Dinge und Orte zu fotografieren ist längst normal geworden. Auch ich trage selten meine Spiegelreflexkamera mit mir herum, alle haben ein Smartphone.
Ich komme noch aus einer Zeit, da wusste man nicht, ob alle Bilder eines Filmes etwas geworden sind (meist schon). Das freudige Warten, nachdem ich die Filme im Drogeriemarkt abgegeben hatte - unbeschreiblich.
Stef hatte ihre Fotos immer ein paar Tage früher, weil sie sie in einem Fotogeschäft, das es heute nicht mehr gibt, hat entwickeln lassen. Und dann saßen wir ewig erzählend und Bilder guckend am Tisch. Egal, ob es gemeinsame Urlaube waren oder Unternehmungen, die wir jeweils allein oder mit anderen gemacht hatten - jedes einzelne Foto wurde gezeigt.
Irgendwann konnten wir auswählen, ob wir die Fotos auch digital auf CD haben wollten - na klar! So konnten wir uns vorher die schönsten Bilder mailen. Und noch viel später posteten wir in Blogs und Social Media. Heute bin ich froh, die Fotos von damals alle noch in Händen halten zu können. Gleichzeitig ist es etwas besonderes geworden, in der Fülle aller Fotos die schönsten auszuwählen und ausdrucken zu lassen. Ob als Geschenk oder für mich selbst. Nur wenige Fotos kommen zu dieser Ehre. Und doch gibt es diese Fotomomente: neulich sah ich eine Schneekugel im Drogeriemarkt, in die man ein Foto stecken kann. Das perfekte Geschenk für eine Freundin. Das passende Foto hatte ich gleich auf dem Handy dabei. Und zack! war das Geschenk fertig, binnen Sekunden. Sie hat sich so gefreut. Denn das ist es, was Fotos können: Leben festhalten, zumindest für den Moment ❤️🩹


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen