16.4.11

Alte Liebe im Theater Baden-Baden

Ihr kennt mich. Wenn ich etwas doof finde, finde ich es eben doof. Wenn ich aber etwas gut finde, wenn etwas mein Herz berührt, dann muss ich das auch sagen. Und darum erzähle ich heute von einem ganz besonderen Theaterstück, das momentan im Theater Baden-Baden zu sehen ist:
Alte Liebe von Bernd Schroeder und Elke Heidenreich. Dieses Stück ist ein Buch. Oder eine Geschichte aus dem Leben. Oder ein Blick in einen fremden und doch so vertrauten Garten. Oder einfach: Das Herz berührend.
Wie Berth Wesselmann und Birgit Bücker das Paar spielen, das sich aus den Augen zu verlieren scheint und Gefühle dem Alltag opfert, ist einfach unglaublich. Die Entwicklung, die beide machen, ebenso. Egal wie alt oder jung wir sein mögen, wir erkennen uns wieder, wir leiden, freuen, fühlen mit und haben einfach einen guten Abend mit den beiden, mit deren Leben voller Verwandten und Gedanken, Vogelgezwitscher und Hundegebell.
Ganz besonders sind in der Tat die Gedanken der beiden. Die Hintergrundgeräusche. Aber auch das Bühnenbild und das Licht, das in bestimmten Momenten atemlos macht, weil es dafür einfach keine Worte gibt und man sich dann eben des Schweigens und "Scheinwerfens" bedient. Ich habe noch nie zuvor ein Schauspiel sehen dürfen, das mich so berührt und gefangen genommen hat. So, wie man liebgewonnene Bücher auch gerne mehrmals zur Hand nimmt, möchte ich es gerne noch ein paarmal anschauen. Dabei kann ich gar keinen speziellen Punkt ausmachen, warum ich es so sehr mag. Herr Bohlen (ihn zitiere ich nur ungern, aber hier passt es) würde sagen: "Das Gesamtpaket stimmt."
Natürlich ist sicherlich die von mir nicht gelesene Romanvorlage Schroeders/Heidenreichs als gelungene Grundlage zu sehen. Aber was das Theater daraus gemacht hat, ist schon fast genial. Danke!

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