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23.8.17

Einmal halb um den Bodensee herum

Ich bin am liebsten zuhause in meiner Stadt Baden-Baden. Aber manchmal muss auch ich raus und in mir gibt es eine große Wasserliebe - da aber diesen Sommer Zugreisen in den Norden unmöglich sind, wenn man sie innerhalb eines Tages machen möchte, habe ich nach zwei Jahren endlich mal wieder den Bodensee besucht. Sonst war ich immer in Kreuzlingen, Konstanz, Radolfzell, diesmal wollte ich unbedingt im See schwimmen und zum südlichsten Leuchtturm Deutschlands in Lindau.
Mit dem Baden-Württemberg-Ticket Erster Klasse (denn es kostet nur 8 Euro mehr als die 2. Klasse, man hat mehr Ruhe in den Regionalzügen, eher einen Sitzplatz und Steckdosen am Platz) ging es samstags gegen 7:30h los - werktags gilt das Ticket erst ab 9 Uhr.
Es geht nichts über 1. Klasse :)
Leuchtturm Lindau


Kunst-Cafe Lindau




Die Schwarzwaldbahn fährt eine der schönsten Strecken Deutschlands ab, wie ich finde - über Gengenbach, Triberg und Donaueschingen Richtung Konstanz durch den Wald.
In Singen umsteigen - Richtung Friedrichshafen und von dort weiter nach Lindau. Ein nettes Inselstädtchen, und der See hier so ganz anders als ich ihn kenne. Aber auch die Weite, die ich an ihm so liebe. Der Leuchtturm und Möwen, fast wie am Meer :) Und ein Stück Kuchen im Kunst-Cafe Lindau, in dem man auch Antiquitäten, Kissen, Bilderrahmen findet. Ein komisches Gefühl, zu wissen, beim nächsten Besuch ist dieser Tisch, an dem ich sitze, womöglich nicht mehr da :) Aber eine tolle Idee. Und der Kaffee ist hier richtig gut. (Maximilianstr 48)
Zurück nach Friedrichshafen dann, um hier nach Radolfzell und dort schließlich nach Allensbach umzusteigen.

Strandbad Allensbach



Auch Allensbach ist ein kleiner Ort, er hat aber vor allem einen schönen Park und am Campingplatz (Strandweg 30, vom Bahnhof aus ca 15min gemütlich zu Fuß) einen Zugang zum See, man nennt es Strandbad. Schwimmen im Bodensee, einfach herrlich! Mit Blick auf die Insel Reichenau wirkt der "Gnadensee" zunächst eher klein, aber wenn man dann rausschwimmt im klaren Wasser, merkt man, er ist doch irgendwie riesig. Bombastischen Cheeseburger essen im See-Restaurant mit Blick auf den See und nebenan Spielplatz und die Camper - perfekte Urlaubsstimmung! Irgendwann miete ich mir hier mal so ein Schlaffass, das muss großartig sein, nachts am See einschlafen und frühmorgens den Sonnenaufgang erleben. Der Eintritt ins Strandbad ist kostenlos und für die Duschen benutzt man Wertmarken. Die Umkleiden und Toiletten sind frei und man kann gegen 1 EU Pfand wie in jedem Schwimmbad seine Sachen wegschließen.
Es ist auf jeden Fall ein Geheimtipp, erstaunlich ruhig und wenig überlaufen.
Von Allensbach aus fährt der Zug nach Hause dann auch durch. Oder man ist in wenigen Minuten in Konstanz, wo das Seeleben tobt :)




21.10.15

Das 30-Tage-Projekt: Die Zeit rast

Hey, jetzt ist schon Oktober und ich habe Euch das 30-Tage-Projekt noch gar nicht zuende erzählt. Ich komme wenn ich arbeite einfach zu nichts, das hab ich noch nicht ganz raus :)
Generell muss ich sagen: Es lohnt sich, wenn man weite Strecken fährt und auch wenn man abends im eigenen Bett schlafen möchte. Da die Bahn bekanntermaßen unpünktlich ist, ist man wenn man sonst nur den Sparpreis gewohnt ist doch sehr entspannt wenn man einfach umsteigen kann wo man möchte. Bestimmte Strecken nur einmal fahren zu müssen und dadurch mehr Zeit in einer Stadt zu haben würde eine Nacht im Hotel zwar begünstigen, aber wenn man versucht, es so einzuteilen, dass man nicht kreuz und quer durchs Land fährt sondern in der einen Woche nach Süden und in der anderen nach Norden, dann kommt die Seele schon mit.

349 Euro hat der Deutschlandpass in der 2. Klasse gekostet. Die Strecken mit und ohne Sparpreis zu unterschiedlichen Zeiten (wegen der dann notwendigen Zugbindung eigentlich unmöglich zu dokumentieren, ich nehme einfach die Züge als Beispiel, die ich tatsächlich hatte und unterschlage Euch den Nahverkehr vor Ort):

Tag 1
Baden-Baden - München mit durchgehendem IC um 7:42h (Ankunft 11:11) ab 70 Euro Normalpreis, ab 35 Euro Sparpreis
München - Augsburg spontan mit Eurocity aus Zagreb 17 Euro
Augsburg - Baden-Baden mit IC und RE Ankunft 22:34 zuhause ab 45 Euro Normalpreis, ab 39 Euro Sparpreis
Normalpreis 132 Euro
Sparpreis 91 Euro

Tag 2
Baden-Baden - Playmobil Funpark Zirndorf (bei Nürnberg) 6:41h - 10:21h ICE/IC/S ab 47 Euro beide Preise
Zirndorf - Nürnberg spontan Preisauskunft nicht möglich
Nürnberg - Baden-Baden IC ICE 63 Eu Normalpreis, ab 39 Eu Sparpreis

Tag 3
Baden-Baden - Montabaur ICE ICE 68 Euro Normalpreis, Sparpreis ab 39 Euro, dann noch Bus etwa 6-9 Euro, je nach Ziel im Westerwald bzw mit dem Pass bekam ich Bahncardermäßigung, retour dasselbe, allerdings ohne Zugbindung via Frankfurt ein Träumchen, hier habe ich es sonst gern mit Verspätungen und Umstiegsproblemen zu tun

Tag 4
Baden-Baden - Remagen ICE IC Normalpreis 63 Euro, keine Sparangebote verfügbar
Remagen - Baden-Baden retour dasselbe 

Tag 5
wie Tag 3

Tag 6
Baden-Baden - Koblenz ICE IC Sparpreis 45 Euro, 58 Eu Normalpreis
Koblenz - Baden-Baden IC ICE Sparpreis 49 Eu, 58 Eu Normalpreis
hier auch wieder: super ohne Zugbindung wenn man sich verquatscht und der Tag dadurch länger und schöner wird

Tag 7
Baden-Baden - Hamburg via Lüneburg, Aufenthalt jeweils 2 Stunden in beiden Städten. Hier hatte ich Glück weil in Göttingen mein Zug zu früh (!) war und ein IC nach Lüneburg zu spät, sodass ich am selben Gleis innerhalb von drei Minuten umsteigen konnte - mit Zugbindung unmöglich
Hinfahrt 109 Euro Sparpreis, Normalpreis 135 Eu ICE IC IC
Rückfahrt ab 81 Eu Sparpreis, 135 Eu Normalpreis ICE ICE

Tag 8
Baden-Baden - Braunschweig ICE durchgehend 89Eu Sparpreis, 113 Euro Normalpreis
Braunschweig - Baden-Baden wieder ohne Zugbindung viel besser, da wir essen gingen und ein Fotoshooting hatten und es einfach besser war, später zurückzufahren als geplant 75 Eu Sparpreis, 113 Euro Normalpreis

ohne den Deutschlandpass wäre ich allein nur in den Zügen auf 842 Euro Sparpreis und 1339 Euro Normalpreis gekommen

Zweimal wollte man meinen Ausweis zu dem Ticket haben und einmal - ganz am Anfang - die Kreditkarte. Ansonsten bin ich die ganze Zeit zwar kontrolliert worden, aber es wurde bloß das ausgedruckte Onlineticket angesehen.

Fazit: Auch bei nur 8 Reisetagen (bei mir wegen Arbeitstagen zwischendurch nicht anders möglich und ich brauche auch immer Ruhephasen zuhause) während der möglichen 30 Tage lohnt sich der Deutschlandpass bereits. 
Ich hätte einige Menschen nicht treffen können und wäre um Einiges länger unterwegs gewesen wenn ich mich auf die Zugbindungen und "Sparpreise" hätte verlassen müssen

12.3.14

Urlaubspläne

Juchuh! Ich plane ja einen Bahn-Sommer bei dem ich morgens in Baden-Baden immer starte und nachts zurückkomme. Mal sehen was ich so schaffe. Dazu gibt es einen Monat lang die BahnCard 100 und um meinem Traum ein Stückchen näher zu kommen habe ich zum Geburtstag diesen süüüüßen Zug und Unterstützung von den Kollegen bekommen :)

28.2.11

Bahnfahrkontraste


Man weiß ja nie... Streiken sie? (nein) Kommt der Zug pünktlich? (ja) Kommt er pünktlich an? (nein) Klappt das Umsteigen? (ja) ABER: Das Skurrilste am Bahnfahren sind doch immer noch die Menschen zwischen sänkju for träveling und der Bahnsteigkante. Heute in einem IC vor Bremen: Zwei Familien. Die einen mit drei kleinen Kindern zwischen wenigen Monaten und 5 Jahren und die anderen mit zwei Kindern im Alter von etwa 7 und 9 inklusive lethargischem Vater. Erstere hörte man erstmal nicht, außer ab und zu mal angenehmes Kinderlachen. Die zweite Familie war dermaßen penetrant (Bespaßung per Spiel aufgrund von angeblichem Schummeln des jüngeren Kindes per sofort beendet, dann "nimm bitte dein Nintendo!"), dass sogar friedliebende Menschen aufstanden und um etwas Ruhe baten. Nicht etwa wg. Geschrei. Nein, der lethargische Vater hörte laut Musik via iPod und die Kinder plingten sich durch Super Mario Welten. Die mittlerweile scheinbar abgestumpfte Mutter bemühte sich zu lesen und wehrte alle "bösen" Menschen ab, die ihr freundlich erklären wollten, wo Gameboys leiser zu stellen sind. Ich habe nichts gesagt, weil ich feige war oder keins auf dieMütze wollte oder eh gut abschalten kann. Aber auch, weil ich kurz vor dem Aussteigen Zeuge einer wunderschönen Begegnung werden durfte: Ein Skateboarder befand sich auch im Zug. Das dreijährige Kind der fröhlicheren Familie sprach ihn an: "Warum ist das so lang?" Ihm war aufgefallen, dass es in der Tat andere Maße hat als ein normales Skateboard und der junge Mann erklärte ihm absolut TOLL, dass ein Longboard sein schnelles Fortbewegungsmittel in der Stadt sei und ein Skateboard eher zum Tricksmachen da ist. Die hinzugekommene Mutter erklärte dann, das Kind wolle schon länger ein Skateboard haben, müsse aber damit bis zum 5. Geburtstag warten. Die Schwester und der Kleine durften dann mit Hilfe des Skaters im Vorraum des Großraumwagens Proberollen. Herrlich. Diese leuchtenden Augen in den kleinen Gesichtern entschädigten absolut für den Nintendokrach der anderen Familie. Und es zeigt doch wieder: Kinder müssen sich komplett bewegen und nicht nur die Fingerchen auf den Gameboytasten!

31.3.10

Fahrradmitnahme bei der Bahn

Ein schöner Frühlingstag, drei Ziele – alle wohl auch zu erradeln, aber eben nicht an einem Tag. Und auch zu Fuss wäre das für angesetzte 7 Stunden ein bisschen lang geworden. Also verbinde ich Fahrrad- und Bahnfahren miteinander, denn in vielen Verkehrsverbünden und bei der Deutschen Bahn ist die kostenlose Fahrradmitnahme ab 9 Uhr morgens bei genügend freien Plätzen möglich.

Bei mir sind es KVV und TGO, weil ich von Baden-Baden nach Gengenbach über Achern und Offenburg fahren will. Kurz nach 9 ist es kein Problem – BAD-Achern locker geschafft, kaum Leute im Zug und beim Hineinhieven schiebt ein Gast mit – DANKE :o)

Durch Achern radle ich eine Stunde, weiss jetzt auch, wo mein nächster Ausflug hingeht – in die Illenau, ein alter schöner Park-Friedhof, dazu ist nämlich heute nicht genug Zeit.

Weiter geht’s nach Gengenbach. Auch hier ist ganz viel Platz im Zug (darum macht die Bahn Miese?) und die Fahrt geht schnell vorbei. In Gengenbach gibt’s eine kleine Parkanlage mit Straussen, Enten und einem Schwarzen Schwan. Mein Quietscheentchen mag den Teich. Und zurück in der Innenstadt schaue ich im Cafe Cappucchino vorbei, das neuerdings Cappucchino Toskana heisst. Der Kräuterklostergarten ist frisch gejätet und für den kommenden Sommer vorbereitet und ich geniesse die frische Luft in der kleinen Fachwerkstadt, knipse alle Fotos, die ich knipsen wollte (ich war schön öfter hier) und dann geht es langsam auf den Rückweg – mit Abstecher nach Offenburg. Dorthin braucht die TGO etwa zehn Minuten, mit der Schwarzwaldbahn geht’s schneller. Eine leicht gestörte Frau meint, ein paarmal gegen mein Rad treten zu müssen, mit den Worten „Doofes Fahrrad“ und ich muss leider laut werden, denn ich beabsichtige ja, noch weiterzufahren und nicht, mit einer Acht im Vorderrad zu schieben. Eine junge Muslima verdreht nur grinsend die Augen und deutet an, dass man gar nicht auf die Gestörte eingehen sollte. Achja, denke ich mir, was wird sich wohl dieses Mädel tagtäglich von solchen Leuten anhören. Dann doch lieber mein Fahrrad diskriminieren. Aber doof, das ist es nicht, mein Rädchen. Denn beim Ausstieg suche ich den nächsten Aufzug, um hinauszukommen, und will alle vorlassen und warten, doch eine junge Frau sagt: „Kommen Sie, es ist genügend Platz. Ausserdem gefällt mir Ihr Fahrrad so.“ Ich freue und bedanke mich, erzähle von den Tritten und sie schüttelt den Kopf: „Lassen Sie sich deshalb den Tag nicht vermiesen!“ Nö. Denn draussen regnet es. Bindfäden. Ach, egal. Ich hab ne superdichte Jacke und los geht’s durch Offenburg – hier wollte ich ohnehin nur bissl einkaufen und stelle mein Rad hinterm Drogeriemarkt in der Pfarrstrasse unter – die einzigen überdachten Radparkplätze.

Die Rückfahrt ist auch wieder angenehm – eine Dame sagt, ich solle mich doch setzen, da sei immer noch Platz für Kinderwagen und Menschen. Okay, sie hat Recht. Ursprünglich hatte ich nämlich stehen wollen, weil die Bahn echt nicht so ganz leer ist. Aber es klappt und die Leute sind alle voll nett. Ein Baby schäkert mit uns und es steigen mehr Menschen aus als zu. Meine Befürchtung, die Rückfahrt ausschliesslich mit dem Rad anTRETEN zu müssen ;o), war unnötig. Und wieder in Baden-Baden angekommen, steige ich umso mehr in die Pedale, weil es ein echt langer Rad-Bahn-Ausflug war und es hier auch regnet.

Mein Fazit: Bahn- und Radfahren zusammen lohnt sich nur, wenn man nicht extra eine Fahrradkarte lösen muss und wenn man genug Zeit hat und am Besten notfalls auch zurückradeln kann - denn ob man das Rad immer mitnehmen kann, ist ungewiss – darum ist das auch auf Dauer nichts für schwache Nerven. Cool fände ich aber auch, mal einfach mit den Regiotickets für 11 Euro zu schauen, wie weit man am Tag kommen kann. Also wirklich das Rad schnappen, Züge raussuchen, die Strecke entsprechend zurücklegen und irgendwo dann übernachten, ohne Zeitdruck, einfach ein paar Wochen unterwegs sein können. Ich bin kein Freund der Bahn, aber ich hab ja dann meinen Freund, das Blümchenrad, immer bei mir.