15.2.26

Buchtipp: Mut zur Liebe

Mut zur Liebe von AnNa R. ist am 4. Februar erschienen und ich hatte es natürlich in meiner Lieblingsbuchhandlung Eulennest vorbestellt. Der Reclam-Verlag hat es im bekannten perfekten Format veröffentlicht 💛 Ich hatte zwei etwas ältere Freundinnen (als ich es damals war) um das Jahr 2000 herum, die mit mir Rosenstolz damals im Auto hörten und die eine schenkte mir nach meinem Coming-out eine CD mit Texten, in denen ich mich so sehr wiederfand. Seither habe ich die Wege von Peter Plate, Ulf Leo Sommer und AnNa R. immer verfolgt und umso mehr trösten mich die Songs des letzten Albums von AnNa R., aber auch die aktuellen Lieder aus dem Musical. 
Und jetzt also dieses Büchlein, das ich wie Khalil Gibrans "Der Prophet" nun immer bei mir tragen werde, genau, wie ich die späteren CSDs in meinem Herzen trage, als "Liebe ist alles" erstmals aus den Boxen schallte 💛❤️‍🩹
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14.2.26

Wohin mit all den Geschichten?

Meine gestrigen Gedanken zum Lesen und wie Geschichten in unseren Herzen Platz finden, möchte ich heute noch ein wenig ausführen. 

Es sind die Erinnerungen, die mich lächeln lassen, weil mir warm ums Herz wird. Zum Beispiel Momo, Ronja Räubertochter und Madita - alles starke Mädchen, die ein Teil von mir wurden, weil ich mich als Kind mit ihnen identifizieren konnte. Zumindest lernte ich dies später in Erziehungswissenschaft, als es darum ging, worauf man bei Kinder- und Jugendbüchern achten muss, so als pädagogische Fachkraft. Identifikation. Das Wissen habe ich mitgenommen, Pädagogin bin ich nicht mehr (nicht wegen der Kinder, sondern eher wegen der anstrengenden Eltern damals). Aber die Liebe zu Büchern ist ungebrochen - irgendjemanden findet man immer, mit dem man sich identifizieren kann. Sogar, wenn ich irgendwelche Liebesromane lese, in denen eine Person ihren Job verliert, vom Freund verarscht wird und nach ganz viel Regen und einem Neustart wieder die Sonne scheint - selbst wenn diese Dinge mir nicht passiert sind, so kenne ich doch diese Gefühle. Und die richtig guten Bücher sind Gefühle, Geschichten, vom Leben abgeschrieben. 
Meine Freundin bekräftigt "Tiere gehen immer". So freue ich mich natürlich auch über jedes Katzenbuch, doch neulich habe ich einen Hunderoman gelesen und fand ihn ganz allerliebst.
Oft bin ich ganz sprachlos, weil sich Dinge in meinem Leben genau so zugetragen haben, wie sie in einem fremden Buch beschrieben sind - da ist sie wieder, die Identifikation.
Wenn dann noch die Personen in mein Herz gelangen, weil sie einfach wundervoll beschrieben sind, dann ist das Buch perfekt. Für mich jedenfalls. 
Man mag sagen, so groß ist ein Herz ja nicht, da müssen schließlich auch echte Herzensmenschen rein und Pommesliebe und Sonnenschein, schöne Orte und die Katzen und das, was man gerne tut, Hobbies, Kreativität, wie sollen denn da noch die Bücher rein? Dann antworte ich: Es passt. Echte Buchliebe ist so herzvoll, dass in jedes noch so kleine Eckchen noch etwas reingequetscht werden kann. Ob Herzecke oder Bücherregalecke 🤭
Geschichten mögen sich manchmal ähneln und doch sind sie anders, jede für sich wunderbar, denn Menschen haben sich Mühe gegeben, für uns eben dieses Buch zu schreiben. 
Oder eine ganze Reihe ist voll mit Figuren - ich denke da an die Stadtgeschichten von Armistead Maupin oder auch die Valerie Lane Reihe von Manuela Inusa, die Katzencafe-Bücher von Kerstin Garde und ihre Sanddornweg- und Löwensteg-Serien, aber auch die Bücher von Meike Werkmeister, in denen wir alle Charaktere irgendwann wiedertreffen, ob als Nebenrolle oder Hauptpersonen - sie alle sind wie gute FreundInnen und deren Geschichten wie ein Teil meiner Geschichte. 
Darum bin ich dankbar, dass Menschen Bücher schreiben. Dass ich sie lesen darf. 
Buchliebe ist groß. 


13.2.26

Warum ich Lesen liebe

 "Du kannst dir doch gar nicht alles merken, wenn du so viel liest", "was machst du mit den ganzen Büchern?", "ich habe keine Zeit zum Lesen", "aber Bücher sind doch out, ich schaue mir lieber die Verfilmungen im Kino an"
Solche Sätze höre ich ständig. 
Auch ich habe eine gewisse Zeit in meinem Leben nicht gelesen. Ein paar Korrekturen vielleicht, ein paar Bücher meiner Freundinnen, die in dieser Zeit erschienen sind, aber grundsätzlich konnte ich nicht lesen. Nicht einmal Artikel in Zeitschriften. Mir fehlte die Zeit, weil ich sieben Tage pro Woche arbeitete und irgendwann kommt dann der Punkt, an dem man sich nicht mehr konzentrieren kann. Darum kaufte ich in meiner Lieblingsbuchhandlung Bücher, von deren Erscheinen ich zufällig etwas mitbekam, legte sie auf meinen SUB (Stapel Ungelesener Bücher) und dachte, dass ich irgendwann mal Zeit für sie haben werde. Geglaubt habe ich nicht daran. Aber gehofft und es mir insgeheim sehr gewünscht. Denn Lesen hat mir gefehlt. Ich habe schon als Kind viel gelesen und weiß noch, dass ich im Sommer vor meinem ersten Schultag im Auto auf der Autobahn dachte, bald kann ich all die Schilder ganz lesen. Einige Buchstaben kannte ich schon. Und was für eine Welt eröffnete sich mir, als wir in der Grundschule Dank unserer Klassenlehrerin Bücher von Astrid Lindgren ausleihen konnten. Dann gab es noch die Büchereien in unseren Wohnorten und den Bücherbus. 

Meine Tante lieh mir Stephen King Bücher aus und ich verschlang sie genau so wie früher Dolly und Hanni und Nanni. 

Später teilte ich mir Bücher mit Stef, wobei sie meine manchmal als "Schund" bezeichnete, weil es sich oft um Biographien von Sterbenden handelte oder Geschichten, die sich einfach leicht lasen. Als wir dann in derselben Stadt wohnten, stellte sie mir ihr komplettes Bücherregal zur Verfügung und kaufte mir Bücher, von denen sie sicher war, dass ich sie selbst im Original besitzen müsse. Sie war es auch, die mir die Tür zu anderen Welten öffnete. "Lies das, das wird ein Hit, das kommt jetzt auch bald mit einem extra Cover für Erwachsene raus", sagte sie beispielsweise, als noch niemand Harry Potter kannte und legte mir ein dickes Buch auf den Tisch. Der Rest ist Geschichte.

Dann bekam ich den oben genannten Job und in den ersten Jahren lief auch alles prima. Ich arbeitete mich ein, hatte ganz normale freie Tage, aber irgendwann waren wir zu wenig Personal für zu viel Arbeit.

Ganz ehrlich - ohne Covid-19 und die Lockdowns wäre ich vermutlich nicht so schnell zu einer Entscheidung gekommen. Manchmal ist es ja ganz gut, wenn einer die Entscheidungen abgenommen werden, auch wenn ich es in der Regel lieber selbst kontrolliere :) Aber was das betrifft, hatte ich wirklich Glück. Als die Pandemie über uns hereinbrach, gingen wir in Kurzarbeit und ich war so viel zuhause, dass die Katzen ganz irritiert waren. Aber wir gewöhnten uns aneinander. Und der SUB wurde mein bester Freund. Die Lieblingsbuchhandlung lieferte mir eine neu erschienene Biographie, danach waren Buchläden aber bald systemrelevant und wieder geöffnet. Doch bis dahin las ich all die Bücher, die sich in den Jahren zuvor angesammelt hatten. Zwei Katzen und ich samt Buch in der Hängematte, was für ein Fest. Die anderen kamen zwischendurch mal dazu oder es wurde geschimpft, weil die Dosenöffnerin zu lange in Geschichten abgetaucht war, anstatt Dosen zu öffnen. Ein Idyll. Da es jobtechnisch durch Covid-19 nicht weiterging, suchte ich mir eine neue Arbeit und weil Shirin damals schon krank war, griff ich bei einer Teilzeitstelle zu. Ganz neues Leben also: In den durchwachten Nächten mit Shirin las ich, wenn ich nicht mehr einschlafen konnte, an den freien Tagen oder auch freien Vormittagen ebenfalls. Und nun habe ich es mir so antrainiert, dass ich überall, wo ich warten muss oder wenn ich im ÖPNV unterwegs bin, ein Buch dabei habe und lese. Allein, wie viel man auf andere Menschen wartet. Oder wie oft der Bus verspätet ist - all das ist wundervolle Lesezeit. Und um auf die anderen Fragen vom Anfang zurückzukommen: Ich habe ein großes Bücherregal mit drei Reihen hintereinander, ja, auch aufgestapelt, ich lese immer wieder gerne mal rein. Ich verleihe die Bücher oder verschenke sie auch. Verfilmungen mag ich, aber meist möchte ich auch die Bücher dazu kennen, zuletzt passiert bei Kirsten Boie und Sommerby, da habe ich allerdings die Bücher gebraucht erworben und noch nicht gelesen, sie verheißen aber Gutes. Und die Geschichten merken? Viele gehen so ins Herz, dass sie dort Platz haben und verweilen. Man vergisst andere Welten nicht und die Personen, die man über alle Seiten liebgewinnt, die merkt man sich wie FreundInnen, die man mal hatte und entweder nicht mehr kennt oder die vor uns gegangen sind. Es gibt aber auch solche Notizbücher, in denen man sich Inhalte, Personen und das Gefühl beim Lesen notieren kann. Oder mein Blick schweift übers Bücherregal (Ich finde Räume mit Bücherregalen ungemein beruhigend) und nicke lächelnd "achja, das war ja diese schöne Geschichte".




12.2.26

Geschmack ist Luxus

Als ich Krebs hatte, veränderte sich durch die Chemotherapie mein Geschmack. Tomaten schmeckten nach Bananen zum Beispiel. Einige Monate später war alles wieder normal. Und auch, wenn das alles nun schon über siebzehn Jahre her ist, sind die Erinnerungen ganz nah. 
Vor allem nach einer Woche wie dieser. Wegen einer Zahnentzündung habe ich letzte Woche ein Antibiotikum bekommen und weil es sich nicht mit Milch verträgt und man zwei Stunden später erst Milchprodukte zu sich nehmen sollte, habe ich gleich ganz auf meinen Morgenkaffee verzichtet. Es passte einfach zeitlich nicht und später kann ich ihn nicht trinken, weil ich dann nicht schlafen kann, kein Scherz.
Heute also mein erster Kaffee nach einer Woche. Was für ein Geschmackserlebnis! Vermutlich lag es nicht nur an der Woche Verzicht, sondern auch daran, dass der Kaffee besonders gut war, aber es hat mir wieder einmal gezeigt, dass Dinge einfach nicht selbstverständlich sind. Das, was wir haben, was wir erleben und mit allen Sinnen erfassen dürfen, ist doch pures Glück!
Das Foto zeigt den Kaffee und den Keramik-Shirin, den ich heute im Keramikstudio abgeholt habe. Er guckt genau so dünn wie sein Original.


Der Frühling ist nah

Trotz Regen strecken die ersten Blümchen ihre Köpfe hervor. Es wird schön 😍








11.2.26

Buchtipp: Das Buch der Wünsche

Ich kann vorab sagen, Stand heute hat Meg Shaffer leider nur ein einziges Buch auf Deutsch veröffentlicht, aber ich bin kurz davor, ihr im Juli erscheinendes auf Englisch vorzubestellen, so sehr mag ich mein aktuelles Busbuch.
Die Geschichte von Lucy ist so lebendig und wundervoll erzählt, dass sie mich schon ab der Seite der Widmung mit einer Wärme erfüllt, die ich kaum beschreiben kann. 
Es hilft natürlich, Charlie und die Schokoladenfabrik und andere Kinderbuchklassiker zu kennen, aber auch so ist dieses Buch ein Erlebnis. Dabei ist die Situation eigentlich eher traurig: ähnlich wie im kürzlich vorgestellten Buch über die vergessenen Kinder (Die Stadt der kleinen Wunder) erinnert sich die erwachsene Lucy sehr genau, wie schlecht es ihr in ihrer Familie ging - und möchte gerne einen Jungen adoptieren, der ebenso gerne Geschichten liest wie sie. Das Jugendamt hat hier aber Auflagen, Liebe allein genügt nicht. Und so zieht Lucy in ein Abenteuer rund um einen Schriftsteller und einen Haufen Lieblingsbücher und einen Zeichner sowie ein neues Buch, das es zu gewinnen gilt.
Es ist aufregend und gleichzeitig will man in diesem Buch leben, weil es so behaglich ist ❤️ 



10.2.26

Lütter Mail Club

Oh, ich habe da wieder etwas entdeckt! Du weißt ja, ich kann Überraschungen nicht leiden, aber wenn ich mich selbst überrasche mit so besonderen Dingen wie Pakete, von denen ich nicht weiß, was darin ist, dann liebe ich Überraschungen. Und bei Driedline geht das
Sie wurde mir bei Threads angezeigt und nur wenige Sekunden später hatte ich meine erste Bestellung aufgegeben. Ich wusste, ich brauche das, einfach eine Auszeit für mich. 
Noch nie zuvor hatte ich etwas so schnell und so intuitiv bestellt und ich wurde nicht enttäuscht. Zunächst einmal hat sie superschnell versendet. Die Post braucht ein paar Tage, aber das stand auch so bei den Versandbedingungen. Dann kam dieses kleine Päckchen an und steckte an unserer Tür, wie ein freundlicher kleiner Gruß. Liebevoll verpackt und mit einem extra Brief, Stickern, einem Lesezeichen und einem DIY, bei dem ich, hätte ich das alles selbst ausschneiden müssen, schon kapituliert hätte. Irgendwie hat mein sonst recht schlauer Kopf das DIY-Tütchen aber nicht begriffen, weshalb ich Dir nun auch sagen kann: der Support ist der Knaller. Wie schnell kann jemand auf eine Mail antworten und dann auch noch so lieb?! Ich hätte einfach mal die Instaposts durchschauen müssen, dann hätte ich gewusst, was zu tun ist. Aber sie hat mir noch eine zusätzliche Mail mit einer lieben Anleitung gesendet (Die fand ich später im Spamordner) und in der ersten Mail extra Bilder angehängt und voll lieb geschrieben. 
Diese Post werde ich mir wohl wieder gönnen, da Suchtgefahr besteht und ich auch gerne kreative Menschen unterstütze. 
Ich zeige hier erstmal, für den Fall, dass sich jemand noch überraschen lassen möchte, nur Ausschnitte. Bis Mitte des Monats kannst Du noch dieses Päckchen bestellen, danach gibt's etwas Neues. // unbezahlte Werbung, selbstgekauft






9.2.26

Buchtipp: Als der Himmel fiel

Ich lese selten innerhalb weniger Tage ein Buch durch und ich habe noch nie so oft zurück geblättert, einfach, weil ich dachte, ich habe etwas überlesen, aber das Einzige, was diesem Buch fehlt, sind Absätze, damit springt der Text von einer Szene zur nächsten, was es aber auch spannend und überraschend macht, sobald man sich daran gewöhnt hat.
Die Geschichte ist sehr gut geschrieben, endlich auch mal ein Buch ohne Tippfehler, was heutzutage wirklich selten ist. Und: es bleiben keine Fragen offen - das mag ich ja sehr. 
Die Figuren sind unglaublich gut ausgesucht und das, was sie erleben, ist so nah, dass es vom Leben abgeschrieben zu sein scheint. Ich meine damit, es ist perfekter Lesestoff, man fühlt jede Zeile. Komisch, dass mir Julie von Kessel bislang unbekannt war.




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8.2.26

's Fachl in Karlsruhe

Ich habe neulich ja einen gehäkelten Shirin gekauft und schon geschrieben, dass mit ein Grund dafür der kurze Lieferweg gewesen ist. Knuddelkleine hat danach gepostet, dass sie zwei Fächer im Laden 's Fachl in Karlsruhe hat - das musste ich mir ansehen
So ein schönes Geschäft! Viele KünstlerInnen finden sich hier, Postkarten, kleine Buddelschiffe, Schmuck, Taschen, unfassbar tolle Dinge. Und die Sachen von Knuddelkleine - da mussten eine Erdbeere und die blaue Katze einfach mit! 
Jetzt hat Shirinchen einen blauen Kumpel, der auf seine Art Ähnlichkeit mit Habibi Schoko hat und darum machen die Zwei mich glücklich. 
Schaut mal in dem Laden vorbei, ich liebe das Konzept!






Ritterstraße Karlsruhe rechts von Karstadt, bei Sostrene Greene schräg gegenüber // unbezahlte Werbung 

7.2.26

Fünfzehn Cent

Heute Morgen bei meinem Lieblingsdrogeriemarkt: Nach mir an der Kasse zwei Kinder, die - offensichtlich Geschwister - auf dem Weg zur Grundschule buntes Haarspray kaufen möchten. Der kleine Junge gibt der Kassiererin eine Handvoll Kleingeld, während ich meine Sachen einpacke. Mein Bauchgefühl sagt mir, ich solle mal abwarten und es hat recht: “Da fehlen fünfzehn Cent!” sagt die Kassiererin.

Den Kindern steht die sofortige Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. “Siehste Vanessaaaaaa”, sagt der kleine Bruder zur großen Schwester, “es ist doch nicht genug!”
Schnell nehme ich fünfzehn Cent aus meinem Portemonnaie und reiche sie der Kassiererin: 
“Hier sind fünfzehn Cent.”

Sie und die Kinder starren mich mit offenem Mund an. Dann legt sie das Geld in die Kasse, lächelt die Kinder an und gibt dem Mädchen die Spraydose.
Ich packe meinen Geldbeutel ein und folge den Kindern, die bereits hinausgehüpft sind, dort aber auf mich warten.
“Sie sind aber nett.”, sagt Vanessa. 
“Naja, wegen fünfzehn Cent müsst ihr ja nicht traurig sein”, antworte ich und mir fällt gleichzeitig ein, dass ich als Kind froh war wenn mir die Oma von gegenüber Zuckerkekse schenkte oder der Nachbar für die Kirmes eine Runde Schmetterlingsbahn spendierte. Außerdem war ich in meiner Hartz IV Zeit manchmal auch um jeden Cent froh, für den ich dann doch noch Kartoffeln oder gar Brot kaufen konnte.

Okay, man mag sagen, hier geht es nicht ums Überleben. Aber man weiß wie garstig Kinder zu anderen Kindern sein können. Und jetzt ist Karnevalszeit - auch in den Schulen. Und richtig: Die große Schwester strahlt mich an: “Ich möchte am Montag als Pippi Langstrumpf in die Schule gehen und da muss ich doch rote Haare haben!” 
Der kleine Bruder nickt und grinst so ein typisches Kleiner-Bruder-will-auch-Grinsen.

“Naja, dann gibst du deinem Bruder ein bisschen was ab für sein schwarzes Haar, oder?”
“Ja”, nickt sie und will dem Bruder hinterher, der plötzlich zu Schulfreunden rennt.
“Viel Spaß, kleine Pippi Langstrumpf, ich muss weiter”, sage ich und sie läuft nach einem “Danke!” fort.

Und ich bin so glücklich! 


 (Dies ist ein Archivartikel aus dem Jahr 2021, damals trug es sich genau so zu)

6.2.26

Frische Wäsche auf dem Katzenhochbett

Gefühlt wird bei uns jeden zweiten Tag irgendetwas frisch bezogen.
Zwar haben die Jungs inzwischen keine Kartoffeldruckkackpopöchen mehr (was das ist, kannst Du in meinem Buch "Mein Katzenleben" nachlesen), aber Kleinerhong übergibt sich gerne in die Badewanne, in der seine Decken liegen, damit er keine Blasenentzündung bekommt (hatten wir alles schon) und auch Opikatze Caramelli ist sehr kreativ mit den Plätzen seiner "Übergabe". Die Zwillinge putzen sich zwar auch viel, müssen aber nicht so häufig spucken. Doch wenn, dann hat zumindest Harry zuvor mindestens zwei Liter Wasser eingeatmet, die zusammen mit aufgeweichtem Trockenfutter wieder rausmüssen. 
Und dann muss die Muddi waschen und die Kinder tun so, als hätten wir monatelang keine frische Bettwäsche und kein frisches Sofa oder Katzenhochbett gehabt. Oder 
Teppiche und Decken. Die Freude ist riesig und auch wenn mal keiner gekübelt hat und wir zum Beispiel das Bett einfach so frisch beziehen, dann ist es ein Event für die ganze Familie. Alle helfen mit und alle liegen überall drauf. Diese Fotos entstanden letztes Wochenende - Kleinerhong auf dem Katzenhochbett. Das ist eigentlich ein Ikea Kura (unbezahlte Werbung), das wir so zusammen gebaut haben, dass auf der langen Seite die kurze Wand angebracht wurde, damit es über einen Kratzbaum einen offenen Zugang gibt und auf der anderen Seite haben wir auf die Wand verzichtet - dadurch haben wir immer Blickkontakt und sie können von dort aufs Palettenbett springen und umgekehrt.
An manchen Stellen haben wir Sisal drumherum gewickelt - als zusätzliche Kratzstämme.







5.2.26

Buchliebe

Mein SUB (Stapel ungelesener Bücher) wird nicht kleiner und das ist auch gut so! 
Diese Woche ist die Buchhandlung wegen der Baustelle immer noch geschlossen und wir können sie unterstützen, indem wir trotzdem Bücher kaufen, indem wir sie dort bestellen. 
Ich habe nun einfach mal die "Irgendwann"-Liste genommen und dort bestellt und das ist dabei rausgekommen. 
Dieses Glücksgefühl, einfach eine Tasche voller Bücher ausgehändigt zu bekommen, das ist höchstens noch durch Pommes zu toppen, aber eigentlich auch nicht, weil es schon das höchste der Gefühle ist. Ich habe dadurch glaube ich mein inneres Kind geheilt, das einmal an Weihnachten kein einziges Buch geschenkt bekam. Und weil ich dachte, es ist ja Weihnachten, war ich damals auch nicht vorher in der Bibliothek. Das heißt, ich hatte einmal über die Feiertage nichts zu lesen und da war ich echt noch klein. Danach waren alle schlauer, ich ging in die Bibliothek und die anderen schenkten Bücher🤭 
Ich denke auch immer, wenn ich mal arm in Rente bin, dann habe ich wenigstens meinen SUB von jetzt. Außer ich lese weiterhin so viel, aber dann wird in der Rente einfach von vorne angefangen. // Unbezahlte Werbung 

4.2.26

Sonne

Wenn der Nachbar schreibt "ich habe dein Paket mit rein genommen" und ich aber nichts Großes bestellt habe, dann ist der Rest des Tages Vorfreude wegen einer Überraschung. 
Zuhause angekommen finde ich Mallorcasonne in Form von Orangen. Eine meiner ältesten Freundinnen hat sie aus dem Urlaub mitgebracht und mir geschickt. Von denen bekomme ich nämlich keine Allergie. 
Glück pur, und die tolle Postkarte! 🍊


3.2.26

Gute Gedanken

Wenn der ÖPNV streikt und ich früh zur Arbeit muss, nur das Fahrrad infrage kommt und es sehr kalt vom Himmel regnet, dann kann ich auch denken "was für ein Glück, dass ich mich bewegen kann und wie dankbar ich für meine gute Arbeit sein kann" - und schon ist die Welt bunt💕

Manchmal müssen wir nur unsere Gedanken umkehren, damit wir uns besser fühlen 💞



2.2.26

Zähne und Politik

Letzte Woche hatten meine Zahnarztpraxis und ich 20jähriges. Wir haben den Tag knapp verpasst, aber mein Zahn hat mich hinterher daran erinnert und so war ich mit einigen Tagen Verspätung dort, um unsere Verbindung mit einer Wurzelbehandlung zu feiern
Ich hatte noch überlegt, ob ich das hier überhaupt zum Thema mache.
Wer weiß schon, wann der erste Tag in einer Praxis war. Ich wusste das Jahr noch, denn zwei Jahre später wurde ich hier während meiner Krebsbehandlung so toll behandelt. Und überhaupt mag ich die Leute dort, die natürlich den genauen Tag nachsehen konnten. Also Grund zur Freude, aber nicht unbedingt Grund zu bloggen.
(Das Bild ist KI-generiert)

Doch gestern kommt eine Meldung, die mich wütend macht. 
Schon jetzt ist die Zahnbehandlung etwas für Gutverdienende. Die Krankenkasse bezahlt drei Sitzungen bei einer Wurzelbehandlung, jede weitere zahlt man selbst. Ich muss zum Glück nicht oft zum Zahnarzt und nage nicht am Hungertuch, aber ich hatte auch schon Zeiten, in denen ich arm war. 
Wenn man nicht wie ich Glück mit der Praxis hat, wo seit Jahren alles versucht wird, dann muss man wohl einen Kredit aufnehmen, denn es gibt hier auch teurere Angebote. Und nun will der CDU-Wirtschaftsrat, dass alles selbst bezahlt werden soll. Man mag denken, dass dann alle nicht mehr zur Zahnarztpraxis gehen und wir stattdessen mit noch mehr schlechten Gerüchen als jetzt schon in Bus und Bahn und sonstwo konfrontiert sind. 
Außerdem ist schon jetzt mit die häufigste Todesursache Blutvergiftung, Sepsis, und die kann durch einen unbehandelten Zahn kommen.
Was aber ist mit den Zahnarztpraxen, wenn keiner mehr hingeht? Sie werden ihre Jobs verlieren. Wie wirtschaftlich ist das denn bitte? Durch die komischen Ideen der Politik haben schon Tierärzte geschlossen, jetzt geht's dann also an die Humanmedizin? Ich kann das echt nicht glauben. Hier wird wieder einmal Politik für Reiche gemacht. Besser kann man uns nicht sagen, wie scheiße Ihr das Volk findet, aber ich denke, das C in CDU fällt eh bald weg, dann heißt diese Partei nur noch DU. 
Traurig. Wie man überhaupt auf solche Ideen kommt. Es ist mir unbegreiflich.
(Das Bild ist KI-generiert)


1.2.26

Mini Booknook: Das magische Haus

Passend zum gestrigen Buch bekam ich ein Mini Booknook. Ich liebäugelte schon lange mit den größeren, aber so eine Fisselsarbeit liegt mir einfach nicht und man muss neben dem Mouse House und dem Playmobil-Hobby ja nicht noch etwas anfangen, was rumsteht. 
Bei der exklusiven Thalia-Miniausgabe handelt es sich um kleine Booknooks mit Magnet. Allerdings glaube ich nicht, dass diese Dinger lange an einer Kühlschranktür halten und besser an der Seite aufgehoben wären. Ich habe meines zu den anderen Häuschen in den Ficus gehängt und auch beleuchtet. 
Der Vorteil ist ganz klar: man benötigt keinen Kleber und kein anderes Zubehör und es sieht süß aus. Der Nachteil: das Herausbrechen der Einzelteile zieht manchmal kleine Farbecken ab, der Druck ist nicht richtig haltbar. Außerdem ist die Anleitung zwar ganz international und einfach, aber die Teile passen nicht so gut ineinander, zu feste drücken darf man aber halt auch nicht. Beim magischen Haus finde ich das gar nicht schlimm, es darf etwas windschief sein. Bei anderen Versionen hätte es mich geärgert, die sollten ja perfekt aussehen. Aber so ist es ganz niedlich und ich mag's. Warum einmal B8 übrig bleibt, bleibt ein magisches Rätsel🤭🧙🏼‍♀️
Thalia Mini Booknook 
Verschiedene Ausführungen 
je 9.99 Euro
// Unbezahlte Werbung 












31.1.26

Buchtipp: Die Stadt der kleinen Wunder

Dieses Buch ist mir zu-gefallen, denn es ist eigentlich ein Kinderbuch. Ab neun Jahren, aber das kommt aufs Kind an. 
Denn es geht um vergessene Kinder, die, die im Alltag untergehen oder die zu viel leisten müssen, um die Geschwister zu versorgen oder die einfach übersehen werden. Das könnte ein Kind aus einer intakten Familie zwischendurch beim Lesen traurig oder ängstlich machen, auch wenn die Geschichte wunderschön gelöst ist und sie Trost für Kinder aus nicht so tollen Familien sein kann. Mein neunjähriges Ich hätte sie genauso verschlungen wie mein fast 49jähriges Ich jetzt. Aber man sollte sie mit jüngeren Kindern unbedingt gemeinsam lesen, zumal die Erzählsprache des erst in die 3. Klasse gehenden Alfred mit all den Fremdwörtern (Klassifizierung, Blendwerk, Partisanen etc) nicht so ganz passt. 
Aber ich finde Amanda toll, die ganz besondere Ohren hat und beim Zeitungsaustragen all die Kinder hinter den Türen und Fenstern erkennt und ihnen Äpfel und andere Dinge bringt. Amanda lebt mit einer Katze und einer Krähe in einem geerbten Haus voller alter Schätze und es gibt so manche Überraschung für Alfred, als er dorthin kommt. Vor allem findet Alfred bei ihr einen Radiosender und gemeinsam gründen sie einen Sender für die vergessenen Kinder. Er lernt aber auch, wie heilsam das Kochen von Apfelmus ist und wie viele verschiedene Sorten Äpfel es gibt. Man möchte in diese Geschichte hineinfallen, sich in Alfreds Hängematte legen und immer bei Amanda bleiben, so schön ist es da. Wenn Du es verschenken möchtest, leg einen Apfel dazu. Oder koche Apfelmus, denn der Appetit darauf kommt beim Lesen. 

//Unbezahlte Werbung 

30.1.26

Buchtipp: Feelgood-DIYs

Mir war @dekokrams Catharina Junge kein Begriff, aber das Buch wurde im Newsletter meiner Lieblingsbuchhandlung vorgestellt und erinnerte mich an das, was ich zum Beispiel am ARD-Buffet liebte und jetzt auch noch oft bei der Sendung Kaffee oder Tee sehe: eine Auswahl an Rezepten und Kreativität.
Also musste dieses Buch her und inzwischen habe ich es durchgelesen. Es gibt für meinen Geschmack etwas zu viel Heißkleber (immer aber auch Alternativen) und Ikea-Hacks sowie Holzklötzchenideen. Alles andere ist aber ganz wunderbar. Das Buch beinhaltet wunderschöne Fotos, die meist eine Freundin von Catharina Junge gemacht hat, und die Rezepte inspirieren zu mehr. 
Die Dekoideen und DIYs gefallen mir gut, nur manche Anleitungen könnten ausführlicher sein - zum Beispiel glaube ich, dass den Brottütenstern Leute aufgrund dieser Anleitung im Buch nicht ganz so leicht nachbasteln können. Ich habe ihn schon vor vielen Jahren in unsere Fenster gehängt, sodass ich ihn ohne einzelne Schritte verstehe. Aber man kann ja im Zweifel alles im Internet nachschlagen. 
Die Texte sind sehr "nah", als würde eine Freundin mit Dir reden, und immer wieder wird auf die eigene Phantasie und Kreativität hingewiesen. Tatsächlich dachte ich letzte Woche, ich könnte mal wieder Taco Shells mit Chili sin Carne zubereiten und im Buch gibt es eine ganz tolle Bowl mit Nachos und einer Avocadocreme, die dazu einlädt, selbst in die Küche zu gehen. Ich mag es, dass Ideen fürs ganze Jahr darin zu finden sind und dass meine eigene Kreativität angepiekst wird💖
Der Topp-Verlag bzw frechverlag ist einer meiner liebsten und so bin ich froh über dieses neue Kleinod im Bücherregal, das ich sicherlich immer wieder benutzen werde.




29.1.26

Mein Katzenleben

 Dies ist Werbung - in eigener Sache - wenn Dir die Erzählungen der letzten Tage gefallen haben, lies gerne mein Buch "Mein Katzenleben". Ich habe es als Fortsetzung für die geschrieben, die wissen wollten, wie es nach meinem ersten Buch "Mein Krebs heißt Leben" weiter ging. In meinem zweiten Buch erzählt Schoko, der im Himmel auf einer Sommerwiese lebt, zusammen mit mir von unserer Katzenbande 😻😺🐱😽😼🙀🤩



28.1.26

Es gibt so viele Katzen

 Es gibt so viele Katzen und ausgerechnet ich lebe mit den schönsten🤭😽😽😽😽

Als mich Harry als Kitten auf einer Tierheimseite ansah, dachte ich nein, oh nein, nicht noch eine Katze, das wäre ja verrückt!
Das Bild war aber in mein Herz und Hirn schon eingebrannt und ich fragte nach, ja, er war noch nicht vermittelt. Also okay, Harry sollte zu uns kommen, wenn er alt genug wäre. Doch drei Wochen später hieß es "wir haben ein Problem. Wir können die Geschwister nicht auseinander halten und wissen nun nicht, welchen du ausgesucht hattest". Ich antwortete intuitiv: "Zwillinge trennt man nicht" und das war die beste Entscheidung. Nicht nur, dass die Zusammenführung mit der vorhandenen Katzenfamilie dadurch leichter wurde - diese Zwillinge haben eine Verbindung, die unbeschreiblich ist. Gleichzeitig sind sie so unterschiedlich und doch so gleich. Es ist einfach ein ganz besonderes Katzenleben durch sie geworden. 😻😻




27.1.26

Zu-fälle

Als Caramelli immer spielen wollte und Schoko eher müde schien, entschieden wir, noch zwei weiteren Katzen ein Zuhause zu geben. Es sollte ein Quartett, ein Kleeblatt sein, so die romantische Vorstellung.
Zwei Rote Katzen waren geplant, doch die wurden durch ein Missverständnis doppelt vermittelt und so ging es dann um den nächsten Wurf bzw zweimal Kitten, die gemeinsam in einer Pflegestelle auf ein Fürimmerzuhause warteten. Da gab es eine Rote Katze und Nummer Zwei war schnell gefunden, eine Tuxedokatze mit irrem Blick. Da sie gemeinsam die ersten Monate verbracht haben, dachten sie wohl, sie seien Brüder - und die Verbindung riss nie ab. Der kleine Schwarzweiße wurde Hong nach dem Lieblingsbistro genannt und der Rote Shirin, weil er so süß war und immer ein Mädchen sein wollte. Hong hat Shirin immer beschützt - und nur selten verhauen. Die anderen Brüder hingegen bekamen immer wieder zu spüren, dass Kleinerhong der Chef hier ist. 
Aus dem Kleeblatt wurde nichts. Schoko bekam acht Tage nach Ankunft der Kitten Flügelchen und starb urplötzlich in meinem Arm in der Nacht. Neben uns lag Caramelli und das war zu dieser Zeit noch nicht so normal, er war ja eher scheu. In den Tagen nach Schokos Tod schloss sich Caramelli den Kitten an und lernte, dass er klettern kann und wunderte sich in einem Karton sitzend, dass die Kleinen sowas toll fanden. 
Es wurde sehr trubelig durch die Beiden und das ruhige Katzenleben ist seitdem Geschichte. Hat uns allen gut getan 😼😽🐱😺😻🥰



Schoko