14.4.26

Ruhige Abende, chillige Wochenenden

 "Aber wenn du dich mit jemandem triffst und es schön ist, gute Gespräche hast, dann ist das doch kein Termin?!"
Doch, für mich ist es das. 
Auch private Treffen sind anstrengend, auch wenn ich die Leute mag. Ich kann gut jemandem zuhören, mich zwei Stunden mit einer Person  angeregt unterhalten, aber dann ist es gut. Je mehr Menschen an einem Tisch sitzen, umso weniger Zeit bis zum Tinnitus oder zur Erschöpfung. 
Darum habe ich schon vor langer Zeit für mich entschieden, genauer gesagt, seit ich abends und am Wochenende nicht mehr arbeiten muss, dann auch nicht mehr mit anderen rauszugehen. Zuvor habe ich zwölf Jahre lang ständig Abenddienste absolviert, plus den Tag.
Darum konnte ich über die Diskussion zu Wochenarbeitszeit und Überstunden unserer Regierung auch nur müde lächeln - wenn Du musst, arbeitest Du auch 14 Stunden lang ohne Pause, egal, was die da oben sagen.
Dann arbeitete ich im Hotel und bevorzugte tatsächlich die Spätschicht, weil ich einfach besser schlafe, wenn ich keinen Wecker stellen muss (ab einer gewissen Zeit wecken uns die Katzen). Aber dadurch veränderte sich der Tagesablauf und vor Mitternacht ging ich nicht ins Bett. Vor zwanzig Jahren wäre das toll gewesen, da war ich Nachtmensch, aber inzwischen bin ich alt und der frühe Vogel und so..
Inzwischen meint das Leben es gut mit mir und hat mir eine Arbeit geschenkt, bei der ich die Abende einfach frei habe. Und wenn Du das lange Zeit nicht hattest und noch dazu Fatigue, dann chillst Du jetzt Dein Leben. Es gibt nichts Schöneres, als nach einem Arbeitstag die Tür aufzuschließen und zu wissen, die Katzen purzeln jetzt vor Deine Füße, weil sie sich freuen und weil sie wissen, uns gehört der Abend. 
Ich bin beim Arbeiten aber auch so eine 1000prozentige, ich möchte einfach alles gut machen und schnell erledigen. Dadurch, dass ich also täglich 6-8 Stunden arbeite und das, was ich tue wertgeschätzt wird, gebe ich dort auch gern alles.
Wenn ich frei habe, möchte ich erst recht nicht abends weg, denn dann habe ich die Zeit im Blick und damit einen Termin. 
Somit bin ich zu zwei Lesungen meiner Freundin und zu den Konzerten von Bosse und Tina Dico in den letzten zwei Jahren gegangen und in zwei klassische Konzerte und sehr zufrieden damit. Mir fehlt nichts. 
Meine FreundInnen sind zum großen Teil FrühstückerInnen wie ich. Dieser Moment, wenn ein frisch gebrühter Latte Macchiato vor mir steht, ist Glück pur.
Trotzdem werde ich immer wieder gefragt, ob sich vielleicht etwas geändert hat. Ich hatte diesen Beitrag schon fertig geschrieben, da kam die Frage, ob ich demnächst am frühen Abend im Nachbarort zum Essen mit Freundinnen mitkomme. Ich habe kurz überlegt, aber das Nein war zu klar in meinem Bauchgefühl: Zu dieser Zeit arbeite ich noch und an diesem Wochentag habe ich morgens einen Termin - das genügt mir dann an Ausgang, nach zehn Stunden möchte ich dann auch mal heim😅
Für mich gibt es auch gerne mal menschenfreie Sonntage.
Das heißt, wir stehen zwischen sechs und halb neun auf, je nachdem, wonach uns ist - manchmal lesen die Katzen noch ein Buch im Bett mit, manchmal wollen wir einfach den Tagesanbruch auf dem Balkon erleben. 
Über allem steht die Ruhe. Die ein Geschenk ist. 
Luxus pur. 
Dankbarkeit🩷



13.4.26

Everyone is awesome kreativ

Ich habe gedacht, für meine Variante gibt's nun noch einen extra Post. Wie ich zu dem Set kam, siehst Du eins vorher, hier sind Bilder von meiner Abwandlung mit einer vorhandenen Playmobilfigur und Lego-Zubehör, das ich noch zuhause hatte, also nicht im Lieferumfang enthalten ist (aber queer ohne Essen, Lippenstift, Kaffee oder Tee geht ja eigentlich nicht😅).








Lego: Everyone is awesome

Seit Jahren liebäugele ich mit diesem besonderen Set von Lego und spätestens im Juni, Pridemonth, denke ich, ach hätte ich es nur. Aber über dreißig Euro für bunte Figuren ausgeben, die dann doch nur ein weiteres Stehrümchen sind?
Oder ist es mehr als das? Immerhin kann man die Figuren abnehmen oder anders platzieren, wenn man sich nicht ganz an die Anleitung hält. 
Und ist mein Motto nicht #colouryourlife ? Trotzdem, es ist ein stolzer Preis, andererseits wurde er in all den Jahren nicht angepasst und ist gleich geblieben. 
Also habe ich es mir nun selbst geschenkt - zu Ostern, zum Geburtstag, zur Belohnung für viel Arbeit - und einfach so.
Der Designer sagt:  "Wir alle haben ein
Recht darauf, akzeptiert und geliebt zu
werden und auch kreativ zu sein. Mit diesem Modell möchten wir zeigen, dass uns wirklich alle Menschen am Herzen liegen." 
Es wird noch viel mehr im beiliegenden Anleitungsheft und auf der Website erklärt und gerade in heutigen Zeiten, in denen Menschen sich sogar von Fotos eines echten Regenbogens getriggert fühlen, rechte "Stolzmonat"-Sticker über Anti-AfD-Sticker kleben und meinen, Familie bestünde nur aus Vater, Mutter, Kind oder das Empfinden, im falschen Körper geboren zu sein, verneinen, sind wir es doch, die die Welt bunter machen und die laut und sichtbar bleiben müssen. Ich komme noch aus einer Zeit, da war ein Coming-out eine große Sache, bestimmte Promis ExotInnen und ein CSD in einer kleineren Stadt eine Seltenheit. Die Ehe für alle haben wir uns erkämpft. All die jungen Leute, die heute noch hören "es ist nur eine Phase", sollten von uns Älteren gestärkt werden. Und darum ist so ein Legoset wichtig. 
"Es wird wohl aus dem Programm genommen", sagt die Mitarbeitende im Geschäft, mich wundert es nicht, steht es doch tatsächlich hinter einem Regal auf der Rückseite - wie soll man es da finden? Lego vertreibt das Set exklusiv nur in seinen Shops und online. 
Ich hoffe sehr, dass etwas Ähnliches nachkommt und dass große Firmen nicht müde werden, uns zu supporten. 
Manche sagen, sie machen das eh nur fürs Image, extra regenbogenfarbene Artikel im Juni sind überteuert und nur Geldmacherei. 
Du musst sie ja nicht kaufen, kannst aber das ganze Jahr über andere Artikel dieser Firmen benutzen. Bei Penny zum Beispiel klebt schon lange ein Regenbogenaufkleber an jeder Filiale. Wer die Charta der Vielfalt unterschreibt, steht auch hinter seinen Mitarbeitenden. 
Ich liebe dieses Set jedenfalls total und habe beim Aufbauen gemerkt, dass es keinesfalls ein Stehrümchen wird, schon jetzt habe ich die Figuren schon xmal anders arrangiert. Vermutlich deshalb liegt auch so ein Lego Separator bei, denn die kleinen Platten ohne diesen abzubekommen, ist echt schwer und die Figuren stehen auf einer kleinen Zweierplatte.
Eine kleine Kritik, was aber bei Playmobil auch oft so ist: es ist alles erst einmal durcheinander in den Tütchen (die Lego übrigens laut Flyer bald recycelt und plastikfrei anbieten möchte). Ich weiß nicht, ob das bei den meisten Menschen zu einem besonderen Spieleerlebnis beiträgt, mich nervt es total. Ich habe also erst einmal alles farblich sortiert (keine Ahnung, wie das bei größeren Sets gehen soll) und dann erst hatte ich Freude 😅
Ich habe eine gute Stunde gebraucht, aber es ist einfach und die Anleitung sehr ausführlich.
Die Bilder zeigen, was ich meine 
🖤🤎❤️🧡💛💚💙💜🩵🤍🩷
Everyone is awesome (außer Intolerante)
Es gibt gleich noch einen Post dazu mit anderen Bildern 
// unbezahlte Werbung 






12.4.26

Spargel? Spitzkohl!

Gestern gab es endlich wieder Spitzkohl. Während alle anderen jetzt schon Spargel (mag ich auch) kaufen, durch den warmen März gibt's den hier schon eine Weile, hielt ich die ganzen Wochen vergeblich Ausschau nach Spitzkohl. Ein einziges Mal fand ich einen, aber der war so mickrig, wie der Preis hoch. Eine Enttäuschung 😅 
Gestern dann konnte ich sogar zwischen bio und herkömmlich wählen. Beide waren zwar auch teurer als im Winter, aber was macht man nicht alles für die Sucht. Und das ist ja eine gesunde Sucht.
Ich habe das Gefühl, dass dies der erste Winter ohne Erkältung oder Grippe gefühlt in meinem ganzen Leben gewesen ist, liegt daran, dass ich möglicherweise monatelang aus Senfölen bestand 🤭 die fülle ich nun wieder auf, zu jeder Mahlzeit, weil ich's so liebe. 



10.4.26

Freitag

Schon wieder Freitag.. Ich weiß gar nicht, wo die Woche hin ist, die letzten Monate. Und der April ist auch schon bald halb vorbei. 
Omi sagt, wenn Du älter wirst, rast die Zeit noch mehr. Ich sage, aber ich bin doch schon alt, wenn ich neunzig bin, ist dann ein Jahr ein Tag?
Umso wichtiger, die Lebenszeit zu genießen. Früher war Freitag nur einer von vier superstressigen Tagen, an denen ich 12-14 Stunden arbeitete. An den anderen Tagen 8-10. Dennoch empfinde ich es nicht so, als wäre damals die Zeit schnell vergangen. Vielleicht liebe ich mein jetziges Leben einfach so sehr, dass keine Minute lang genug sein kann (außer die, in der die Waschmaschine lügt, dass sie bald fertig sei). Ich freue mich jedenfalls auf den heutigen Tag, die KollegInnen und die Dinge, die ich erleben werde. Und genauso freue ich mich aufs Wochenende. Und dann wieder auf Montag, ich kann es immer kaum erwarten, dass eine neue Woche startet.
Life is good.
Nutzen wir es🩷


9.4.26

Teekesselchen

Thi gil sal soll ein teutonischer Begriff sein, schöner finde ich die Behauptung, ein Teekessel sei früher auch ein Dummkopf gewesen - neben dem Kessel, der Wasser kocht.
Ich habe Dir gestern von meinem vollen Speicher erzählt, nicht unserem Dachboden, sondern den virtuellen mit den Mails echter Menschen. Als ich dann am Abend Hüpfekästchen gesehen habe und gleich den Impuls hatte, herumzuspringen, überlegte ich, ob die Leute heutzutage überhaupt noch wissen, was ein Teekesselchen ist.
Vor über 25 Jahren wurde ich von einem Kind beim Vorlesen gefragt, was ein Plattenspieler sei - die gibt's heute ja wieder.
Aber all die jungen Erwachsenen, mit denen ich zu tun habe, gucken verstört, wenn wir Älteren übers Millennium reden, über die Angst an Silvester damals, Computer könnten ausfallen, wenn wir von Dirk Bach erzählen oder von Formel Eins mit Stef und ihren Kollegen. Die haben das alles nicht mitbekommen und sie sind einfach erwachsen. 
Den Mauerfall kennen sie aus dem Geschichtsunterricht.
Keine Ahnung, ob sie Gummitwist kennen, die Kinder auf meinem Heimweg kennen immerhin Himmel und Hölle bzw. Hüpfekästchen. Himmel und Hölle ist auch ein Teekesselchen, das haben wir früher auch mit einem Wollfaden gespielt, ob ihnen das was sagt?
Und Teekesselchen? Das muss ich sie echt mal fragen 🤭




8.4.26

Ihr Speicher ist voll

Eigentlich lautet derzeit die Ansage meines Mailanbieters: "Ihr Speicher wird in Kürze voll sein." Aber ein voller Speicher, den man unter dem Dach hat, ist ja auch ein schönes Bild. 
Zuerst war ich etwas empört, dass man nach über 20 Jahren jetzt plötzlich auf die Idee kommt, Mailkonten kostenpflichtig zu machen oder den Speicherplatz zu begrenzen, aber das ist halt der Lauf der Welt, alles kostet Geld. 
Und inzwischen habe ich das Bild eines staubigen Dachbodens vor Augen. Vielleicht kommt durch ein Dachfenster ein Sonnenstrahl, durch den man die Staubpartikel in der Luft flimmern sieht. 
Es stehen verschieden große Papp- und Holzkisten da, kleinere niedliche Boxen und runde große Hutschachteln.
Und jede steht für eine Zeit oder einen Menschen in meinem Leben. 
Während ich anfange, Mails zu löschen, lese ich ein wenig, denke über vergangene Zeiten nach und über die Menschen, die nicht mehr in meinem Leben sind. Und warum sie es nicht mehr sind. 
Manche habe ich durch meine frühere viele Arbeit verloren, wenn Du kaum Freizeit hast, machen das nicht alle mit. 
Manche haben gemeint, Grenzen überschreiten zu müssen und wurden von mir deshalb entfreundet. 
Manche haben mich verlassen, andere sind verstorben. 
Eines haben sie alle gemeinsam: sie haben mich zu der Person gemacht, die ich heute bin.
Manche Menschen begleiten uns eine gewisse Zeit und plötzlich sind die Leben so verschieden, dass man einander nicht mehr sieht. Wir denken wertschätzend an diese gemeinsame Zeit und sind uns dankbar für das, was wir miteinander hatten. Aber wir sind eben keine FreundInnen mehr. 
All diese Mails, brauche ich sie? Möchte ich nicht lieber diesen großen vollen Dachboden ausräumen, ein wenig noch in den Kisten wühlen und dann sagen "Adieu"? 
Genau das tue ich. 
Während ich über viertausend Mails von einer einzigen Person lösche, merke ich: es erleichtert und befreit mich. 
Bei der nächsten Person sind es weniger Nachrichten, aber auch hier sage ich im Stillen "Bye Bye".
Ich habe noch längst nicht den Speicher so leer, wie es mein Anbieter verlangt, aber der Dachboden muss ja auch nicht an einem Tag leergeräumt werden. 
Ich sage DANKE
für das gemeinsame Leben, 
für die Lektion, 
für die lustigen und schönen Zeiten und aber auch danke dafür, dass ich diesen oder jenen Menschen nicht mehr sehen muss, mich schon lange nicht mehr ausnutzen lasse und dass ich keine Stimmungen lesen oder aushalten muss. Ich bin innerhalb dieser Zeit mit diesem Mailpostfach so sehr ich selbst geworden, dass ich mich wundere, nicht wehmütig zu sein. Aber ich habe so viele Erinnerungen im Herzen und in meinem Kopf, was soll ich mit all den Buchstaben. Ich bin glücklich über die Menschen in meinem jetzigen Leben, viele bleiben seit über dreißig Jahren und hoffentlich nochmal so lange. Andere sind vielleicht halb so lange bei mir, aber so nah, dass ich mich immer auf sie verlassen kann. Und das ist es, was zählt. 



7.4.26

Frühstück mit Katze

Shirinchen hat immer sehr gerne um Menschenessen gebettelt - aber erst wurde es begutachtet. Weil ich dieses Foto so mag, zeige ich es Dir heute. 



6.4.26

Balkongarten

Gestern war es erstmals richtig schön warm draußen, wir hatten zwar schon ein paar Balkontage in diesem Jahr, aber nie konnten wir länger raus als bis die Sonne hinterm Dach verschwand, weil die Luft dann einfach frisch war.
Gestern aber blühten alle auf, Menschen, Kater, Insekten, Vögelchen und die Blumen. Der Rosmarin blüht und den ganzen Nachmittag hat eine Schwarze Holzbiene schwer gearbeitet. Die Katzen waren mehr so chillig. Und bunt war's!
Einfach schön!







5.4.26

Strom und Wasser, purer Luxus!

Am Karfreitag gluckerte und brummte es komisch, Kleinerhong begutachtete die Badewanne und die anderen Kater hoben mit hochgezogenen Augenbrauen (ja, das geht!) die Köpfe.
Tags zuvor war wie jedes Frühjahr die Heizung samt Warmwasser ausgefallen und so ging ich davon aus, dass wieder ein Mitarbeiter dieser (bereits im Herbst beim letzten halbjährlichen Ausfall beschriebenen) Firma vorbei gekommen war.
Doch dann schrieb eine Freundin aus einem anderen Stadtteil "habt ihr Wasser zuhause?" Und damit war klar, es ist etwas Größeres.
Meine Nachbarn fragten ebenfalls, noch bevor ich Bescheid geben konnte, ob es an unserem Heizungsdilemma liegt. Nein, ich melde mich wenn ich mehr weiß, schrieb ich. 
Einige andere FreundInnen informierte ich, dass sie sich besser Wasser besorgen sollen, sie sind viel unterwegs und ich wusste, es würde ihnen helfen.
Wir selbst haben schon wegen der Katzen immer einen Vorrat.
Schnell bekamen wir dann raus, dass es sich um einen Rohrbruch handelte. Als die Stadt postete, dass die Stadtwerke dran seien, schickte mir ein anderer Nachbar bereits ein Bild der funktionierenden Spüle und auch bei uns spuckte es erst und dann sprudelte es wieder. 
Was für ein Privileg ist es, dass binnen Stunden wieder frisches Wasser läuft. Was für ein Privileg ist es, dass wir uns unseren Stromanbieter aussuchen dürfen und dass das funktioniert. Wir leben in einem solchen Luxus. Das dürfen wir nie vergessen. 
Das Bild ist KI-generiert 


2.4.26

Weisheit von Frau Schess

 

Diese Weisheiten oder Gedanken von Frau Schess sind schon älter, damals gab es noch keine KI-Bearbeitung. Aber sie stimmen auch 2026 🩷

1.4.26

Zum 1. April: Karte aus Kerala

Stef hätte heute Geburtstag.
Darum gibt's heute wieder einen kleinen Brief an sie. 

Liebe Stef,
vor vielen Jahren bist Du nach Indien gereist, um dort fürs Fernsehen zu drehen. "Soll ich dir was mitbringen?", fragtest Du, und ich bat um eine Postkarte.
Als sie dann in meinem Briefkasten lag, freute ich mich unendlich. Ich rahmte sie ein und seitdem hängt das Bild an meiner Wand, es ist mit umgezogen und hatte immer einen Platz.
"Nie wieder schicke ich eine Postkarte", hast Du geschimpft, als Du zurück warst und wir uns trafen, "weißt du, wie schwierig es dort ist, eine Briefmarke zu bekommen, geschweige denn, eine Post oder einen Briefkasten zu finden?" Nein, das konnte ich mir nicht vorstellen, aber ich glaubte Dir sofort und Du hast fortan immer ungefragt Dinge oder Karten mit nach Hause gebracht - und durch die Fotos, die wir gemeinsam im Fotogeschäft abholten und ansahen, reiste ich ein wenig mit. Deine größte Reise und Dein größter Wunsch war Kambodscha, die Bilder von Angkor Wat unfassbar nah. Deine Erzählungen, wie Du diese und andere Reisen empfunden hast, machten die Dinge greifbar. Wie bei den Fernsehsendungen, die wir, wenn es keine private Reise wie nach Kambodscha war, Monate später zusammen ansehen konnten. Auch gemeinsame Reisen unternahmen wir. Du wolltest die Welt sehen und zeigtest sie mir - hast Dich aber immer auch auf Deine Zuhause gefreut, auf die Menschen, die Dir nahe waren und nicht zuletzt Deine Hunde, falls Du sie nicht mitnehmen konntest.
Wenn ich nach Hause kam, begrüßte mich diese Postkarte aus Kerala.
Und so bleibt ein Stück von Dir, bleibt ein Stück Welt.
Danke für alles.
Bild ist mit der Schrift KI-bearbeitet




31.3.26

Buchtipp: Dünenglück mit Herz und Hund

Diese Geschichte ist genau so, wie der Titel verspricht: mit Herz und Hund, eigentlich mit mehreren toll beschriebenen Hunden😍🐶 und eben mit ganz viel Herz. 
Es geht zwar hauptsächlich um Elena, die eine Ausbildungsstätte für Blindenführhunde betreibt, aber ich mag ihre Freundin und Mitarbeiterin Julia total und Kerstin Gardes Talent für gute Geschichten, für interessante Menschen, schöne Orte und Spannung bis zuletzt. 
Elenas Hundeschule ist in Stralsund verortet und ausgerechnet jetzt wird ihr Mietvertrag gekündigt. Sie fällt aus allen Wolken, ist es doch mehr als nur ein Job, sie liebt ihre Aufgabe. Professionell möchte sie in dieser schwierigen Zeit dennoch einen Hund an Krischan vermitteln, der die Schwingungen spürt, und so nimmt alles seinen Lauf. 
Mehr kann ich aber nun wirklich nicht verraten. 
Ich durfte die Geschichte lektorieren, also hoffe ich, Du findest keine Fehler🤭😅 mir war nicht eine Sekunde langweilig beim Lesen und ich kann diese besondere Story nur empfehlen 🩷 
// Auch als Taschenbuch erhältlich, unbezahlte Werbung 



30.3.26

Buchtipp: Dieser Sommer gehört mir

Ich habe wegen des Wetters jetzt doch nochmal ein Busbuch gebraucht, darum habe ich es gleich nach dem Abholen aus der Buchhandlung angefangen und kaum weggelegt.
Charlotte weiß mit ihren 43 Jahren nicht genau, was sie will, was ihre Leidenschaft ist und was sie mit ihrem Leben anfangen soll - die Ehe ist gescheitert, die Töchter sind aus dem Haus. 
Sie zieht zu zwei Männern in ein Tiny House und beginnt sich um sich zu kümmern, aber auch um andere. Vor allem aber merkt sie, dass es wichtig ist, zu lernen, mit sich allein auszukommen. 
Claudia Schaumann scheint hier Freundinnen von mir zu beschreiben, denn dies ist ein klassischer Heteroroman über Frauen kurz vor den Wechseljahren und die hab ich ja schon durch und hetero bin ich auch nicht und ich liebe es, Zeit allein zu verbringen. Trotzdem hat die Geschichte großen Spaß gemacht. Wie die Autorin am Ende schreibt, hatte sie auch Spaß beim Schreiben und das habe ich gemerkt. Allerdings ist es wie beim letzten Goldmann-Buch wieder so, dass es ärgerlich viele unnötige Tippfehler gibt und auch zwei inhaltlich zunächst nicht klare Dinge, die aber irgendwann aufgelöst werden und da es der tollen Geschichte an sich keinen Abbruch tut, ist dies mein Tipp für eine leichte und gelöste Unterhaltung.
Obendrauf bekommen wir noch einige Kapitel aus der Sicht der jüngeren Tochter, die ein Jahr in England verbringt, aber das hätte es eigentlich nicht gebraucht. 
// Unbezahlte Werbung, selbstgekauft 



29.3.26

Die hundertste Tasse

 "Muss es denn eine hundertste Tasse sein?", fragte mich seinerzeit meine damalige Partnerin genervt. 
Ja, es musste. Tassen sind so etwas Emotionales, so etwas Wichtiges für den Start in den Tag, für den Ausklang und dazwischen. 
Ich habe mehrere Lieblingstassen und natürlich trinke ich Tee nicht aus einer Kaffeetasse und Chai wiederum nicht aus einer Fenchelaniskümmelteetasse und wenn ich heiße Schokolade koche, gehört die wiederum in eine andere Tasse. Seit ich Keramik bemalen, verkneife ich mir meist Tassen, aber der große 500ml Becher musste dann doch sein- es gibt ja Tage mit erhöhtem Kaffee- und/oder Milchschaumbedarf.
Heute zeige ich Dir diese wunderschöne Tasse aus dem Grätzverlag, die mir eine Freundin vor einigen Wochen geschenkt hat und die ich vom ersten Augenblick als Kaffeetasse erkannt und in mein Herz geschlossen habe. 
Ja, es darf auch die zweihundertste Tasse sein, wenn sie glücklich macht. 
// Unbezahlte Werbung 




28.3.26

Gibt es heutzutage noch Gutes im Fernsehen

Ich habe beim Postkartenorakel von Regina Mengel/Tessa Hansen mitgemacht und diese großartige Postkarte erhalten



Ich liebe Wondrak, ich liebe Janosch - und ich liebe Fernsehen. Darum nehme ich diese wunderbar passende Karte zum Anlass, Dir hier meine aktuellen Lieblingssendungen zu verlinken. Bitte beachte, dass laut Medienstaatsvertrag nicht alles unbegrenzt streambar bleibt und die Links in einiger Zeit veraltet sein können. //unbezahlte Werbung

Exit Einsamkeit - Staffel 1 der Serie - jetzt streamen!

Nachtstreife - Staffel 1 der Serie - jetzt streamen!

So haben wir dich nicht erzogen - hier anschauen

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Westerwelle - hier anschauen

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Der Germanwings-Absturz | Chronologie eines Verbrechens - Staffel 1 der Serie - jetzt streamen!

und natürlich auf RTL Wer wird Millionär, Gilmore Girls und 
auf Joyn 2 Broke Girls

Viel Spass!       


27.3.26

Unangenehm und lehrreich

Zwei Posts in meinem Leben haben die größte Reichweite ever: Einer auf Instagram zur Bundestagswahl mit der Bitte, demokratisch zu wählen, und der von vorgestern auf Threads mit einem Teil des Textes, den ich gestern hier im Blog veröffentlicht habe.
In beiden Fällen pushen die bösen und widerwärtigen Kommentare rechter Trolls die Beiträge nach oben. Ich bin eine Person, die keinen Wert auf Reichweite legt, da ich mein Geld nicht damit verdiene, doch zeigt dieser Algorithmus, wo wir in dieser Gesellschaft stehen. 
Das Internet vernetzt mich glücklicherweise in der Regel mit Menschen, die politisch mit mir auf einer ungefähren Linie sind, mit-menschlich auf jeden Fall, oder mit solchen, die Diskussionen wertschätzend führen und andere Meinungen akzeptieren oder Dinge erläutert haben möchten. 
Auch im richtigen Leben pflege ich Freundschaften, in denen wir über Dinge erwachsen diskutieren, aber einheitlich gegen Intoleranz sind, einfach, weil sie einem gesunden Zusammenleben nicht guttut.
Bei den Internet-Trollen handelt es sich meist um (muskulöse) Männer neben Autos, um Autoprofilbilder, keine Profilbilder oder im schlimmsten Falle um Männer mit Kindern neben sich.
Bei den Kommentaren geht es dann nicht um die gepostete Sache an sich, die wird zwar kurz infrage gestellt (der gute alte "Paulanergarten"), aber ganz schnell kommt im nächsten Satz, dass ich fett sei, ganz sicher so keinen Mann finde und mit der Einstellung schon gar nicht und dass ich zum Psychiater gehen soll. Erweitert wird festgestellt, dass mich Ali abstechen oder vergewaltigen müsse. 
Oft sind diese nicht gut rechtschreibenden Männer rechts oder - auch nicht zu pauschal gesagt, weil belegbar - Kinder von ehemaligen Bürgerinnen und Bürgern der DDR, die diese Zeit der Unterdrückung dort nicht einmal mitbekommen haben. Sonst würden sie möglicherweise die ganze Sache weniger verkärt sehen und den Luxus, ein offenes Internet zu haben, in dem man alle möglichen Dinge schreiben darf, weniger als rechtsfreien Raum sehen, sondern als pures Glück und die Freiheit, die die Menschen dort nie hatten.
Es sind auch oft Leute, die dazu schreiben, dass sie die AfD wählen, ohne sich darum zu kümmern, dass sie dann nur noch 6 Monate arbeitslos sein dürfen, weil sie dann in Arbeit gehen müssen. Oder dass sie dann eben Wehrdienst bzw Ersatzdienst machen müssen, denn auch das steht im Wahlprogramm.
Ich bin nicht stolz auf diese Posts, die durch die Decke gehen. Dennoch sind sie wichtig: Sie zeigen, dass wir Frauen weiterhin laut sein müssen. Dass wir lang genug geschwiegen haben und dass Männer sich nicht ständig daneben benehmen können. Ich finde es super, dass sich auch immer mehr Männer zu Wort melden, die uns Frauen unterstützen, die ihren Partnerinnen auf Augenhöhe begegnen und anderen Frauen den Rücken stärken, wenn sie angegriffen werden. 
Erst 1918 durften Frauen in Deutschland erstmals wählen gehen, 1977 ohne Erlaubnis des Ehemannes eine Arbeit annehmen - ganz zu schweigen von der Eröffnung eines eigenen Bankkontos. Wir stärken dieses Land ebenso wie die Männer, wenn wir arbeiten gehen. Auch wenn dies in Teilzeit geschieht. Auch, wenn wir uns um Schwächere kümmern, Ihr Kinder großzieht oder Alte pflegt. Frauen sind genauso wichtig wie Männer - wir dürfen das einfach niemals vergessen.

Und die ganz normalen Werte - Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit - sind keineswegs etwas für Randgruppen. 
Im richtigen Leben ist der Nachbar laut, macht man ihn darauf aufmerksam, ist er über Jahre beleidigt - anstatt sich zu entschuldigen und es besser zu machen. Im besten Falle macht er es aber besser und nimmt Rücksicht, so wie es anständige Menschen einfach wertschätzen, dass sie sich verbessern, wenn man konstruktive Kritik übt. Doch auch hier gibt es solche Exemplare, die sich bei allem angegriffen fühlen, obwohl sie austeilen oder sich nicht benehmen können.
Solange es Leute triggert, wenn Anstand und Abstand gewünscht werden, haben wir noch viel zu tun.
Seid laut!


Stand gestern Abend 

26.3.26

Unaufmerksam unangenehm

Gestern war wieder so ein Tag, ich war insgesamt in vier verschiedenen Bussen unterwegs, da es kalt wurde und regnen sollte (und dann regnete) und ich Termine hatte und danach zur Arbeit fuhr bzw später dann von der Arbeit nach Hause.
Der Vorteil: ich habe ein neues Busbuch angefangen und kann es demnächst hier wieder besprechen, anders als gedacht macht das Busbuch jetzt doch noch keine Pause bis Oktober. Aber ich will so bald wie möglich wieder Rad fahren, denn auch das gestern Erlebte ist ein Nachteil beim Bus fahren.
Es stehen ständig Männer zu nah. Es ist genügend Platz, gerade in Gelenkbussen, aber nein, der Horst muss sich neben mich quetschen. Genauso an der Bushaltestelle - Egon drückt sich an mir vorbei und steht direkt hinter mir, obwohl nur ganz an der Seite zwei Leute stehen und die Bank frei ist. 
Ich muss weggehen.
Nach dem Aussteigen drängelt sich Manni auf der anderen Straßenseite angekommen an mich ran, anstatt an der Seite vorbei zu gehen. Er folgt mir wie ein Schatten und ich frage mich, warum? 
Ich gehe zur Seite und bleibe stehen, bis er weg ist.
Und auf der Rückfahrt haben drei Männer so dicke Eier, dass sie mich am Vierersitz so einquetschen, weil sie breitbeinig sitzen und der neben mir noch die Arme verschränkt.
Ich muss aufstehen und nach hinten auf einen leeren Platz ausweichen.
Und was soll ich sagen? Es waren alles weiße Männer zwischen Mitte dreißig und Mitte sechzig. In allen Situationen. 
Wird Merz nicht gefallen, kein einziger Migrant.
Ich habe diese wahre Geschichte von gestern auf Threads gepostet und von "such professionelle Hilfe, die Erde ist eine Scheibe, zeig sie doch an, das kann nur Linken passieren" bis hin zu "jaja, wieder die Männer, geh doch zu Fuß" ist alles an Kommentaren dabei. Ich bin zu Fuß gegangen, haben sie wohl überlesen. Nicht wir, die laut werden, sind falsch. Die, die andere bedrängen, sind falsch. Und all die Trolle, die, die andere angreifen, weil sie unangenehme Dinge ansprechen, gleich mit. In einer sicheren Gesellschaft geht man wertschätzend miteinander um. Das haben viele weiße Männer nicht drauf.
Das Bild ist KI-generiert 


24.3.26

Ich liebe das Leben

 Vor Jahren habe ich mal Gedanken und Weisheiten "von Frau Schess" erstellt und das ist einer davon 💕



23.3.26

Buchtipp Zwischen zwei Leben

Ich habe Dir letzte Woche von der sehr guten Dokumentation "Westerwelle" des WDR in der ARD Mediathek erzählt. 
Auch wenn ich wie letzte Woche erklärt weit entfernt bin von der Politik der FDP, so verbinden mich mit Guido Westerwelle zwei Dinge: dieselbe Lehrerin und der Krebs. Ihn hat es deutlich schlimmer getroffen als mich, ich gelte als geheilt und die Chemotherapie und Bestrahlungen waren bei mir auch weniger als bei ihm. Aber die Gedanken übers Leben und das Überleben teilen wir. Und die Erinnerungen an unsere Lehrerin, die mit ein wenig Stolz im Blick augenzwinkernd meinte, dass aus uns zweien was geworden sei. Sie ist ein paar Jahre vor ihm ebenfalls an Krebs verstorben.
Aufgrund der Doku habe ich mir sein Buch gekauft. Und tatsächlich ist das eines dieser Bücher, das ich kaum aus der Hand legen konnte. Außerdem ist es inzwischen gespickt mit Post-its, weil einfach so viele wahre und wichtige Dinge drin stehen. Und Bücher, er zählt darin Bücher auf und zitiert aus ihnen, dass ich direkt einen neuen SUB (Stapel ungelesener Bücher) eröffnen möchte. 
Er erzählt, und das meine ich genau so, weil es so nah ist wie das abendliche Gespräch mit einem Freund bei einer Flasche Rotwein, einerseits von seinen politischen Jahren, erklärt aber auch Dinge mit Erfahrungen aus seiner Kindheit und Jugend und springt immer wieder in die Behandlungszeit, aber auch in die glücklichen Zeiten mit seinem Ehemann. 
Auch wie sie Auszeiten genießen, mich berührt zum Beispiel eine Episode von Sylt, ohne zu viel verraten zu wollen, schafft er es am Meer länger entlang zu laufen und vor allem erst einmal dorthin zu kommen. Ich saß einmal während der Chemotherapiezeit auf einer Bank etwa fünf Gehminuten von unserem Zuhause entfernt und wusste nicht, wie ich dorthin zurück gelangen sollte. Schon darum weiß ich, wie besonders es für ihn gewesen sein muss.
Auch bei der vorher an Anfang beschriebenen Behandlung dachte ich, dass es wie bei mir war, sie kürzen in der Klinik alles ab. Lange Fachbegriffen bekommen zum Beispiel einfach nur drei oder mehr Großbuchstaben - mich hat das damals fast verrückt gemacht. Ich, die Worte so sehr liebt, hörte nur noch ABCDEFG. Ich finde das interessant, dass er es auch so erwähnt. Erschüttert hat mich, wie wenig ich damals vor ca dreizehn Jahren (als ich 24/7 arbeitete) von der Außenpolitik mitbekommen habe und wie aktuell noch heute seine Beschreibungen sind - zum Beispiel was die Situation Europas im Hinblick auf die Ukraine betrifft, aber auch, was die Menschen an sich bewegt - noch vor den Social Media-Trollen. Auch das Scheitern der FDP an der 5%-Hürde, all die Wegbegleitenden, von denen er erzählt und die zu meiner politischen Kindheit und Jugend gehören und deren Rückgrat ich heute schmerzlich vermisse - dieses Buch ist aktuell, obwohl es die 2. Auflage von 2016 ist und viel früher geschrieben wurde. 
Co-Autor Dominik Wichmann schreibt auch das Nachwort (mit Herz) und ist einer der Autoren der oben genannten Dokumentation. Von ihm werde ich auch gerne mehr lesen.
In der Mitte des Buches gibt es einen ausführlichen Teil mit Fotos. Für zehn Euro ist das ein viel wertvolleres Buch. Unbedingter Lesetipp! Es ist ein Buch fürs Leben.
// Unbezahlte Werbung 



22.3.26

Katzenzeichnungen

Ich folge auf Threads mehreren KleinunternehmerInnen und KünstlerInnen und der Algorithmus zeigt mir wunderbarerweise immer mehr davon. 
So ist mir dort auch die talentierte @studio_shmidt begegnet, die mir nun superschnell Shirinchen gezeichnet hat und seinen Bruder Hong.
Die Postkarten glitzern metallisch, ich kann das kaum beschreiben, sie sind wunderschön🥰 
Das Original Kleinerhong kann seine Freude kaum ausdrücken, schließlich rannte ihm die Muddi gestern den ganzen Tag hinterher, um ihm die Zeichnung zu zeigen und ein Foto zu machen🤭😅❤️
Natali alias Studio_Shmidt hatte einen Post gemacht, unter dem man Fotos posten konnte, sie suchte dann einige aus und malte die Tiere zum Thema Weltall nach. Dadurch entstand unser Kleinerhong und ich habe sie gefragt, ob sie mir auch Shirinchen zeichnet.
Bestimmt bestelle ich wieder bei ihr, schließlich ist unsere Familie sehr groß😺😺😺😺😺😺
Sie kann aber noch mehr - es gibt bei ihr Sticker, Figuren, Schlüsselanhänger, Ohrringe - schau einfach mal bei ihr vorbei, allein die Posts machen schon glücklich🥰
// unbezahlte Werbung, da selbstgekauft 






21.3.26

Alltagsweisheit auf meinem Weg

Die Kassiererin strahlt wie immer und darauf angesprochen sagt sie: " Ich versuche, mich auf das Positive zu konzentrieren, das Negative kommt automatisch und von alleine."
Das stimmt irgendwie, auch ich kenne das, dieses "Immeristwas", das um die Ecke kommt, wenn man es gar nicht erwartet und schon gar nicht gebrauchen kann. Andererseits empfangen wir auch das Glück nicht immer mit offenen Armen, ja, es ist halt da, es ist schon Glück, wenn mal was nicht schief läuft, es ist Glück, wenn mir nix wehtut, aber ist es das wirklich? Sind wir nicht einfach schon von Haus aus argwöhnisch, ob uns das Glück gewogen bleibt? Oder haben wir verlernt, das Glück zu sehen? Mit den Augen der Supermarktkassiererin kann man jedem Tag etwas Positives abgewinnen, sich bewusst machen, was schön ist. Die netten Kunden, die sie anstrahlt, die blöden kommen ja von ganz alleine. 
Und in meinem Leben? Ich habe irgendwann unbewusst begonnen, mir gar keine Sorgen mehr zu machen. Ich kann tatsächlich sagen, dass ich jeden Morgen mit Freude aufstehe. Ob ich nun arbeite oder einen Ausflug plane oder zuhause bei den Katzen bleibe - ich liebe jeden Tag und kann es kaum erwarten, dass ein neuer  anbricht. Natürlich blende ich die Weltlage nicht aus und natürlich gibt es auch Menschen, die ich gerne in einer Tour hauen möchte, weil sie anderen das Leben schwer machen oder rücksichtslos oder faul sind. Aber mein Leben ist gut, mein persönliches Empfinden ist positiv. Denn ich weiß, dass ich sehr viel Glück in meinem Leben habe und dass ich zwar etwas dafür getan habe und tue, aber die jetzige Zeit die Belohnung für vorherige Mühen zu sein scheint. Und dafür bin ich dankbar. Und dafür, Menschen wie diese Kassiererin zu treffen. Die den Alltag weise macht.



20.3.26

Buchtipp Das Geheimnis von Liebe und Magie

Was mach ich jetzt nur mit diesem Buch? Einerseits sind da die vielen Tippfehler, auch ein falscher Songtitel ("Circle" statt korrekt "The Circle Game" von Joni Mitchell) und ein Cover, das der Geschichte nicht gerecht wird. Und andererseits ist da eine große magische Geschichte mit feinen weisen Sätzen, mit zwischen den Zeilen gewobener Magie und Menschen, die man einfach gern haben muss. Okay, ich entscheide mich für einen Tipp, denn das hat die Story von Breanne Randall verdient, allerdings sollte der Goldmann-Verlag gern weitere Bücher von ihr auf Deutsch veröffentlichen, aber dann bitte sorgsamer sein. Der Originaltitel "The Unfortunate Side Effects of Heartbreak and Magic" gefällt mir ebenfalls besser und auf dem Originalcover ist eine Tasse zu sehen. Die deutsche Ausgabe ziert ein Cafe von außen, das spielt aber nur eine zweitrangige Rolle, es gibt zwar Szenen im Cafe und es wird auch klar, wir wichtig dieser Ort für die Stadt ist, aber die meisten Dinge spielen sich in einem Haus mit Garten und Vorgarten an einem Wald ab. So viel zu meiner Kritik. 
Warum ich dieses Buch trotzdem empfehle? Weil es auf knapp 500 Seiten eine ganz tolle Botschaft hat: Magie hat viele Seiten und das Leben ist Magie, wenn Menschen es reich machen. 
Außerdem beinhaltet es so viele wundervolle Rezepte, dass es in jeder Küche stehen sollte, gespickt mit Post-its und bereit, beim Nachbacken oder -kochen immer wieder gelesen zu werden. Denn ganz unabhängig von der gesamten Geschichte können Weisheiten wie "etwas zu tun, obwohl es einem Angst machte oder das Herz brach, das war es, was wahren Mut ausmachte" den Tag oder die Wartezeit versüßen und Dich zum Lächeln oder Nachdenken bringen. Darum lohnt es sich, immer wieder reinzulesen.
Die Geschichte selbst ist komplexer als ich dachte. Es gibt viele Figuren, da die Familie sehr groß ist. Jede für sich ist wunderbar beschrieben und man fühlt sich sofort zugehörig.
Sadie und Seth sind Zwillinge, die bei ihrer Großmutter Gigi aufgewachsen sind, weil ein Fluch ihre Mutter aus der Stadt verbannt hat. Auch auf Sadie lastet ein Fluch, sie besitzt aber auch Magie. Ihre Familienmitglieder haben wie sie magische Fähigkeiten, sie alle sind aber keine Hexen. Trotzdem gibt es Vorkommnisse oder auch Rituale, die dann und wann hexisch anmuten. Darum lieb ich's - die besonderen Fähigkeiten der Menschen und ihr Zusammenhalt, die Beschreibungen des schönen Hauses und eben die ganze Geschichte, die spannend ist, aber auch emotional, das ist wie ein perfektes Gericht oder eine bunte Torte. Und dazu passend wird in der Geschichte gebacken und gekocht und immer auch dazu erklärt, welche Zutaten Klarheit oder Ruhe bringen oder was man bewirken kann, wenn man dieses oder jenes Kraut hinzugibt. 
Darum sind es gut investierte 14 Euro.
// unbezahlte Werbung 
Hiermit beende ich meine Busbuch-Reihe bis etwa Oktober, denn ich fahre wieder mit dem Rad zur Arbeit. Rezensiert wird trotzdem weiterhin🤩

19.3.26

Westerwelle

Westerwelle. 
So heißt die Doku in der ARD Mediathek, die mich nachdenklich gemacht hat und sehr berührt.
Man mag sich nun fragen, warum schaut sie sowas? Sie ist grün und bunt und sicher nicht reich genug für die FDP. 
Stimmt. Aber: Ich bin ein Bonner Kind, zu meiner Zeit gab es noch "richtige" Politiker und zwar auch Skandale und Machtspiele, aber ich habe Politik damals anders wahrgenommen. So auch Genschers FDP und später Guido Westerwelle. Das waren alles "Typen", die Parteien hatten ganz andere Werte als heute, auch wenn ich nicht alle sympathisch fand. 
Mit Guido Westerwelle verbinde ich zusätzlich zu seiner rheinischen Art die Erinnerung an eine Lehrerin, die wir beide gekannt haben, die sagte, dass aus uns beiden etwas geworden sei, die mit einem Lächeln über ihn und ihre Erinnerungen sprach. 

So reden auch seine Wegbegleitenden über ihn, zum Beispiel von gemeinsamen ganz normalen Kochabenden, der Freude und Dankbarkeit, von erwiderter Liebe, aber natürlich auch von Politik. Die Dokumentation ist mit ausgesuchten Interviews, aber auch Fotos und Filmausschnitten so gut zusammengestellt, dass ich den Machern wünsche, dass sie einen Preis dafür bekommen werden. 
"Leben Sie!" gibt man uns mit einem bekannten Zitat am Ende des Filmes mit auf den Weg. 

Gestern vor zehn Jahren ist Guido Westerwelle verstorben.

Ich werde Dir in den nächsten Tagen von seinem Buch erzählen, das ich wegen der Doku gekauft habe und das mich schon jetzt berührt, es ist politisch beunruhigend aktuell und gleichzeitig unterhaltsam und warm und weise. Ich möchte es aber zuerst zuende lesen.
// Unbezahlte Werbung 

18.3.26

Rosa Welt

 




Buchliebe

Eine Freundin bringt mir ihre aussortierten Bücher mit und ich freue mich total über eines, dessen Leserunde ich auf lovelybooks nicht gewonnen hatte. 
Da ich am liebsten Taschenbücher kaufe, einerseits wegen des Preises, andererseits, weil ich gebundene Bücher nicht im Bus mitnehme, hätte ich nun auf diese Geschichte erstmal verzichtet.
"Das ist total langweilig", sagt die Freundin, relativiert dann aber: "wobei es dir echt gefallen könnte!" 
Ich muss lachen. Denn zum Abschalten lese ich tatsächlich gerne Geschichten, die mich nicht groß fordern. Stef nannte dies immer "Schund", mein Buchhändler drückte es einmal viel freundlicher aus: "Wer liest, macht keinen anderen Quatsch."
Ich finde, eine gute Geschichte hat auf jeden Fall neben tollen Personen ein Happy End und man nimmt daraus etwas für sich mit. Ob das nun was fürs eigene Leben ist, eine kreative Idee oder auch nur ein schöner Satz - ganz egal. Und wenn mir das Buch gefällt, kaufe ich alle anderen Bücher des Autors, der Autorin ebenfalls.