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9.3.13

Paris mon amour

Ich bin gerne zuhause, sehr gerne. Anders als anderen jungen Menschen geht mir Baden-Baden eher nicht auf die Nerven und ich genieße es hier zu wohnen, in meinem Klein-Paris.
Aber zum Geburtstag ging es via TGV von Karlsruhe direkt ins echte Paris. Man kommt gegen elf dort an, Verspätungen einkalkuliert, und hat dann über 6 Stunden Zeit sich die Füße plattzulaufen und die Metropläne auswendig zu lernen.
Vom Gare de l´Est, dem Bahnhof, an dem alle Züge aus Süddeutschland ankommen, ging es zu Fuß weiter Richtung Oper - denn nur zu Fuß lernt man eine Stadt richtig kennen. Vor zwanzig Jahren war ich schonmal hier und da ich ja im Nachbau der Pariser Oper, dem Theater Baden-Baden arbeite, war ein Besuch ein Muss für mich :D

Dann zum Pere Lachaise, dem Friedhof, auf dem zB DAS PHANTOM DER OPER mit Gerard Butler gedreht wurde und wo ich damals, 2004, schon hinwollte. Dort lohnt es sich, auch die Gräber der unbekannten Menschen unten anzusehen, wie Kraut und Rüben durcheinandergewürfelt stehen Häuschen und Grabsteine da. Einfacher ist es jedoch mit der Metro bis GAMBETTA und nicht nur bis PERE LACHAISE zu fahren und dann den Berg von oben nach unten zu laufen und die Gräber der bekannten Persönlichkeiten direkt zu sehen - neben Oscar Wilde und Chopin findet man hier auch Sarah Bernhardts letzte Ruhestätte, aber auch die des Homöopathen Hahnemann und das bekannteste Grab ist das von Jim Morrison. Wenn man Glück hat, begegnet einem Raphael, engelsgleich mit langen Locken plötzlich in den Grabreihen auftauchend und Englischdeutsch sprechend. Man muss aufpassen, sich auf dem Friedhof nicht totzulachen, denn Raphael ist einfach genial. Gegen ein geringes Trinkgeld zeigt einem der "inoffizielle Führer durch über 100000 Gräber" alles, was man sehen möchte - und noch ein paar Gräber mehr - und das mit einem irren Humor. (Fotos folgen)

Mit der Metro gings dann weiter Richtung Marsfeld/Eiffelturm. Hier wollte ich eigentlich auch die in der Seine befindliche Freiheitsstatue sehen, verschob es aber spontan aufs nächste Mal, denn lieber genoss ich nach dem Eiffelturm mit seinen Karussels und Trocadero die Frühlingsluft an der Seine auf dem Rückweg Richtung Sacre Coeur mit der Metro. Für Amelie Poulains Viertel Montmartre plane ich einen weiteren Tag ein, denn es ist so bunt und schön und hat die großartigsten Frau Schess-Läden, sodass es eine Schande wäre, nur einmal kurz dort gewesen zu sein. Zwischen all den Stationen hatte ich ausgiebig Zeit, Sträßchen zu erkunden und zu fotografieren und ich kann jedem nur raten, möglichst viel zu Fuß zu unternehmen - es gibt immer wieder überraschende Motive und wunderschöne Läden zu sehen, die man als normaler Tourist gar nicht finden kann. Obwohl es ein Wochentag außerhalb der Ferien war, wimmelte die Stadt von Menschen - die Schlange am Eiffelturm war ewig lang und vor Sacre Coeur stand eine solche Menge an Touristen dass die Mauer schwarz wirkte.
Am Wochenende würde ich mich nicht hintrauen.

In der Metro spielten junge Musiker lustige Lieder und ein Mädchen sang mein Lieblingslied aus der Baden-Badener "Alte Liebe"-Inszenierung "Une histoire d´amour", was durch ZAZ hier dann noch bekannter wurde - das war dann fast ein bissl zuviel Märchen nach Raphael und all den schönen Orten, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt.

Der TGV zurück war dann auch lustig - erst ca zehn min vor Abfahrt steht fest, auf welchem Gleis zwischen 2 und 12 diese stattfindet und vorher kann man den Gare de l´Est noch bewundern und etwas überteuerte belegte Baguettes (die es hier zum Glück zum halben Preis immer auf dem Markt gibt) und Törtchen genießen. Im Zug sind die Plätze fest reserviert und auch so gut wie alle belegt. Neben mir u.a. eine junge Frau mit 9 Monate altem Baby, ich spreche kein Französisch, sie weder Englisch noch Deutsch, doch irgendwann fragt sie mich, ob ich das bis dato quengelnde Kind mal nehmen kann weil sie zur Toilette muss und das kleine Mädchen beginnt mit meinen Fingern zu spielen und liebt den Schlumpf den ich dabei habe und ihr schenke. Bis Strasbourg lacht sie nur noch und dann steigen sie aus.
In Karlsruhe lässt die Bahn einem nach Baden-Baden nur 4 min zum Umsteigen, aber auch das klappt, so irgendwie. Und voll von Eindrücken und aufgedreht, aber froh im eigenen Bett schlafen zu dürfen, packe ich meine Geburtstagsgeschenke aus und sichte die ersten Fotos.
Wunderbar, ich buche gleich wieder! :D

Ein Frühlingstag in Paris öffentliches Album auf Facebook (mehr Fotos folgen!)






31.3.10

Fahrradmitnahme bei der Bahn

Ein schöner Frühlingstag, drei Ziele – alle wohl auch zu erradeln, aber eben nicht an einem Tag. Und auch zu Fuss wäre das für angesetzte 7 Stunden ein bisschen lang geworden. Also verbinde ich Fahrrad- und Bahnfahren miteinander, denn in vielen Verkehrsverbünden und bei der Deutschen Bahn ist die kostenlose Fahrradmitnahme ab 9 Uhr morgens bei genügend freien Plätzen möglich.

Bei mir sind es KVV und TGO, weil ich von Baden-Baden nach Gengenbach über Achern und Offenburg fahren will. Kurz nach 9 ist es kein Problem – BAD-Achern locker geschafft, kaum Leute im Zug und beim Hineinhieven schiebt ein Gast mit – DANKE :o)

Durch Achern radle ich eine Stunde, weiss jetzt auch, wo mein nächster Ausflug hingeht – in die Illenau, ein alter schöner Park-Friedhof, dazu ist nämlich heute nicht genug Zeit.

Weiter geht’s nach Gengenbach. Auch hier ist ganz viel Platz im Zug (darum macht die Bahn Miese?) und die Fahrt geht schnell vorbei. In Gengenbach gibt’s eine kleine Parkanlage mit Straussen, Enten und einem Schwarzen Schwan. Mein Quietscheentchen mag den Teich. Und zurück in der Innenstadt schaue ich im Cafe Cappucchino vorbei, das neuerdings Cappucchino Toskana heisst. Der Kräuterklostergarten ist frisch gejätet und für den kommenden Sommer vorbereitet und ich geniesse die frische Luft in der kleinen Fachwerkstadt, knipse alle Fotos, die ich knipsen wollte (ich war schön öfter hier) und dann geht es langsam auf den Rückweg – mit Abstecher nach Offenburg. Dorthin braucht die TGO etwa zehn Minuten, mit der Schwarzwaldbahn geht’s schneller. Eine leicht gestörte Frau meint, ein paarmal gegen mein Rad treten zu müssen, mit den Worten „Doofes Fahrrad“ und ich muss leider laut werden, denn ich beabsichtige ja, noch weiterzufahren und nicht, mit einer Acht im Vorderrad zu schieben. Eine junge Muslima verdreht nur grinsend die Augen und deutet an, dass man gar nicht auf die Gestörte eingehen sollte. Achja, denke ich mir, was wird sich wohl dieses Mädel tagtäglich von solchen Leuten anhören. Dann doch lieber mein Fahrrad diskriminieren. Aber doof, das ist es nicht, mein Rädchen. Denn beim Ausstieg suche ich den nächsten Aufzug, um hinauszukommen, und will alle vorlassen und warten, doch eine junge Frau sagt: „Kommen Sie, es ist genügend Platz. Ausserdem gefällt mir Ihr Fahrrad so.“ Ich freue und bedanke mich, erzähle von den Tritten und sie schüttelt den Kopf: „Lassen Sie sich deshalb den Tag nicht vermiesen!“ Nö. Denn draussen regnet es. Bindfäden. Ach, egal. Ich hab ne superdichte Jacke und los geht’s durch Offenburg – hier wollte ich ohnehin nur bissl einkaufen und stelle mein Rad hinterm Drogeriemarkt in der Pfarrstrasse unter – die einzigen überdachten Radparkplätze.

Die Rückfahrt ist auch wieder angenehm – eine Dame sagt, ich solle mich doch setzen, da sei immer noch Platz für Kinderwagen und Menschen. Okay, sie hat Recht. Ursprünglich hatte ich nämlich stehen wollen, weil die Bahn echt nicht so ganz leer ist. Aber es klappt und die Leute sind alle voll nett. Ein Baby schäkert mit uns und es steigen mehr Menschen aus als zu. Meine Befürchtung, die Rückfahrt ausschliesslich mit dem Rad anTRETEN zu müssen ;o), war unnötig. Und wieder in Baden-Baden angekommen, steige ich umso mehr in die Pedale, weil es ein echt langer Rad-Bahn-Ausflug war und es hier auch regnet.

Mein Fazit: Bahn- und Radfahren zusammen lohnt sich nur, wenn man nicht extra eine Fahrradkarte lösen muss und wenn man genug Zeit hat und am Besten notfalls auch zurückradeln kann - denn ob man das Rad immer mitnehmen kann, ist ungewiss – darum ist das auch auf Dauer nichts für schwache Nerven. Cool fände ich aber auch, mal einfach mit den Regiotickets für 11 Euro zu schauen, wie weit man am Tag kommen kann. Also wirklich das Rad schnappen, Züge raussuchen, die Strecke entsprechend zurücklegen und irgendwo dann übernachten, ohne Zeitdruck, einfach ein paar Wochen unterwegs sein können. Ich bin kein Freund der Bahn, aber ich hab ja dann meinen Freund, das Blümchenrad, immer bei mir.

13.4.09





Ostern 2009. Der Frühling wirkt in diesem Jahr wie Sommer - es blüht, es ist warm, die Menschen sind gutgelaunt, das Leben ist toll!

In Baden-Baden, meiner sogenannten "Wahlheimat", ist soeben der Natogipfel zuende gegangen und die Menschen bereiten sich auf den Sommer vor. In den Gärten wird geharkt und gepflanzt, kleine Kinder sind auf den Spielplätzen zu sehen, der Park ist voll von Menschen und ich kann endlich wieder Radfahren.

Die ganze Welt wirkt lebendiger, schöner, bunter. Vielleicht geht es mir so, weil ich im letzten Jahr wegen der Krebsbehandlung so lange nicht draußen und "frei" sein konnte. Aber eigentlich hab ich mich schon immer an den Farben erfreut und den Sommer ersehnt. Der Juni ist der schönste Monat hier in Baden-Baden. Hell, nicht zu warm und nicht zu kalt, die Rosen blühen.. Aber mit einem schönen April bin ich auch zufrieden!

Ein Blauer Tag/März 2009

Es ist der erste richtig warme Tag des Jahres.

Kein Meer in Sicht. Also fahren wir an den Rhein an der französischen Grenze. Alles ist blau. Der Himmel, das Wasser, friedlich und still.

Ein Tag zum Genießen, der Blaue Tag. :o)