Petrichor, der Duft von Regen auf dem trockenen Boden - unbeschreiblich. Wenn es diesen Sommer regnet, stehe ich im Badeanzug auf dem Balkon - mittendrin. Regen ist nicht gleich Regen. Mal ist er warm und weich, meistens aber kalt und mehr als erfrischend.
Mein Sternzeichen ist Fische, schon deshalb könnte es sein, dass ich Wasser liebe. Wasser ist einfach mein Element!
Während mein Umfeld Cola trinkt oder diese ganzen komischen Sirupsorten konsumiert, weil Wasser angeblich nicht schmeckt, brauche ich ständig Wasser, dabei ist es mir gleich, ob aus dem Wasserhahn oder mit Kohlensäure aus der Flasche. Jede meiner Zellen sehnt sich nach Wasser. Gerade in diesem Sommer, der uns alles abverlangt, gehe ich nicht ohne Wasserflasche aus dem Haus.
Und dann ist da meine große Leidenschaft: Das Schwimmen.
Vor zwei Jahren erschien Meike Werkmeisters "Am Himmel funkelt ein neuer Tag". In diesem Buch schwimmen Frauen in englischen Ponds und ich konnte mir kaum etwas Schöneres vorstellen. Leider habe ich es seither nicht nach London geschafft. Aber die Sehnsucht rief, ich schwamm im Bodensee, der ist nur leider nicht direkt vor der Tür.
Im Winter 2025 habe ich die Autorin Libby Page entdeckt und dann alle ihre Bücher gebraucht gekauft und gelesen. Mit dabei: "Im Freibad", das auch unter dem Titel "Schwimmen mit Rosemary" erschienen ist. Ich hatte es ganz kurz Anfang Dezember hier im Blog als Buchtipp.
In dieser Geschichte wird versucht, ein Freibad zu retten. Auch unser Freibad sollte vor über 20 Jahren geschlossen werden, eine Bürgerinitiative (auch mit meiner Unterstützung) rettete es. Unser "neues" Bertholdbad ist inzwischen schon 56 Jahre alt, aber genau diese Retro-Atmosphäre mag ich daran. In Libby Pages Buch wird von Kate erzählt, die über Rosemary und die anderen Schwimmenden in der Zeitung schreiben soll. Die ganze Zeit hatte ich unser Bertholdbad vor Augen und war da noch gar nicht sicher, ob ich wieder wie früher dort schwimmen gehen soll.
Mich zieht es eigentlich ganzjährig ans Meer, leider wäre mir eine so weite Reise gerade zu anstrengend. An den Bodensee als Ersatz? Normalerweise immer, aber in diesem Sommer hat es nicht geklappt. Als ich im Januar auf dem zugefrorenen Bodenseeufer stand, war ich mir sicher, auch in diesem Jahr zum Schwimmen zurückzukehren, aber bei dem Niedrigwasser verzichte ich - und die Reise ist, obwohl der Zug durchfährt, zumindest zurück anstrengend, da weiß man am Wochenende nicht, ob man in Baden-Baden raus kommt oder ob man bis Karlsruhe mitfahren muss. Nächstes Jahr fahre ich dann wieder unter der Woche, da muss es einfach klappen!
Das Schwimmen oder Nichtschwimmen ziept aber immer sehnsuchtsvoll in meinem Herzen und diesen Sommer besonders und so konnte ich mir kein größeres Geschenk machen, als eine 12er-Karte unseres Schwimmbades zu kaufen. Ich hatte zuvor wochenlang überlegt, wie ich an einen See kommen kann, musste dann aber aufgrund der Hitze kapitulieren - ich kann keine 40 min hinradeln, schwimmen und dann nochmal 40min zurück. Da müsste ich schon morgens um 6 Uhr schwimmen können, aber die Badestellen öffnen erst um 8 Uhr oder später. Auch die anderen Freibäder sind entweder unerreichbar oder zu spät geöffnet. Ich habe mir gedacht, wenn ich die 12er-Karte nicht schaffe, dann gehe ich ab Herbst ins Hallenbad, das ist direkt neben dem Freibad. Auch da kann man frühmorgens ab 7:30 Uhr schwimmen, danach kommen die Schulen und es ist erst am Nachmittag wieder geöffnet, aber am Wochenende kann man auch früh hingehen. Ich mag nicht später, weil dann zu viele Menschen da sind. Jetzt am Morgen ist es wie früher und ich frage mich, während ich bald eine zweite 12er-Karte kaufen muss, warum ich das Ziepen die ganze Zeit überhört und weggeschoben habe. Natürlich war da früher dieser Job, wer 14 Std arbeitet, schläft nur und schwimmt nicht. Dann war ich nach Corona nochmal tagsüber da, da standen sie alle im Becken, war so gar nichts für mich. Und 5,50 Euro Eintritt ist nun auch nicht gerade geschenkt, ich würde mir eigentlich so eine Happy Hour am frühen Morgen wünschen, halbe Stunde schwimmen, 2,50 Euro. Aber okay, jetzt denke ich, mit der 12er- Karte ist es günstiger und ich unterstütze das Bad ja auch damit. Habe kürzlich gelesen, dass die Freibäder diesen Sommer überrannt wurden. Ob dies hilft, die Finanzlöcher zu stopfen, weiß man leider erst am Ende der Saison. Vielleicht bedeutet also das Ende der Freibadsaison für mich in diesem Jahr nicht das Ende der Schwimmsaison. Ich bin nicht nur sehnsüchtig, ich bin süchtig danach, ich liebs einfach, der erste Moment im Wasser, dann ziehe ich meine Bahnen, bis ich nichts mehr denke - es ist einfach wunderbar. Auch wenn mir im Winter das Aufstehen im Dunkeln sicher schwerer fallen wird. Wir werden sehen. Aktuell ist das wiederentdeckte Schwimmbadschwimmen auf meinem Arbeitsweg das Herrlichste, was mich überaus glücklich macht!
20.8.26
Schwimmliebe
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen