Meine gestrigen Gedanken zum Lesen und wie Geschichten in unseren Herzen Platz finden, möchte ich heute noch ein wenig ausführen.
Es sind die Erinnerungen, die mich lächeln lassen, weil mir warm ums Herz wird. Zum Beispiel Momo, Ronja Räubertochter und Madita - alles starke Mädchen, die ein Teil von mir wurden, weil ich mich als Kind mit ihnen identifizieren konnte. Zumindest lernte ich dies später in Erziehungswissenschaft, als es darum ging, worauf man bei Kinder- und Jugendbüchern achten muss, so als pädagogische Fachkraft. Identifikation. Das Wissen habe ich mitgenommen, Pädagogin bin ich nicht mehr (nicht wegen der Kinder, sondern eher wegen der anstrengenden Eltern damals). Aber die Liebe zu Büchern ist ungebrochen - irgendjemanden findet man immer, mit dem man sich identifizieren kann. Sogar, wenn ich irgendwelche Liebesromane lese, in denen eine Person ihren Job verliert, vom Freund verarscht wird und nach ganz viel Regen und einem Neustart wieder die Sonne scheint - selbst wenn diese Dinge mir nicht passiert sind, so kenne ich doch diese Gefühle. Und die richtig guten Bücher sind Gefühle, Geschichten, vom Leben abgeschrieben.
Meine Freundin bekräftigt "Tiere gehen immer". So freue ich mich natürlich auch über jedes Katzenbuch, doch neulich habe ich einen Hunderoman gelesen und fand ihn ganz allerliebst.
Oft bin ich ganz sprachlos, weil sich Dinge in meinem Leben genau so zugetragen haben, wie sie in einem fremden Buch beschrieben sind - da ist sie wieder, die Identifikation.
Wenn dann noch die Personen in mein Herz gelangen, weil sie einfach wundervoll beschrieben sind, dann ist das Buch perfekt. Für mich jedenfalls.
Man mag sagen, so groß ist ein Herz ja nicht, da müssen schließlich auch echte Herzensmenschen rein und Pommesliebe und Sonnenschein, schöne Orte und die Katzen und das, was man gerne tut, Hobbies, Kreativität, wie sollen denn da noch die Bücher rein? Dann antworte ich: Es passt. Echte Buchliebe ist so herzvoll, dass in jedes noch so kleine Eckchen noch etwas reingequetscht werden kann. Ob Herzecke oder Bücherregalecke 🤭
Geschichten mögen sich manchmal ähneln und doch sind sie anders, jede für sich wunderbar, denn Menschen haben sich Mühe gegeben, für uns eben dieses Buch zu schreiben.
Oder eine ganze Reihe ist voll mit Figuren - ich denke da an die Stadtgeschichten von Armistead Maupin oder auch die Valerie Lane Reihe von Manuela Inusa, die Katzencafe-Bücher von Kerstin Garde und ihre Sanddornweg- und Löwensteg-Serien, aber auch die Bücher von Meike Werkmeister, in denen wir alle Charaktere irgendwann wiedertreffen, ob als Nebenrolle oder Hauptpersonen - sie alle sind wie gute FreundInnen und deren Geschichten wie ein Teil meiner Geschichte.
Darum bin ich dankbar, dass Menschen Bücher schreiben. Dass ich sie lesen darf.
Buchliebe ist groß.



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