1.4.26

Zum 1. April: Karte aus Kerala

Stef hätte heute Geburtstag.
Darum gibt's heute wieder einen kleinen Brief an sie. 

Liebe Stef,
vor vielen Jahren bist Du nach Indien gereist, um dort fürs Fernsehen zu drehen. "Soll ich dir was mitbringen?", fragtest Du, und ich bat um eine Postkarte.
Als sie dann in meinem Briefkasten lag, freute ich mich unendlich. Ich rahmte sie ein und seitdem hängt das Bild an meiner Wand, es ist mit umgezogen und hatte immer einen Platz.
"Nie wieder schicke ich eine Postkarte", hast Du geschimpft, als Du zurück warst und wir uns trafen, "weißt du, wie schwierig es dort ist, eine Briefmarke zu bekommen, geschweige denn, eine Post oder einen Briefkasten zu finden?" Nein, das konnte ich mir nicht vorstellen, aber ich glaubte Dir sofort und Du hast fortan immer ungefragt Dinge oder Karten mit nach Hause gebracht - und durch die Fotos, die wir gemeinsam im Fotogeschäft abholten und ansahen, reiste ich ein wenig mit. Deine größte Reise und Dein größter Wunsch war Kambodscha, die Bilder von Angkor Wat unfassbar nah. Deine Erzählungen, wie Du diese und andere Reisen empfunden hast, machten die Dinge greifbar. Wie bei den Fernsehsendungen, die wir, wenn es keine private Reise wie nach Kambodscha war, Monate später zusammen ansehen konnten. Auch gemeinsame Reisen unternahmen wir. Du wolltest die Welt sehen und zeigtest sie mir - hast Dich aber immer auch auf Deine Zuhause gefreut, auf die Menschen, die Dir nahe waren und nicht zuletzt Deine Hunde, falls Du sie nicht mitnehmen konntest.
Wenn ich nach Hause kam, begrüßte mich diese Postkarte aus Kerala.
Und so bleibt ein Stück von Dir, bleibt ein Stück Welt.
Danke für alles.
Bild ist mit der Schrift KI-bearbeitet




31.3.26

Buchtipp: Dünenglück mit Herz und Hund

Diese Geschichte ist genau so, wie der Titel verspricht: mit Herz und Hund, eigentlich mit mehreren toll beschriebenen Hunden😍🐶 und eben mit ganz viel Herz. 
Es geht zwar hauptsächlich um Elena, die eine Ausbildungsstätte für Blindenführhunde betreibt, aber ich mag ihre Freundin und Mitarbeiterin Julia total und Kerstin Gardes Talent für gute Geschichten, für interessante Menschen, schöne Orte und Spannung bis zuletzt. 
Elenas Hundeschule ist in Stralsund verortet und ausgerechnet jetzt wird ihr Mietvertrag gekündigt. Sie fällt aus allen Wolken, ist es doch mehr als nur ein Job, sie liebt ihre Aufgabe. Professionell möchte sie in dieser schwierigen Zeit dennoch einen Hund an Krischan vermitteln, der die Schwingungen spürt, und so nimmt alles seinen Lauf. 
Mehr kann ich aber nun wirklich nicht verraten. 
Ich durfte die Geschichte lektorieren, also hoffe ich, Du findest keine Fehler🤭😅 mir war nicht eine Sekunde langweilig beim Lesen und ich kann diese besondere Story nur empfehlen 🩷 
// Auch als Taschenbuch erhältlich, unbezahlte Werbung 



30.3.26

Buchtipp: Dieser Sommer gehört mir

Ich habe wegen des Wetters jetzt doch nochmal ein Busbuch gebraucht, darum habe ich es gleich nach dem Abholen aus der Buchhandlung angefangen und kaum weggelegt.
Charlotte weiß mit ihren 43 Jahren nicht genau, was sie will, was ihre Leidenschaft ist und was sie mit ihrem Leben anfangen soll - die Ehe ist gescheitert, die Töchter sind aus dem Haus. 
Sie zieht zu zwei Männern in ein Tiny House und beginnt sich um sich zu kümmern, aber auch um andere. Vor allem aber merkt sie, dass es wichtig ist, zu lernen, mit sich allein auszukommen. 
Claudia Schaumann scheint hier Freundinnen von mir zu beschreiben, denn dies ist ein klassischer Heteroroman über Frauen kurz vor den Wechseljahren und die hab ich ja schon durch und hetero bin ich auch nicht und ich liebe es, Zeit allein zu verbringen. Trotzdem hat die Geschichte großen Spaß gemacht. Wie die Autorin am Ende schreibt, hatte sie auch Spaß beim Schreiben und das habe ich gemerkt. Allerdings ist es wie beim letzten Goldmann-Buch wieder so, dass es ärgerlich viele unnötige Tippfehler gibt und auch zwei inhaltlich zunächst nicht klare Dinge, die aber irgendwann aufgelöst werden und da es der tollen Geschichte an sich keinen Abbruch tut, ist dies mein Tipp für eine leichte und gelöste Unterhaltung.
Obendrauf bekommen wir noch einige Kapitel aus der Sicht der jüngeren Tochter, die ein Jahr in England verbringt, aber das hätte es eigentlich nicht gebraucht. 
// Unbezahlte Werbung, selbstgekauft 



29.3.26

Die hundertste Tasse

 "Muss es denn eine hundertste Tasse sein?", fragte mich seinerzeit meine damalige Partnerin genervt
Ja, es musste. Tassen sind so etwas Emotionales, so etwas Wichtiges für den Start in den Tag, für den Ausklang und dazwischen. 
Ich habe mehrere Lieblingstassen und natürlich trinke ich Tee nicht aus einer Kaffeetasse und Chai wiederum nicht aus einer Fenchelaniskümmelteetasse und wenn ich heiße Schokolade koche, gehört die wiederum in eine andere Tasse. Seit ich Keramik bemalen, verkneife ich mir meist Tassen, aber der große 500ml Becher musste dann doch sein- es gibt ja Tage mit erhöhtem Kaffee- und/oder Milchschaumbedarf.
Heute zeige ich Dir diese wunderschöne Tasse aus dem Grätzverlag, die mir eine Freundin vor einigen Wochen geschenkt hat und die ich vom ersten Augenblick als Kaffeetasse erkannt und in mein Herz geschlossen habe. 
Ja, es darf auch die zweihundertste Tasse sein, wenn sie glücklich macht. 
// Unbezahlte Werbung 




28.3.26

Gibt es heutzutage noch Gutes im Fernsehen

Ich habe beim Postkartenorakel von Regina Mengel/Tessa Hansen mitgemacht und diese großartige Postkarte erhalten



Ich liebe Wondrak, ich liebe Janosch - und ich liebe Fernsehen. Darum nehme ich diese wunderbar passende Karte zum Anlass, Dir hier meine aktuellen Lieblingssendungen zu verlinken. Bitte beachte, dass laut Medienstaatsvertrag nicht alles unbegrenzt streambar bleibt und die Links in einiger Zeit veraltet sein können. //unbezahlte Werbung

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und natürlich auf RTL Wer wird Millionär, Gilmore Girls und 
auf Joyn 2 Broke Girls

Viel Spass!       


27.3.26

Unangenehm und lehrreich

Zwei Posts in meinem Leben haben die größte Reichweite ever: Einer auf Instagram zur Bundestagswahl mit der Bitte, demokratisch zu wählen, und der von vorgestern auf Threads mit einem Teil des Textes, den ich gestern hier im Blog veröffentlicht habe.
In beiden Fällen pushen die bösen und widerwärtigen Kommentare rechter Trolls die Beiträge nach oben. Ich bin eine Person, die keinen Wert auf Reichweite legt, da ich mein Geld nicht damit verdiene, doch zeigt dieser Algorithmus, wo wir in dieser Gesellschaft stehen. 
Das Internet vernetzt mich glücklicherweise in der Regel mit Menschen, die politisch mit mir auf einer ungefähren Linie sind, mit-menschlich auf jeden Fall, oder mit solchen, die Diskussionen wertschätzend führen und andere Meinungen akzeptieren oder Dinge erläutert haben möchten. 
Auch im richtigen Leben pflege ich Freundschaften, in denen wir über Dinge erwachsen diskutieren, aber einheitlich gegen Intoleranz sind, einfach, weil sie einem gesunden Zusammenleben nicht guttut.
Bei den Internet-Trollen handelt es sich meist um (muskulöse) Männer neben Autos, um Autoprofilbilder, keine Profilbilder oder im schlimmsten Falle um Männer mit Kindern neben sich.
Bei den Kommentaren geht es dann nicht um die gepostete Sache an sich, die wird zwar kurz infrage gestellt (der gute alte "Paulanergarten"), aber ganz schnell kommt im nächsten Satz, dass ich fett sei, ganz sicher so keinen Mann finde und mit der Einstellung schon gar nicht und dass ich zum Psychiater gehen soll. Erweitert wird festgestellt, dass mich Ali abstechen oder vergewaltigen müsse. 
Oft sind diese nicht gut rechtschreibenden Männer rechts oder - auch nicht zu pauschal gesagt, weil belegbar - Kinder von ehemaligen Bürgerinnen und Bürgern der DDR, die diese Zeit der Unterdrückung dort nicht einmal mitbekommen haben. Sonst würden sie möglicherweise die ganze Sache weniger verkärt sehen und den Luxus, ein offenes Internet zu haben, in dem man alle möglichen Dinge schreiben darf, weniger als rechtsfreien Raum sehen, sondern als pures Glück und die Freiheit, die die Menschen dort nie hatten.
Es sind auch oft Leute, die dazu schreiben, dass sie die AfD wählen, ohne sich darum zu kümmern, dass sie dann nur noch 6 Monate arbeitslos sein dürfen, weil sie dann in Arbeit gehen müssen. Oder dass sie dann eben Wehrdienst bzw Ersatzdienst machen müssen, denn auch das steht im Wahlprogramm.
Ich bin nicht stolz auf diese Posts, die durch die Decke gehen. Dennoch sind sie wichtig: Sie zeigen, dass wir Frauen weiterhin laut sein müssen. Dass wir lang genug geschwiegen haben und dass Männer sich nicht ständig daneben benehmen können. Ich finde es super, dass sich auch immer mehr Männer zu Wort melden, die uns Frauen unterstützen, die ihren Partnerinnen auf Augenhöhe begegnen und anderen Frauen den Rücken stärken, wenn sie angegriffen werden. 
Erst 1918 durften Frauen in Deutschland erstmals wählen gehen, 1977 ohne Erlaubnis des Ehemannes eine Arbeit annehmen - ganz zu schweigen von der Eröffnung eines eigenen Bankkontos. Wir stärken dieses Land ebenso wie die Männer, wenn wir arbeiten gehen. Auch wenn dies in Teilzeit geschieht. Auch, wenn wir uns um Schwächere kümmern, Ihr Kinder großzieht oder Alte pflegt. Frauen sind genauso wichtig wie Männer - wir dürfen das einfach niemals vergessen.

Und die ganz normalen Werte - Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit - sind keineswegs etwas für Randgruppen. 
Im richtigen Leben ist der Nachbar laut, macht man ihn darauf aufmerksam, ist er über Jahre beleidigt - anstatt sich zu entschuldigen und es besser zu machen. Im besten Falle macht er es aber besser und nimmt Rücksicht, so wie es anständige Menschen einfach wertschätzen, dass sie sich verbessern, wenn man konstruktive Kritik übt. Doch auch hier gibt es solche Exemplare, die sich bei allem angegriffen fühlen, obwohl sie austeilen oder sich nicht benehmen können.
Solange es Leute triggert, wenn Anstand und Abstand gewünscht werden, haben wir noch viel zu tun.
Seid laut!


Stand gestern Abend 

26.3.26

Unaufmerksam unangenehm

Gestern war wieder so ein Tag, ich war insgesamt in vier verschiedenen Bussen unterwegs, da es kalt wurde und regnen sollte (und dann regnete) und ich Termine hatte und danach zur Arbeit fuhr bzw später dann von der Arbeit nach Hause.
Der Vorteil: ich habe ein neues Busbuch angefangen und kann es demnächst hier wieder besprechen, anders als gedacht macht das Busbuch jetzt doch noch keine Pause bis Oktober. Aber ich will so bald wie möglich wieder Rad fahren, denn auch das gestern Erlebte ist ein Nachteil beim Bus fahren.
Es stehen ständig Männer zu nah. Es ist genügend Platz, gerade in Gelenkbussen, aber nein, der Horst muss sich neben mich quetschen. Genauso an der Bushaltestelle - Egon drückt sich an mir vorbei und steht direkt hinter mir, obwohl nur ganz an der Seite zwei Leute stehen und die Bank frei ist. 
Ich muss weggehen.
Nach dem Aussteigen drängelt sich Manni auf der anderen Straßenseite angekommen an mich ran, anstatt an der Seite vorbei zu gehen. Er folgt mir wie ein Schatten und ich frage mich, warum? 
Ich gehe zur Seite und bleibe stehen, bis er weg ist.
Und auf der Rückfahrt haben drei Männer so dicke Eier, dass sie mich am Vierersitz so einquetschen, weil sie breitbeinig sitzen und der neben mir noch die Arme verschränkt.
Ich muss aufstehen und nach hinten auf einen leeren Platz ausweichen.
Und was soll ich sagen? Es waren alles weiße Männer zwischen Mitte dreißig und Mitte sechzig. In allen Situationen. 
Wird Merz nicht gefallen, kein einziger Migrant.
Ich habe diese wahre Geschichte von gestern auf Threads gepostet und von "such professionelle Hilfe, die Erde ist eine Scheibe, zeig sie doch an, das kann nur Linken passieren" bis hin zu "jaja, wieder die Männer, geh doch zu Fuß" ist alles an Kommentaren dabei. Ich bin zu Fuß gegangen, haben sie wohl überlesen. Nicht wir, die laut werden, sind falsch. Die, die andere bedrängen, sind falsch. Und all die Trolle, die, die andere angreifen, weil sie unangenehme Dinge ansprechen, gleich mit. In einer sicheren Gesellschaft geht man wertschätzend miteinander um. Das haben viele weiße Männer nicht drauf.
Das Bild ist KI-generiert