10.6.26

Buchtipp: Die Widmung des Buchhändlers

Ich habe dieses eBook durch einen Zufall für 99 Cent erhalten. Auch dieses Buch gibt es wie das gestrige als Taschenbuch nur beim großen A, so wie ich das sehe, was sehr schade ist. Denn die Geschichte ist groß. Berührend und besonders, viel Historie und auch viel Gefühl, aber ganz ohne Kitsch.

Darum habe ich mich entschieden, sie als Buchtipp zu posten. Autorin Ella Wünsche erzählt von Johanna und Karl kurz nach dem Krieg und von Karla und Lea, aber auch von Lucien, Aaron und Pierre in der Gegenwart - und auf ganz wundersame Weise gehören Gegenwart und Vergangenheit so zusammen, als würde hier ein bunter Teppich gewoben. Der Teppich hat dunkle Stellen, aber so wie das im Leben ist, gibt es auch Licht. Die Geschichte beginnt in Heidelberg und zieht sich dann über Baden-Baden bis nach Frankreich und das, was die Autorin hier beschreibt ist mehr als nur eine Familiengeschichte, in der die Schwester nach dem Bruder sucht. Es sind diese ungestellten Fragen, die ungelösten Antworten, die dieses Werk besonders machen. Es geht um die Ungerechtigkeit der Arisierung, um das Unrecht, das Juden grundsätzlich widerfahren ist, aber auch um die Liebe, die eine starke Frau loslassen lässt. Es geht um die Liebe einer Großmutter zu ihrer Enkelin, um den Roten Faden in Familien und um die Widmung des Buchhändlers, die alles verändert. Die Beschreibungen der Orte und Menschen gefallen mir gut. Im Mittelteil gibt es mal ein paar Tippfehler oder auch merkwürdige, nicht stimmige Sätze, am Ende gibt es ein Bundeskulturamt statt eines Ministeriums, aber darüber kann man leicht hinweglesen. Es ist eine Geschichte, die spannend ist und glücklich macht. Daher wäre es schön, würden solche Bücher heutzutage über die Selfpublishingwege veröffentlicht, bei denen auch echte BuchhändlerInnen eine Chance zum Verkauf haben.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen