8.9.26

Neues aus der NachbARSCHaft Teil drölfzig

Ich weiß echt nicht mehr, die wievielte Anekdote aus unserer Straße das nun ist. Vielleicht schreibe ich doch mal ein Drehbuch darüber oder einen Roman, wobei das eher ein Thriller wäre und mich gruselt sowas doch🤭
Leider ist alles wahr. Nachdem am Samstag nebenan wieder einmal Party war - vom Nachmittag bis in die Nacht hinein lief laute Folkloremusik und schließlich kamen sogar die Nachbarn aus den Hinterhäusern, um dem aggressiven Familienvater zu sagen, er soll die Musik leiser machen, haben Sonntagnacht unsere ErdgeschossnachbarInnen kurzerhand ihre tägliche Party vors Haus verlegt. Dazu hat man dann immerhin das Altglas in einem Mülleimer gesammelt, natürlich mit Saftkarton ungetrennt neben unseren Mülltonnen. Der Glascontainer ist zwar nur 200m entfernt neben dem Haus des Vermieters, der gern mitgrölt, aber was stellen wir uns da denn vor, das ist ja für Nichtarbeitende zu anstrengend. 
Unsere Wohnungen sind alle einzeln an Vermietende verkauft worden und da ist das Problem, keiner möchte zuständig sein und Mietminderungen werden nicht akzeptiert.

Jetzt wäre die Zeit für einen Lottogewinn, ein Aktion Mensch-Haus mit hoher Hecke und Wassergraben.

Aber vielleicht hatte ich den gestern Abend schon. Zu dem Folklorenachbarn nebenan gehört seit diesem Jahr eine weitere Familie. Er telefoniert laut auf dem Balkon, sie schreit von der Straße rauf zu ihm oder umgekehrt. Gestern Abend ist mir der Kragen geplatzt, nachdem wir seit Freitag keinen einzigen ruhigen Abend hatten.  Das Go der Hauseigentümerin, hier zum Glück die Eigentümerin aller Wohnungen, jederzeit die Polizei zu rufen oder uns zu trauen es selbst zu versuchen, haben wir und so bat ich den Herrn, leiser zu sein. Was sagt er? "Willst du schlafen? Ja, schade, ich darf bis 22 Uhr reden", "nein, Du Horst, darfst Du nicht, man muss keine Lautsprechergespräche in der gesamten Straße dulden" - da bin ich lauter geworden und was soll ich sagen? Er hat noch ein bisschen gemeint fotografieren zu müssen und ist dann alsbald reingegangen, anscheinend hat er das "Viele in der Straße sind genervt" doch verstanden.
Derweil hat sich der verlotterte Sohn von unten vorher nur kurz ein wenig jauchzend freudig über irgendwas gezeigt, aber der hatte sein Telefonpulver ja schon am Freitagabend verschossen und musste am Samstag lautstark Gemüse schnippeln- auch auf dem Balkon klackklackklack.
Ja, ich bin eine langweilige Else Kling, aber Du kannst Dir nicht vorstellen, wie diese Geräuschkulisse des faulen stinkenden und nicht arbeitenden Volks an meinem Tinnitus zerrt.
Und wie dankbar die NachbarInnen gewesen sind🙏💚

Das Bild ist KI-generiert, aber erstaunlich lebensnah


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