24.5.26

Augenlicht oder kleine Dinge sind große Dinge

Mir ist diese Woche ein Staubkorn ins Auge geraten, so, wie sich manchmal eine kleine Fliege verirren kann oder sonst etwas, das gleich wieder verschwindet. 
Das jetzt war aber irgendwas Fieses. Es setzte sich sogleich unters Oberlid und ließ sich weder durch Hylo-Tropfen noch durch Spülen mit Wasser lösen. Ich verbrachte also meinen freien Tag Auge auswaschend und schlafend, denn wenn man mit halbgeschlossenen Augen da sitzt oder liegt und nichts tun kann, gesellen sich die Katzen dazu und was ist entspannender als Katzen, die sich freuen, dass Du keine Hektik machst. 
Irgendwann nachts bekamen wir dann alle Hunger und ich konnte wieder etwas sehen. Es fühlte sich an wie ein Blaues Auge, aber der Fremdkörper schien rausgespült oder aufgelöst. So war ich zuversichtlich, dass am Morgen alles wieder gut sein würde. 
Doch wie das so ist im Alter - als es Zeit war, aufzustehen und zur Arbeit zu gehen, sagte mein Auge nooooo.
Es tat höllisch weh, tränte und war so angeschwollen, dass ich an Schlauchbootlippen  denken musste. Zum Glück konnte ich gleich in die Hausarztpraxis kommen und vermutete vorsichtig, dass ich Samsis Augentropfen hätte nehmen können. So war es dann auch. Ich bekam die gleichen Augentropfen, die unser Samsele bekommt, wenn er im Herbst zu lang auf dem Balkon die Welt beobachtet hat. 
Aber wie fertig kann man sein, wenn man einen Tag mal nicht richtig gucken kann? Ich bin noch immer todmüde und das Auge schmerzt noch etwas, aber auf jeden Fall unendlich dankbar, mein Augenlicht zu haben und dass ich an normalen Tagen die Sonne nicht als zu grell empfinde und dass mir einfach so ein gutes Leben geschenkt wurde.


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