Daten: Sparpreis nach Basel 19 Eu Basel-Bad Säckingen 7,10 Eu Übernachtung 39 Eu Mittagstisch 6,90 Bodensee 20 Eu Schiff 9,30 Eu Eis, Wasserflaschen, belegte Brote ca 6 Eu Sonne gratis Glück & Gespräche unbezahlbar ;o)

Viel Spass beim Nachmachen!! :o)

31.3.10

Fahrradmitnahme bei der Bahn

Ein schöner Frühlingstag, drei Ziele – alle wohl auch zu erradeln, aber eben nicht an einem Tag. Und auch zu Fuss wäre das für angesetzte 7 Stunden ein bisschen lang geworden. Also verbinde ich Fahrrad- und Bahnfahren miteinander, denn in vielen Verkehrsverbünden und bei der Deutschen Bahn ist die kostenlose Fahrradmitnahme ab 9 Uhr morgens bei genügend freien Plätzen möglich.

Bei mir sind es KVV und TGO, weil ich von Baden-Baden nach Gengenbach über Achern und Offenburg fahren will. Kurz nach 9 ist es kein Problem – BAD-Achern locker geschafft, kaum Leute im Zug und beim Hineinhieven schiebt ein Gast mit – DANKE :o)

Durch Achern radle ich eine Stunde, weiss jetzt auch, wo mein nächster Ausflug hingeht – in die Illenau, ein alter schöner Park-Friedhof, dazu ist nämlich heute nicht genug Zeit.

Weiter geht’s nach Gengenbach. Auch hier ist ganz viel Platz im Zug (darum macht die Bahn Miese?) und die Fahrt geht schnell vorbei. In Gengenbach gibt’s eine kleine Parkanlage mit Straussen, Enten und einem Schwarzen Schwan. Mein Quietscheentchen mag den Teich. Und zurück in der Innenstadt schaue ich im Cafe Cappucchino vorbei, das neuerdings Cappucchino Toskana heisst. Der Kräuterklostergarten ist frisch gejätet und für den kommenden Sommer vorbereitet und ich geniesse die frische Luft in der kleinen Fachwerkstadt, knipse alle Fotos, die ich knipsen wollte (ich war schön öfter hier) und dann geht es langsam auf den Rückweg – mit Abstecher nach Offenburg. Dorthin braucht die TGO etwa zehn Minuten, mit der Schwarzwaldbahn geht’s schneller. Eine leicht gestörte Frau meint, ein paarmal gegen mein Rad treten zu müssen, mit den Worten „Doofes Fahrrad“ und ich muss leider laut werden, denn ich beabsichtige ja, noch weiterzufahren und nicht, mit einer Acht im Vorderrad zu schieben. Eine junge Muslima verdreht nur grinsend die Augen und deutet an, dass man gar nicht auf die Gestörte eingehen sollte. Achja, denke ich mir, was wird sich wohl dieses Mädel tagtäglich von solchen Leuten anhören. Dann doch lieber mein Fahrrad diskriminieren. Aber doof, das ist es nicht, mein Rädchen. Denn beim Ausstieg suche ich den nächsten Aufzug, um hinauszukommen, und will alle vorlassen und warten, doch eine junge Frau sagt: „Kommen Sie, es ist genügend Platz. Ausserdem gefällt mir Ihr Fahrrad so.“ Ich freue und bedanke mich, erzähle von den Tritten und sie schüttelt den Kopf: „Lassen Sie sich deshalb den Tag nicht vermiesen!“ Nö. Denn draussen regnet es. Bindfäden. Ach, egal. Ich hab ne superdichte Jacke und los geht’s durch Offenburg – hier wollte ich ohnehin nur bissl einkaufen und stelle mein Rad hinterm Drogeriemarkt in der Pfarrstrasse unter – die einzigen überdachten Radparkplätze.

Die Rückfahrt ist auch wieder angenehm – eine Dame sagt, ich solle mich doch setzen, da sei immer noch Platz für Kinderwagen und Menschen. Okay, sie hat Recht. Ursprünglich hatte ich nämlich stehen wollen, weil die Bahn echt nicht so ganz leer ist. Aber es klappt und die Leute sind alle voll nett. Ein Baby schäkert mit uns und es steigen mehr Menschen aus als zu. Meine Befürchtung, die Rückfahrt ausschliesslich mit dem Rad anTRETEN zu müssen ;o), war unnötig. Und wieder in Baden-Baden angekommen, steige ich umso mehr in die Pedale, weil es ein echt langer Rad-Bahn-Ausflug war und es hier auch regnet.

Mein Fazit: Bahn- und Radfahren zusammen lohnt sich nur, wenn man nicht extra eine Fahrradkarte lösen muss und wenn man genug Zeit hat und am Besten notfalls auch zurückradeln kann - denn ob man das Rad immer mitnehmen kann, ist ungewiss – darum ist das auch auf Dauer nichts für schwache Nerven. Cool fände ich aber auch, mal einfach mit den Regiotickets für 11 Euro zu schauen, wie weit man am Tag kommen kann. Also wirklich das Rad schnappen, Züge raussuchen, die Strecke entsprechend zurücklegen und irgendwo dann übernachten, ohne Zeitdruck, einfach ein paar Wochen unterwegs sein können. Ich bin kein Freund der Bahn, aber ich hab ja dann meinen Freund, das Blümchenrad, immer bei mir.